Pegatron-Arbeitsbedingungen: Tim Cook "zutiefst gekränkt" durch BBC-Bericht

Florian Matthey 7

Die BBC hat kürzlich eine Dokumentation über mutmaßlich schlechte Arbeitsbedingungen bei Apples Partner Pegatron ausgestrahlt. Apple hat mit recht drastischen Worten reagiert: Tim Cook und Jeff Williams zeigen sich in einer Stellungnahme „zutiefst gekränkt“.

Pegatron-Arbeitsbedingungen: Tim Cook "zutiefst gekränkt" durch BBC-Bericht

Die BBC zeigte Ende letzter Woche eine Dokumentation, die sich den Arbeitsbedingungen des Apple-Partners Pegatron in China widmet. Pegatron stellt unter anderem das iPhone für Apple her.

Die BBC berichtet unter anderem, herausgefunden zu haben, dass Pegatrons Mitarbeiter länger als erlaubt arbeiten müssen, zu Nachtschichten gezwungen werden, dass Pegatron als Druckmittel ihre Personalausweise konfiziert und dass die Angestellten so überarbeitet sind, dass sie am Fließband einschlafen. Auch gebe es Hinweise, dass Zinn, das Apple für seine Produkte bezieht, aus Minen in Indonesien stammt, die illegal Kinder beschäftigen, deren Gesundheit durch schlechte Arbeitsbedingungen bedroht werde.

Die britische Zeitung Telegraph hat ein internes Memo veröffentlicht, das von Apples Operations-Senior Vice President Jeff Williams stammt, der auch für CEO Tim Cook spricht.

Sowohl er als auch Cook seien „zutiefst gekränkt“ („deeply offended“) durch den BBC-Bericht - vor allem aus dem Grund, dass Apple auf Anfragen der BBC Informationen weitergegeben habe, die die BBC für die Dokumentation nicht verwendet habe. Insbesondere impliziere der Bericht, dass Apple sich nicht um die Verbesserung der Bedingungen bemühe. „Lasst mich euch sagen, nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein“, so Williams.

Was die Situation in Indonesien betreffe, räumt Williams ein, dass dort beim Zinn-Abbau tatsächlich Kinderarbeit unter schwierigen Bedingungen vorkomme. Apple könnte, so Williams, die Situation einfach dadurch lösen, dass das Unternehmen kein Zinn mehr aus Indonesien bezieht. Das sei die einfache Lösung, durch die sich aber nicht viel verändern würde, da Apple nur einen Bruchteil des indonesischen Gesamtvolumens beziehe. Stattdessen habe sich Apple dafür entschieden, weiterhin Zinn aus Indonesien zu beziehen, um sich dort auch für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen einsetzen zu können.

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