Dass Apple seit dem Tod des Gründers und Pioniers Steve Jobs an Schwung verliert, wird immer wieder von kritischen Stimmen geäußert. Auch der CEO von LeEco, vormals auch als LeTV bekannt, hat sich nun auf alles andere als wohlwollende Art und Weise über die Situation des Unternehmens aus Cupertino ausgesprochen.

 

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Es sind harte Worte, die der Unternehmer Jia Yueting gegenüber CNBC über den Konkurrenten Apple zu verlieren hat. Dabei dürften die meisten Nutzer in hiesigen Gefilden den von ihm geleiteten Konzern LeEco vermutlich noch gar nicht so wirklich kennen: Vor kurzem machte man durch die Vorstellung der ersten Smartphones mit USB Typ C anstelle des 3,5mm-Klinkensteckers global auf sich aufmerksam, tatsächlich hat man auch schon zuvor einige sehr spannende Android-Smartphones auf den Markt gebracht, die stets das eine oder andere Alleinstellungsmerkmal besaßen.

In China ist man bislang hauptsächlich als einer der größten Anbieter von Videoinhalten in Erscheinung getreten - damals noch unter dem Namen LeTV. Doch seit der Umbenennung in LeEco hat man neben Video Content auch Smartphones und sogar Elektroautos ins Portfolio genommen.

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„Das iPhone SE ist ein Produkt mit niedrigem Technologie-Level“

Dementsprechend scheint man der Ansicht zu sein, sich ein wenig weiter aus dem Fenster lehnen zu können. Die Quintessenz des Interviews: Apple habe an Elan und Schwung verloren und die mangelnde Innovationskraft merke man den Köpfen aus Cupertino auch deutlich an. Als Beispiel zieht Yueting den Release des iPhone SE heran (deutsche Übersetzung von uns):

„Einer der wichtigsten Gründe ist, dass Apples Innovation sehr langsam geworden ist. Vor einem Monat zum Beispiel hat Apple das iPhone SE auf den Markt gebracht. Aus der Sicht eines Industrie-Insiders ist das ein Produkt mit einem sehr niedrigen Technologie-Level ... wir glauben, dass sie das einfach nicht hätten tun sollen.“

iPhone SE in Silber

Auch eine Ursache für die fehlende Innovation bei Apple kann der CEO des chinesischen Unternehmens benennen: Es fehle dem Konzern an einer konkreten treibenden Kraft, ein bestimmtes Produkt, an dem man die eigene Ideenvielfalt konkret unter Beweis stellen könne und das langfristig den Erfolg von Apple begründen wird.

Die Apple Watch, so Yueting, sei dies nicht gewesen. Zugegeben, sie ist sicherlich weiterhin der erfolgreichste Vertreter ihrer Art, doch eigentlich hatte man von Apple erwartet, Smartwatches salonfähig zu machen - was freilich nicht geschehen ist.

Das Internet der Zukunft wird offen sein

Auch das iPhone sei in den letzten Jahren immer weiter hinter die Konkurrenz gefallen und habe laut Yueting den Vorsprung, den es 2008 zum Zeitpunkt seiner Vorstellung hat, innerhalb kürzester Zeit verloren. Statt innovativer Neuerungen gibt es Jahr für Jahr mit jedem iPhone nur marginale Verbesserungen.

Er geht sogar so weit und behauptet, dass individuelle Apps für bestimmte Funktionen im Grunde genommen überholt seien und sich die Smartphone-Nutzung noch stärker in das Internet auslagern wird - etwa in Form von Web-Apps oder gar künstlichen Intelligenzen, die deutlich flexibler als Apps agieren können. Zu Beginn der Smartphone-Ära ist dies aufgrund von zu langsamen Datentransferraten noch nicht möglich gewesen, doch in Zeiten von LTE erscheint es tatsächlich nicht abwegig, dass auch irgendwann Web-Apps für Smartphones deutlich an Relevanz gewinnen.

Ein deutlicher Vorteil hiervon wäre, dass alle Nutzer exakt die gleichen Inhalte in der gleichen Präsentation erhalten, unabhängig davon welches Betriebssystem oder Gerät sie gerade verwenden. Apple fehlt es allerdings, so Yueting, an der Bereitschaft das Betriebssystem zu öffnen und das Internet als Ökosystem für eine ausgeweitete Nutzererfahrung tatsächlich in Betracht zu ziehen. Yueting geht sogar so weit zu behaupten, dass das von Apple etablierte App-Ökosystem hauptverantwortlich dafür gewesen ist, dass in der Smartphone-Welt entscheidende Entwicklungen und Innovationen in diesem Sektor bislang ausgeblieben sind.

Quelle: CNBC via: TheVerge Foto: flickr (Mike Deerkoski)

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Thomas Lumesberger
Thomas Lumesberger, GIGA-Experte.

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