NSA-Anwalt: Apple und Co. wussten über Abhörvorgänge Bescheid [Update]

Julien Bremer 11

Alle großen Technikkonzerne wüssten über die Vorgänge der NSA Bescheid. Das berichtet The Guardian. Dabei beruft sich das Blatt auf Aussagen des Chefanwalts der National Security Agengy (NSA), Rajesh De.

Wie Electronista berichtet, trifft sich Präsident Obama heute mit den führenden Köpfen der Technik- und Internetfirmen. Das Treffen findet 21 Uhr MEZ statt. Es wird dabei vermutlich um die NSA-Affäre und Privatsphäre im Internet gehen. Wer genau am Treffen teilnimmt, ist im Vorfeld noch nicht bekannt.

Ursprüngliche Meldung vom 21.03.2014 um 09:42 Uhr:

Nachdem Edward Snowden die Überwachungstechniken der Geheimdienste enthüllte ist das Thema Überwachung in aller Munde. Auch Technikkonzerne sind in Missgunst geraten. Bauen sie doch die Geräte, die abgehört oder überwacht werden.

Nach den Enthüllungen versicherten viele der Unternehmen, zuvor nichts vom Abhörprogramm gewusst zu haben, das später unter dem Namen PRISM bekannt wurde. Auch von Apple war zu hören, dass sie noch nie von PRISM gehört hätten. Die Unternehmen betonten daraufhin in diversen PR-Kampagnen, mit den Daten der Kunden sehr sorgsam umzugehen und der Sicherheit höchste Priorität einzuräumen.

Bei einer Anhörung vom unabhängigen Kontrollausschuss klärte der NSA-Anwalt Rajesh De auf, dass sämtliche Technikkonzerne von dem Vorgehen gewusst haben. Auf die Frage, ob die Daten mit vollständigem Wissen und der Hilfe der betroffenen Unternehmen gesammelt worden seien, antwortete er mit Ja.

Die Rechtsgrundlage für PRISM ist der Abschnitt 702 des im Jahre 2008 verabschiedeten US-Gesetzes FISA Amendment Act. Dieser erlaubt es der NSA, Mail-, Telefon-, und weiteren Kommunikationsverkehr aufzuzeichnen. Jede Datensammlung dieser Art sei gerichtlich angeordnet worden, also wurden auch die Unternehmen zwingend darüber informiert.

Wenn die Unternehmen versicherten, von PRISM noch nie etwas gehört zu haben, müssen sich nicht unbedingt gelogen haben. So wurde das Programm nur in internen Regierungskreisen genannt. Erst durch die Enthüllungen von Edward Snowden gelang der Name an die Öffentlichkeit. Über Abhörvorgänge wüssten die Konzerne allerdings auf jeden Fall bescheid, versicherte De.

Bislang hat noch kein Unternehmen zu diesen Äußerungen Stellung genommen. Wer nun die Wahrheit sagt, ist nur schwer zu durchschauen. Allerdings ist es auch nicht besonders glaubwürdig, dass die Unternehmen überhaupt gar nichts von den Praktiken de NSA gewusst haben wollen.

Bild: Photo of the NSA via shutterstock

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