Rückschlag für Apple: Neues UK-Gesetz soll Zugang zu verschlüsselten Daten ermöglichen

Florian Matthey 10

Im Streit zwischen Apple und Regierungen um die Verschlüsselung von iOS-Geräten könnte Apple ein herber Rückschlag ins Haus stehen: Ein neues britisches Gesetz soll es IT-Unternehmen vorschreiben, einen Schlüssel für sämtliche Geräte bereitzuhalten.

Rückschlag für Apple: Neues UK-Gesetz soll Zugang zu verschlüsselten Daten ermöglichen

Ist ein iPhone oder iPad mit einem Passcode- oder Touch-ID-Schutz versehen, dann sind sämtliche Daten auf dem Gerät verschlüsselt – und zwar so, dass eine Entschlüsselung nur mit dem Passcode oder eben dem Fingerabdruck des Benutzers möglich ist. Auch für Apple besteht keine Möglichkeit der Entschlüsselung. Eben das ist Behörden schon länger ein Dorn im Auge – sie meinen, dass es aus Sicherheitsgründen möglich sein muss, in bestimmten Fällen mit Hilfe des Herstellers an die Daten zu kommen.

Als Beispiel nennen Behördenvertreter gerne Strafverfolgungsmaßnahmen. Apple hingegen will die Daten seiner Benutzer effektiv schützen: Tim Cook erklärte seine Bedenken mehrfach mit der Analogie dass dann, wenn man einen Haustürschlüssel irgendwo verstecke, auch immer ein Dieb diesen Schlüssel finden könnte.

Dass gerade die britische Regierung nicht viel von Apples Verschlüsselungspolitik hält, ist bekannt: Schon Anfang des Jahres erklärte der Premierminister David Cameron, dass er im Falle einer Wiederwahl keine Ende-zu-Ende-verschlüsselte Kommunikation wie mit WhatsApp, Threema und iMessage erlauben werde.

Der Gesetzesentwurf, den die Regierung nach Angaben des Telegraph am morgigen Mittwoch vorlegen will, beschäftigt sich zwar nicht mit der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, wohl aber mit der Verschlüsselung auf Mobil-Geräten gespeicherter Daten. Nach dem neuen Gesetz sollen Hersteller immer dann, wenn sie Verschlüsselung anbieten, auch für jedes verschlüsselte Gerät selbst einen „Schlüssel“ bereithalten. Außerdem sollen sie Browser-Verlaufsdaten sämtlicher Benutzer für ein Jahr speichern müssen.

Inwieweit das Gesetz auch außerhalb Großbritanniens zumindest mittelbar Wirkung entfalten würde, bleibt abzuwarten. Für Apple und Co. wäre es sicherlich nicht trivial, nur für britische Geräte Schlüssel – die das Unternehmen zunächst identifizieren müsste – bereit zu halten, nicht aber für den Rest der Welt. Apple selbst hat sich zu dem Vorhaben noch nicht geäußert; dies könnte sich aber nach der offiziellen Verkündung am Mittwoch ändern.

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* Werbung