Persönliche Daten: Das weiß Apple über dich

Holger Eilhard 16

Apple besitzt — wie auch Google oder Facebook — eine Reihe von persönlichen Informationen über jeden Benutzer, der eine Apple ID besitzt. Nach dem Download dieser Daten zeigt sich jedoch, wie wenig Apple wirklich über seine Nutzer weiß und tatsächlich nur das Nötigste speichert.

Persönliche Daten: Das weiß Apple über dich
Bildquelle: GIGA.

Datenschutz bei Apple: Nur wenige Informationen über die Nutzer auf den Servern

Die Kollegen von USA Today wollten herausfinden, welche Daten Apple konkret über seine Nutzer weiß und haben daher eine Anfrage bei dem iPhone-Hersteller gestartet. Das Ergebnis war überraschend — insbesondere im Vergleich zu anderen Unternehmen wie Google oder Facebook. Umfassten die über den Journalisten Jefferson Graham (USA Today) gespeicherten Dokumente bei Google 243 MB und bei Facebook gar stattliche 881 MB, war das Paket von Apple geradezu winzig. Der iPhone-Hersteller hatte nur 9 MB an Informationen über ihn.

Entsprechend schnell stellte sich auch heraus, dass die gesammelten nutzerbezogenen Daten nur wenige Highlights beinhalten. Dazu gehörten in diesem Fall die Downloads im App Store und iTunes, sowie eine Auflistung der Reparaturfälle. So wird etwa neben den Namen der Apps oder Songs auch das entsprechende Kaufdatum gelistet.

Hinzu kommen Informationen, wann ein Gerät gesichert wurde und wann man Bilder zu iCloud Fotos hinzugefügt hat. Wenig überraschend war Apple auch die E-Mail-Adresse und der Wohnort des Nutzers bekannt.

Siri lernt durch alle Nutzer, kann sie aber nicht identifizieren

Nicht vorhanden sind aber Anfragen, die man an Siri gestellt hat. Der Grund hierfür ist einfach: Apple erfastt nur, dass ein Nutzer zum Beispiel nach dem Weg zum Kino gefragt hat, speichert aber nicht, welche Person es konkret war. Eine Verknüpfung zwischen Anfrage und dem Nutzer, der diese gestellt hat, gibt es nicht. Ähnliches gilt auch für die Browser-Historie in Apples Safari. Diese Daten werden in diesem Fall lediglich auf dem verwendeten Gerät gespeichert.

Insgesamt bestätigt das Ergebnis von USA Today, dass Apple nicht daran interessiert ist, alle erdenklichen Informationen über seine Nutzer zu speichern. Wir haben ebenfalls eine entsprechende Anfrage beim iPhone-Hersteller aus Cupertino gestellt und warten derzeit auf die Reaktion von Apple.

Hier sind 11 Fakten über Apple, die ihr vielleicht noch nicht kanntet.

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10 +1 krasse Fakten über Apple!

Persönliche Daten: So bekommst du die Daten von Apple

Im Vergleich zum Download der persönlichen Daten bei Facebook oder bei Google ist die Vorgehensweise bei Apple etwas komplizierter. Schaffte man es bei Google und Facebook innerhalb weniger Klicks den Download anzustossen, steht bei Apple bislang lediglich ein Kontaktformular zur Verfügung.

Nach dem Öffnen des Formulars müsst ihr als Thema „Datenschutzprobleme“ auswählen. Danach fragt euch Apple nach eurer Region und weiteren Details. In dem Kommentarfeld müsst ihr dann die Anfrage zu euren bei Apple gespeicherten persönlichen Daten mitteilen. Hier könnt ihr euch beispielsweise an dem Muster von Netzpolitik.org orientieren.

Nach der ursprünglichen Anfrage erhielt USA Today noch weitere Fragen durch einen Apple-Mitarbeiter, um sicherzustellen, dass die Anfrage von der korrekten Person stammt. So fragte Apple nach der Adresse, Telefonnummer, der Seriennummer des iPhone und weiteren persönlichen Daten. Derartige Fragen stellen Google oder Facebook nicht, entsprechend schneller ist daher auch die Reaktion bei den beiden Unternehmen. Von Anfrage bis zur Zustellung der Informationen dauerte im Fall der Journalisten von USA Today bei Apple acht Tage; bei der Konkurrenz geschieht dieser Vorgang in wenigen Stunden.

Quelle: USA Today

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