Mehr Transparenz: Apple im Kampf mit den Behörden

Florian Matthey 3

Behörden versuchen stetig mehr Kontrolle über digitale Kommunikation und digitale Inhalte zu bekommen. Zum Teil kooperieren IT-Unternehmen wie Apple auch mit staatlichen Stellen. Apple möchte bezüglich Behördenanfragen aber mehr und genauere Informationen veröffentlichen.

Mehr Transparenz: Apple im Kampf mit den Behörden
Bildquelle: Holger Eilhard / GIGA.

Apples Arbeit mit Regierungen: Ein gespaltenes Verhältnis

Wenn es um die Zusammenarbeit zwischen Apple und Ermittlungsbehörden geht, denken die meisten sicherlich an den Streit zwischen dem Unternehmen und dem FBI: Das Unternehmen weigerte sich vor zwei Jahren das iPhone 5c des Attentäters von San Bernardino zu modifizieren, um der US-Behörde einen Zugriff auf die gespeicherten Daten zu ermöglichen. Aktuell versucht Apple den Zugriff auf iPhone-Daten mit der Hacking-Box GrayKey, die in Behörden zum Einsatz kommt, zu unterbinden.

Apple: 30.000 Regierungsanfragen zu Benutzerdaten innerhalb von sechs Monaten

Dabei geht es aber in erster Linie darum, dass Apple „Hintertüren“ im Betriebssystem für gefährlich hält, da auch Dritte diese Lücken ausnutzen könnten. Dadurch bestehe ein Risiko für die Daten aller iPhone-Besitzer. Wenn es aber beispielsweise um den Zugriff auf Daten geht, die auf Apples Servern gespeichert sind – also vor allem iCloud-Backups –, arbeitet Apple mit Behörden, die gerichtliche Beschlüsse vorlegen, durchaus zusammen. In Apples jüngstem Transparenzbericht ist zu lesen, dass Apple in der zweiten Jahreshälfte 2017 weltweit fast 30.000 Anfragen erhalten hat, die über 300.000 Geräte betreffen. In 79 Prozent der Fälle habe Apple mit den Behörden kommuniziert.

Apple verspricht mehr Transparenz zu App-Löschungs-Anfragen

Doch den staatlichen Stellen geht es nicht nur um Zugriff auf Benutzerdaten. Gelegentlich wollen sie auch verhindern, dass bestimmte Inhalte überhaupt erst für ihre Bürger erhältlich sind. Das betrifft zunehmend auch Apps – man denke beispielsweise an die Messenger-App Telegram, gegen die der russische Staat seit einiger Zeit vorgeht. Aktuell möchten russische Behörden Apple und Google dazu bewegen, die App komplett zu blockieren und aus dem App Store und Play Store zu entfernen.

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Über solche Behördenanfragen möchte Apple uns in Zukunft genauer informieren. Ab dem Bericht für die zweite Jahreshälfte 2018, der also in einem Jahr erscheinen wird, wird Apple Details zu Regierungsanfragen bezüglich einzelner Apps wegen mutmaßlicher Gesetzesverstöße veröffentlichen.

Das heißt natürlich nicht, dass Apple in diesem Bereich nicht auch weiter mit Regierungen kooperieren wird – erst vor wenigen Tagen hat Apple beispielsweise sämtliche Apps aus dem chinesischen App Store entfernt, die das Voice-over-IP-Framework CallKit verwenden. In Zukunft werden wir aber eben genauere Details zu solchen Vorgängen erhalten. Ist euch diese Haltung von Apple wichtig?

Quelle: ZDNet via 9to5Mac

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