Nach iPhone und iPad: Diese Revolution plant Apple für 2020

Florian Matthey

Zehn Jahre nach dem ersten iPhone und sieben Jahre nach dem ersten iPad warten wir auf die nächste große Revolution aus Cupertino. Langsam zeichnet sich ab, welches Produkt das sein könnte – und auch, dass wir noch bis 2020 warten müssen.

Apples „Next big thing“ ist eine AR-Brille

Schon seit einiger Zeit geistert eine Augmented-Reality-Brille von Apple durch die Gerüchteküche. Anfang dieses Jahres erklärte ein Blogger sogar, dass Apple diese in Kooperation mit der Carl Zeiss AG noch 2017 veröffentlichen wolle – daraus ist bekanntlich nichts geworden (es sei denn Apple überrascht uns noch). Kürzlich erklärte Apple-CEO Tim Cook, der in fast jedem Interview von Augmented Reality schwärmt, dass die Technologie für eine qualitativ hochwertige AR-Brille „nicht existiere“. Letztendlich dürfte das auch der Grund sein, warum Google sein Projekt Google Glass auf Eis gelegt hat – was sich Google seinerzeit darunter vorstellte, seht ihr in diesem Video:

Google Glass: One day... [2012].

Dass die Technologie – noch! – nicht vorhanden ist, heißt natürlich nicht, dass Apple nicht schon länger daran arbeitet. Im Gegenteil: Das Erfolgsmodell des iPad und vor allem des iPhone war ja, dass Apple nicht versucht hat, eine komplett neue Produktkategorie zu erschaffen, sondern aktuelle Technologien verwendete, um erstmals ein qualitativ hochwertiges und attraktives Tablet und Smartphone herzustellen. Cook scheint hier eine ähnliche Strategie zu verfolgen: AR-Headsets wie Microsofts HoloLens gibt es bereits. Jetzt muss nur jemand ein Produkt gestalten, das den Massenmarkt erobern kann. Und die Schwärmerei des Apple-CEO über AR spricht ohnehin Bände.

Apple-AR-Brille soll 2020 erscheinen

Die üblicherweise gut informierten Quellen von Bloomberg wollen erfahren haben, dass Apple hofft, bis Ende 2019 die Technologie für das Headset bereit zu haben, um es dann im Jahr 2020 veröffentlichen zu können. Dabei handele es sich aber um einen sehr ambitionierten Plan, der sich noch ändern könne.

Wie Benutzer die Apple-Brille bedienen werden, sei aktuell noch unklar: Apple denke über Touchscreens, Siri-Befehle und Kopfbewegungen nach. Apples Ingenieure führten aktuell Tests mit Prototypen für Einsatzbereiche wie Apple-Karten, das Versenden von Nachrichten, virtuelle Meetings und 360-Grad-Videos durch. Für manche der Tests verwende Apple aktuell noch (VR-)Headsets anderer Hersteller wie HTC Vive und Oculus Rift.

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Auf macOS, iOS, tvOS und watchOS folgt „rOS“

Apple bereite auch schon ein ganz eigenes Betriebssystem für die Apple-Brille vor: „rOS“. Das „r“ steht für „Reality“, die Basis des Betriebssystems soll dieselbe wie bei aktuellen Apple-Betriebssystemen sein. Geoff Stahl, bisher einer der Softwaremanager im Bereich Spiele und Grafik im Unternehmen, soll einer der Direktoren der rOS-Softwaregruppe sein. Wenig überraschend soll vor allem das Team hinter Apples Augmented-Reality-Schnittstelle ARKit an der Brille und rOS arbeiten. Fürs rOS soll es dann auch einen eigenen App Store geben.

Wie die Apple-Brille letztendlich aussehen wird und ob sie uns wirklich schon 2020 erreicht, bleibt abzuwarten. Denkbar ist natürlich auch, dass Apple die Pläne irgendwann wieder auf Eis legen wird – man denke beispielsweise an den Apple-Fernseher. Allerdings ist Augmented Reality wohl erst wirklich sinnvoll, wenn Menschen die veränderte Realität wirklich als Realität wahrnehmen und dafür nicht auf ein Smartphone-Display blicken müssen. Die Apple-AR-Brille wäre daher letztendlich nur logisch.

Quelle: Bloomberg via MacRumors

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