Etwas überraschend kam Anfang der Woche die Meldung, dass Apple-Zulieferer GT Advanced Insolvenz angemeldet hat. Allmählich kommen weitere Hintergründe ans Licht. Die Apple Watch sei nicht von der Zahlungsunfähigkeit betroffen, zukünftige iPhones aber schon.

Wie das Wall Street Journal berichtet, soll Apple eine noch ausstehende Zahlung an GT Advanced nicht getätigt haben. Der Tech-Riese aus Cupertino betreibt gemeinsam mit dem Spezialisten für Saphirproduktion eine neu errichtete Fabrik in Arizona. Dafür gewährte Apple seinem Partner einen Kredit in Höhe von 578 Millionen US-Dolllar. Doch 139 Millionen Dollar aus dieser Vereinbarung soll Apple nicht an GT Advanced gezahlt haben. Die Gründe für die ausstehende Zahlung sind unklar. Aber Apple könnte damit sogar einen Anteil an der Insolvenz seines Partners haben.

Außerdem schreibt das WSJ, dass der CEO von GT Advanced, Tom Gutierrez, einen Tag vor der Vorstellung der neuen iPhones ein Aktienpaket in Höhe von 160.000 Dollar abgestoßen hat. Zwar sei der Verkauf laut des Unternehmens bereits seit März dieses Jahres geplant, einen faden Beigeschmack hinterlässt die Sache ob des ungünstigen Timings aber dennoch. Nur einen Tag später war das Apple Event und es wurde klar, dass die iPhone-Displays nicht aus Saphir bestehen, anders als im Vorfeld spekuliert wurde. Daraufhin fiel die Aktie um 13 Prozent.

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Pleite von GT Advanced wirft Forschung an iPhone-Displays zurück

Nach Aussagen des Analysten Ming-Chi Kuo von KGI Securities (via 9to5mac) wird die Produktion für die Apple-Watch-Displays nicht von der Insolvenz beeinträchtigt sein. Sollte GT Advanced diese allerdings nicht abwenden können, habe dieser Fall einen erheblichen Einfluss auf Apples Bemühungen, Saphir in iPhone-Displays zu verwenden.

Laut des Analysten hat sich Apple GT Advanced als Partner ausgesucht, weil es der einzige Hersteller von Saphir ist, der auch in der Lage sei, den hohen Anforderungen in Cupertino bei größeren Displays aus Saphir gerecht zu werden. Bei kleineren Saphir-Displays oder -Abdeckungen, wie bei der Apple Watch oder dem Home Button, gibt es mehrere Hersteller, die in der Lage sind, das Material bereitzustellen. Für Apples Forschung mit Saphir-Displays würde ein Aus von GT Advanced hingegen einen herben Rückschlag bedeuten.