Macs mit ARM-Prozessoren: Was dafür spricht – und was dagegen

Florian Matthey 9

Seit es Apples eigene ARM-Prozessoren zumindest mit schwächeren MacBook-Chips aufnehmen können, gibt es immer wieder Spekulationen um Macs mit ARM-Chips. Doch es gibt gewichtige Gründe, die dagegen sprechen.

Macs mit ARM-Prozessoren: Was dafür spricht – und was dagegen

Es wäre an der Zeit für einen Switch

Der langjährige Mac-Experte Jason Snell hat sich in einem Beitrag für die Macworld über die Möglichkeit eines Wechsels hin zu ARM-Prozessoren in Macs geäußert. Er erklärt vorne weg, dass der Zeitpunkt eigentlich passen würde: 1994 wechselte Apple nach zehn Jahren von Motorolas 680×0-Chips zu PowerPC-Prozessoren, 2005/2006 vom PowerPC zu Intel-Chips. Nach etwas mehr als zehn Jahren wäre also ein erneuter Architekturwechsel zeitlich passend.

Mehr Batterielaufzeit, weniger Intel-Abhängigkeit

Es gebe auch gute Gründe für einen Wechsel: Apple sei sehr gut darin geworden, leistungsfähige und vor allem effiziente Prozessoren herzustellen. Schon jetzt verkaufe Apple in erster Linie Laptops und weniger Desktop-Rechner, sodass Effizienz sehr wichtig sei. Apple könnte so vielleicht noch dünnere oder gleich dünne Rechner mit mehr Batterielaufzeit herstellen –und würde sich gleichzeitig weniger abhängig von Intel machen.

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Die Schattenseiten: Emulatoren

Hinzu kommen aber gewichtige Gründe gegen einen Wechsel: Mac-Benutzer hätten sich daran gewöhnt, ohne Weiteres auch Windows-Software einsetzen zu können. Die meisten hätten wohl keine Lust mehr auf sehr langsame Emulationen, wie man sie noch aus dem PowerPC-Zeitalter in Form von Virtual PC und SoftWindows kannte.

rosetta apple

Hinzu kommt, dass Apple für den Einsatz von Schnittstellen wie Thunderbolt 3 dann Lizenzgebühren zahlen müsste. Entwickler müssten ihre Apps wie schon beim Wechsel zu Intel-Chips neu kompilieren; ältere Apps, die nicht so schnell ein Update erhalten werden, würden wie Windows-Software einen langsamen Emulator voraussetzen. Auch bei den letzten beiden „Switches“ zu PowerPCs und zu Intel gab es entsprechende Emulator-Lösungen.

Der Hauptgrund: Es lohnt sich nicht

Der wichtigste Grund aber sei: Ein solcher Aufwand würde sich für Apple wohl einfach nicht lohnen. Macs machten nur noch 15 Prozent des Apple-Umsatzes aus, die Plattform sei so, wie sie ist, etabliert. Es wäre ein großer Aufwand, Mac-Prozessoren auf ARM-Basis zu entwickeln, Software anzupassen und Emulatoren zu entwickeln – ohne, dass wirklich eine dringende Notwendigkeit bestehe.

Snell schließt nicht aus, dass er mit seiner Vorhersage falsch liegt. Er würde nur kein Geld darauf verwetten. Allerdings dürfte auch Snell zustimmen, dass Apple selbst sicherlich immer wieder mal mit dem Gedanken spielt – und dass macOS erneut ein „geheimes Doppelleben“ führt, wie Steve Jobs einst die Intel- und PowerPC-Versionen beschrieb, die Apple intern parallel entwickelt hatte. Ohnehin teilen sich macOS und iOS seit jeher einen gemeinsamen Kern. Der Wechsel wäre also durchaus möglich – aber vielleicht eben nicht so sinnvoll.

Quelle: Macworld

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