NSA-Skandal: Apple und Co. richten offenen Brief an US-Senat

Julien Bremer 1

In einem offenen Brief richten sich neun Chefs von US-Technikunternehmen an den Staat. Sie fordern die Regierung dazu auf, mehr gegen die Überwachung zu unternehmen und Schritte einzuleiten, die das Vertrauen von Privatpersonen steigern sollen.

NSA-Skandal: Apple und Co. richten offenen Brief an US-Senat

Technikunternehmen stehen bekanntermaßen in einem harten Wettbewerb. Sie konkurrieren mit vielen ihrer Innovationen und Produkte gegeneinander oder werfen sich gegenseitigen Ideendiebstahl vor, der dann in Patentstreits endet.

Doch seit ein paar Monaten arbeiten die Technikkonzerne in wenigen Bereichen zusammen und ihre Forderungen richten sich an einen gemeinsamen „Gegner“ – den US-Staat. Der Anlass dafür ist, wie könnte es anders sein, die NSA-Affäre. Im Rahmen des Überwachungsskandals mussten Apple, Google und Co. einen massiven Vertrauensverlust bei den Nutzern/Kunden hinnehmen. Nun versuchen sie mit solchen Aktionen das Vertrauen der Anwender zurückzugewinnen.

Die Chefs von neun Technikunternehmen wenden sich in einem offenen Brief an den US-Senat. Darin forderten sie die Regierung auf, mehr Rechte für die Nutzer einzuräumen. Der kürzlich verabschiedete „Freedom Act“ reiche bei weitem nicht aus. Das Gesetz verhindere beispielsweise nicht das Erfassen von Metadaten des E-Mail-Verkehrs (an wen geht die Mail, von wem kommt die Mail).

Weiterhin fordern sie die Politiker auf, die Nutzer darüber zu informieren, wenn Informationen über sie von staatlicher Stelle angefordert werden. Der NSA-Skandal hat das Vertrauen nachhaltig zerstört und es liegt an der Regierung, dieses wieder herzurichten. Deswegen sei die Errichtung unabhängiger Kontrollen unausweichlich. Auch die Überwachungsaktivitäten sollen so eingeschränkt werden, dass sie im Verhältnis zu potentiellen Gefahren stehen.

Unterschrieben wurde der Brief von folgenden CEOs:

  • Tim Armstrong, AOL
  • Tim Cook, Apple
  • Drew Houston, Dropbox
  • Mark Zuckerberg, Facebook
  • Larry Page, Google
  • Jeff Weiner, LinkedIn
  • Dick Costolo, Twitter
  • Satya Nadella, Microsoft
  • Marissa Mayer, Yahoo!

Quelle: reformgovernmentsurveillance.com
Bild via shutterstock

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