Nach einem dänischen und niederländischen Gericht hat jetzt auch ein weiteres Gericht in einem europäischen Land entschieden, dass Apple defekte Geräte von Verbrauchern nur gegen komplett neue Geräte austauschen darf.

iPad Pro 9,7 Zoll im Test

Ein niederländisches Gericht gab einer Apple-Kundin in einem Streit mit dem Unternehmen recht. Sie hatte im Jahr 2015 ein iPad Air 2 mit AppleCare+ gekauft – wobei letzteres wohl keine Rolle spielt, da sie bereits nach vier Monaten ein Problem mit ihrem Gerät bekam: Wi-Fi-Verbindungen funktionierten nicht mehr zuverlässig. Sie ließ das Gerät von Apple austauschen.

Sie bekam aber kein neues iPad Air 2, sondern ein „neu aufgebautes“ („remanufactured“) Modell. Hierbei handelt es sich anders als bei „generalüberholten“ („refurbished“) Geräten um von Apple komplett neu aufgebaute Geräte, die laut Apple die gleichen Qualitätsanforderungen wie ein komplett neues Gerät erfüllen müssen. Dennoch war die Kundin nicht zufrieden und forderte ein neues Gerät. Das niederländische Gericht gab ihr nun Recht: Apple müsse ihr ein neues Gerät geben und außerdem 100 Euro für jeden Tag seit dem Tag bezahlen, an dem das Unternehmen ein neues Gerät verweigert hatte.

Der Fall erinnert an sehr ähnliche Entscheidungen eines niederländischen Gerichts und eines dänischen Gerichts, wobei sich diese auf generalüberholte iPhones bezogen. Letztendlich ist die Rechtsprechung des niederländischen Gerichts jetzt also noch strenger.

Die Entwicklung könnte auch für deutsche Benutzer interessant werden: Das Kaufrecht für Verbraucher ist sehr stark durch europäische Richtlinien geprägt. Sollte ein europäisches Gericht, das einen ähnlichen Fall zu entscheiden hat, eines Tages auf die Idee kommen, dass eine entsprechende Auslegung europarechtlich vorbestimmt ist und die Frage dem Europäischen Gerichtshof vorlegen, dann wäre eine entsprechende Auslegung de facto für alle Gerichte in EU-Mitgliedsstaaten bindend – also auch im deutschsprachigen Raum.

Quelle: Tweakers via Mac Rumors