MacBook Pro: Touch Bar wird von iOS angetrieben

Thomas Lumesberger 16

Gestern hat Apple im eigenen Hauptquartier das neue MacBook Pro 2016 vorgestellt. Die jüngste Generation von Apples Laptop für Poweruser verfügt über die sogenannte Touch Bar. Und die läuft überraschenderweise mit iOS.

Test: MacBook Pro 13 Zoll von 2016.

Mit iOS und dem iPhone hat Apple die Welt verändert. Das mobile Betriebssystem hält jetzt auch im neuen MacBook Pro Einzug. Allerdings nicht als primäres Betriebssystem – hier kommt MacOS Sierra zum Einsatz. Vielmehr geht es um die neue Touch Bar. Da iOS bereits die Unterstützung von Touchscreens mitbringt, lag es für Apple auf der Hand für den Betrieb des neuen Eingabegeräts auf das mobile Betriebssystem zurückzugreifen.

Neuer Chip mit iOS

Natürlich handelt es sich bei dieser Version von iOS nicht um die farbenfrohe und schöne Oberfläche, die wir vom iPhone, iPad oder Apple TV gewohnt sind, es wurden stattdessen spezielle Anpassungen vorgenommen. Das Grundgerüst bietet watchOS, welches auf iOS basiert und eigens für den Einsatz auf der Armbanduhr konzipiert wurde. iOS selbst stellt wiederum auch nur eine Modifikation von Mac OS X dar, welches auf ein Unix mit Mach-Kernel zurückgeht. Im Prinzip könnte man damit sogar sagen, dass die Touch Bar von Unix betrieben wird.

Apple_T1_Chip

Diese Informationen stammen von iOS-Entwickler Steve Troughton-Smith, der zur Funktionsweise auch eine Erklärung hat. MacOS sendet Framebuffer-Daten via USB an die Touchbar, wobei die Informationen vom neuen T1-Chip verarbeitet werden. Eingaben auf der Touch Bar werden anschließend wieder zurückgegeben. Der T1-Chip basiert auf ARM-Architektur, so wie die Chips der iOS-Geräte, und ist für die Sicherheit von Touch ID, Touch Bar und der Frontkamera des MacBook Pro verantwortlich. Darüber hinaus ist er von den anderen Komponenten abgekoppelt. Beispielsweise könnte der T1 noch immer aktiv sein, obwohl das MacBook Pro ausgeschaltet ist.

Bilderstrecke starten
11 Bilder
Apple, Google, WhatsApp … so habt ihr die Firmenlogos noch nie gesehen.

Mögliche Gründe für iOS

Warum Apple den Weg des Parallelbetriebs von zwei Betriebssystemen gewählt und nicht einfach die Touch Bar zu einer Erweiterung von Mac OS gemacht hat, verwundert ein wenig. Vielleicht war das ursprünglich angedacht, die Entwickler haben es nicht rechtzeitig hinbekommen und deshalb diesen Weg als Notlösung gewählt. Womöglich will sich der Konzern in den kommenden Jahren noch steigern und daher einmal auf die abgeschwächte Version gesetzt.

Unwahrscheinlich, aber zumindest denkbar: Vielleicht ist das neue MacBook eine Vorstufe zu einem 2-in-1-Gerät. Beispielsweise könnte der Bildschirm, auf dem iOS laufen würde, abgenommen und als iPad verwendet werden, während die Kopplung mit dem Gehäuse dann die Verwendung von Mac OS ermöglicht.

Wenn man aber einen Schritt zurückgeht, ist das Ganze wieder etwas realistischer. Vielleicht möchte Apple ein MacBook bringen, welches über einen Touchscreen verfügt und die Touch Bar ist nur der Anfang.

Am plausibelsten erscheint aber der Sicherheitsaspekt. Für Apple Pay verbaut der Hersteller schon seit dem iPhone 6 einen speziellen Chip, der nur für die sichere Speicherung und Übermittlung der Daten zuständig ist. Da auch mit den neuen MacBooks via Apple Pay bezahlt werden kann und Apple hier schon eine Basis hatte, ist das vermutlich der Grund.

Quelle: Twitter 1, 2 via CultofMac

 

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* Werbung