Rührende Rettungsaktion: Kult-Computer Apple I mithilfe des iPads zum Leben erweckt

Florian Matthey 1

1976 veröffentlichte Apple seinen ersten Computer – den Apple I. Ein Ex-Microsoft-Manager hat jetzt eines der wenigen Exemplare trotz eines Defekts wieder zum Laufen gebracht – unter anderem mit der Hilfe eines iPad.

Rührende Rettungsaktion: Kult-Computer Apple I mithilfe des iPads zum Leben erweckt
Bildquelle: Jimmy Grewal.

Apple I: Funktionsfähige Geräte sind echte Rarität

Der Apple I wirkt im Vergleich zu heutigen Verhältnissen wie ein Computer aus der Steinzeit: Apple verkaufte den Rechner ohne ein Gehäuse, die Besitzer mussten sich Tastatur und winzige zweifarbige Röhrenbildschirme selbst besorgen. Als Datenträger kamen unter anderem Magnetband-Kassetten zum Einsatz.

Das Gerät hat aufgrund seines legendären Status allerdings einen riesigen Sammlerwert: Apple stellte seinerzeit selbst nur 200 Exemplare her, von denen rund 70 überlebt haben sollen. Wirklich „überlebt“ haben auch viele von diesen jedoch nicht, die allermeisten sind defekt. Die Zahl der funktionierenden Exemplare soll im einstelligen Bereich liegen, sodass ihr Wert besonders hoch ist: Vor einigen Jahren erzielte ein funktionierender Apple I bei einer Auktion 900.000 US-Dollar.

Ex-Microsoft-Manager restauriert Apple I

Der Microsoft-Programm-Manager Jimmy Grewal hat kürzlich einfach mal einen Apple I ersteigert, bei dem unklar war, ob er noch funktionsfähig ist – sein Ziel war, ihn irgendwie wieder zum Laufen zu bekommen. In einem ausführlichen Video berichtet er von seiner Arbeit mit dem Gerät.

Bei der Reinigung der Platine fiel Grewal schnell auf, dass er Glück hatte: Teile dessen, was wie Korrosion aussah, war letztendlich nur um Rückstände von anti-statischem Schaummaterial handelte, das sich entfernen ließ. Das Board ließ sich daher schnell anschalten, allerdings passierte zunächst erst einmal nichts – was allerdings nicht an dem Apple I selbst, sondern an der mit ersteigerten Apple-II-Tastatur lag.

iPad Pro simuliert Daten-Kassette

An den RAM-Modulen befand sich etwas Korrosion, die sich aber ebenfalls entfernen ließ. Dann funktionierte der Apple I tatsächlich – allerdings fehlte für das Verwenden vorprogrammierter Software eine wichtige Komponente: der Kassettenspieler. Für diesen verwendete Grewal einfach ein iPad Pro, das akustische Signale an den Apple I ausgibt, um über ASCII-Textzeichen ein Bild des Apple-Mitgründers Steve Wozniak zu generieren.

Ein iPad Pro, das einem Apple I hilft – schöner kann man der Apple-Geschichte wohl kaum Tribut zollen; auch wenn man ein früherer Microsoft-Manager ist. Grewal zeigt auch ein Gespür dafür, wo ein funktionierender Apple I hingehört: Er will den Rechner nicht bei sich zu Hause lassen, sondern möchte ihn in Dubai an einem Ort ausstellen, wo die Öffentlichkeit ihn bewundern kann.

Quelle und Bildquelle: Jimmy Grewal via 9to5Mac

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