Jeff Williams über Kinderarbeit: Kritik, weil Apple offen mit Problem umgeht

Florian Matthey 10

Toleriert Apple, dass Zulieferer in ihren Fabriken auch Kinder beschäftigen? In einem Radio-Interview erklärte Chief Operating Officer Williams Jeff Williams, dass Apple sich im Fadenkreuz befindet, weil das Unternehmen sich besonders gegen Kinderarbeit einsetzt.

Jeff Williams über Kinderarbeit: Kritik, weil Apple offen mit Problem umgeht

Jeff Williams kam am Montag in der Radiosendung Conversations on Health Care zu Wort. Das Interview lässt sich als Audio-Datei streamen und herunterladen.

In den letzten Jahren kam Apple immer wieder wegen Arbeitsbedingungen bei Partnern und Zuliefern in Asien in die Kritik – im letzten Jahr auch bezüglich der Beschäftigung von Kindern, beispielsweise in den Minen von Zinn-Zulieferern des Apple-Partners Pegatron in Indonesien. Williams erklärte seinerzeit, dass Apple das Problem einfach dadurch hätte lösen können, keinen Zinn aus Indonesien mehr zu verwenden. Dies wäre die einfache Lösung gewesen. Stattdessen setze sich Apple jetzt aber für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen in Indonesien und für den dortigen Kampf gegen Kinderarbeit ein.

Ähnlich argumentiert Williams in dem Radio-Interview: Andere Unternehmen wählten den einfachen Weg, indem sie das Problem einfach nicht thematisierten. Keine Firma werde gerne mit Kinderarbeit in Verbindung gebracht. Apple beleuchte das Problem jedoch offensiv – das Unternehmen suche aktiv nach zu jungen Arbeitern in Fabriken und wähle dann drastische Maßnahmen, um entsprechende Vorkommnisse zu unterbinden.

Dann veröffentliche Apple jedes Jahr einen Bericht über Arbeitsbedingungen bei Zulieferern, der unter anderem auch auf Kinderarbeit eingeht. Insofern räumt Apple offen ein, dass es entsprechende Fälle gibt, und für diese Fälle bekomme Apple dann viel Kritik. „Aber wir glauben, dass der einzige Weg, um etwas zu verändern, der ist, den Problemen ins Gesicht zu sehen und darüber zu sprechen.“

Apple informiert die Öffentlichkeit über seine Arbeit zur Verbesserung von Arbeitsbedingungen auf einer eigenen Website. Jedes Jahr gibt es außerdem einen ausführlichen Fortschrittsbericht. Im letzten Jahr erzählte Apple in diesem unter anderem die Geschichte des 16-jährigen Ran, der mit 15 Jahren eine Altersüberprüfung umging, um bei einem Apple-Zulieferer zu arbeiten. Ein Apple-Auditor habe ihn als zu jung identifiziert und an ein Apple-Programm für Bildung für Kinderarbeiter vermittelt.

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