Langjähriges Apple-Verwaltungsratsmitglied Bill Campbell verstorben

Florian Matthey

Bill Campbell ist tot. Campbell war viele Jahre lang Berater für Apple und Mitglied des Verwaltungsrates des Unternehmens. Der 75-Jährige starb nach einer langen Krebserkranung.

Campbells Familie erklärte in einer offiziellen Stellungnahme, dass Campell „nach einem langen Kampf gegen den Krebs“ friedlich im Schlaf verstorben sei. Die Familie wisse alle Liebe und Unterstützung zu schätzen, wünsche sich jetzt aber den Schutz ihrer Privatsphäre.

Campbell spielte als Berater und Manager zahlreicher Unternehmen eine wichtige Rolle im Silicon Valley. Als Freund von Steve Jobs kam er zu Apple, als das Unternehmen Mitte der 1980er Jahre noch unter der Führung von John Sculley stand – der Jobs bekanntlich kurz später aus dem Unternehmen heraus drängte. Auch Campbell verließ Apple wieder aufgrund von Differenzen mit Sculley, kam aber als Mitglied des Verwaltungsrates im Jahr 1997 zurück, als Jobs die Führung des Unternehmens übernahm. Vor dem Zerwürfnis mit Sculley hatte Campbell die Apple-Tochter Claris geleitet.

In der Zeit der Verwaltungsrat-Mitgliedschaft arbeitete Campbell hauptamtlich als CEO für das Software-Unternehmen Intuit – und beriet andere Unternehmen über ihre Business-Aktivitäten. Zu diesen gehörte auch Google, was seinerzeit Jobs erzürnt habe, wie Campbell selbst berichtete: Jobs habe ihn mit den Worten angeschrien, dass er ihm schade, wenn er Google helfe. Er habe seinerseits entgegnet, dass er selbst nicht einmal „HTML könne“, also keinen Einfluss auf Googles Produkte habe. Er helfe ihnen nur dabei, ihr Unternehmen besser zu führen. Letztendlich blieb Campbell Apple sogar über Jobs‘ Tod hinaus erhalten; den Verwaltungsratposten hielt er bis 2014 inne.

Auch Tim Cook, Steve Jobs‘ Nachfolger als Apple-CEO, nimmt mit einem Tweet Abschied von Campbell. Campbell habe an Apple geglaubt, als dies wenige Personen taten. Man werde seine Weisheit, Freundschaft, Humor und seine Liebe fürs Leben vermissen.

Florian Matthey
Florian Matthey, GIGA-Experte.

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