Ökonom: Apple in größeren Schwierigkeiten als Microsoft

Florian Matthey

Microsoft ist spätestens seit der Ankündigung des CEO Steve Ballmer, er werde sich im nächsten Jahr zurückziehen, im Umbruch. Ein Ökonom glaubt, dass Apple jedoch in noch größeren Schwierigkeiten steckt.

Ökonom: Apple in größeren Schwierigkeiten als Microsoft

Der Ökonom Paul Krugman hat sich in einer New-York-Times-Kolumne zur Situation von Apple und Microsoft geäußert. Krugman räumt ein, kein IT-Experte zu sein, weshalb das, was er sagt, vielleicht für viele recht offensichtlich sei.

Seine These: Die aktuelle Situation, in der sich Apple befinde, sei auf den ersten Blick vergleichbar mit der in den 1980er Jahren. Damals hatte Apple ein besseres Betriebssystem als Windows im Angebot, das es aber nur für Apple-eigene Geräte und somit zu einem höheren Preis gab.

Dass sich Apple damit gegen Microsofts Konkurrenzprodukt Windows nicht durchsetzen konnte, ist bekannt: Viele Kunden entschieden sich für das günstigere Produkt, und aufgrund der größeren Verbreitung zog es dann immer mehr Leute in die Windows-Welt.

Auch im Smartphone- und Tablet-Zeitalter sei Apple wieder das einzige Unternehmen, das Geräte mit dem iOS zu einem vergleichsweise hohen Preis anbiete. Ein Vorteil sei aktuell gegenüber der Konkurrenz die größere Zahl an Apps. Allerdings sei, so zumindest Krugmans Einschätzung, der Qualitätsvorteil des iOS gegenüber Android nicht mehr so groß.

Ärgerlich am iOS sei auch, dass dahinter die Philosophie Steve Jobs‚ stecke: Der frühere Apple-CEO meinte, so Krugman, zu wissen, was gut für die Kunden sei. „Atypische“ Kunden müssten mit dem iOS kämpfen um das zu tun, was sie sich wünschen - beispielsweise möchte Krugman Kategorien für heruntergeladene YouTube-Videos anlegen, was auf einem Android-Tablets dank der einfachen Ordnerstruktur viel simpler sei.

Letztendlich würde die Zahl der Verkaufsargumente für iOS-Geräte also sinken. Und das könne für Apple ein größeres Problem als die Probleme, in denen Microsoft steckt: Microsoft sei immerhin noch die klare Nummer eins im PC-Markt, und „konservative“ IT-Spezialisten würden sich lange Zeit dagegen entscheiden, auf ein anderes System umzustellen.

Die Apple-Kundschaft bestehe jedoch in erster Linie aus Verbrauchern, die sich impulsiv auch für andere Geräte entscheiden könnten - so dass Apples Erfolge viel schlagartiger zu Ende gegen könnten als Microsofts.

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