Schlimmer Vorwurf: iPhone 6 hat kanadischer Familie die Existenz geraubt

Holger Eilhard 4

Wieder einmal sorgt ein Brand, der durch ein iPhone 6 entstanden sein soll, für Aufsehen. Diesmal soll ein Haus in Kanada dem Smartphone zum Opfer gefallen sein. Und Apple zeigt sich wenig hilfsbereit.

Schlimmer Vorwurf: iPhone 6 hat kanadischer Familie die Existenz geraubt
Bildquelle: Cathy und Ian Finley.

Am 11. Oktober 2016 verbindet Cathy Finley ihr nur drei Monate altes iPhone 6 mit dem Ladegerät und legt es auf einem Ledersessel im Wohnzimmer des Bauernhauses in Langley, British Columbia, zum Laden ab. Laut Heise soll es sich um ein Original-Netzteil gehandelt haben. Nur wenig später bemerkt die Frau, die das Haus verlassen hatte, um ihre Tiere zu füttern, dass Rauch aus dem Haus aufsteigt. Sie konnte noch die Tür öffnen, aber das Gebäude war bereits mit Rauch gefüllt.

Da ihr Telefon im Haus war, musste Frau Finley zu den Nachbarn eilen, um die Feuerwehr zu rufen. Aufgrund der Hitze und des Rauchs konnte diese das Haus aber nicht retten. Zum Glück befand sich niemand anderes im Gebäude – ihr Mann war bei der Arbeit, ihre beiden Töchter in der Schule.

Der Brandherd war laut dem Feuerwehrbericht vom 13. Oktober 2016 der Ledersessel, auf dem das iPhone 6 gefunden wurde. Gegenüber der kanadischen Rundfunkanstalt CBC sagte der Langleys Fire Prevention Officer Captain Ken Strand aber, dass eine offizielle Brandursache nicht bestimmt werden konnte. „Das Smartphone lag auf einem brennbaren Untergrund, während es geladen wurde. Es war in der Nähe des Brandherds, konnte aber als Ursache des Brandes weder ausgeschlossen noch bestätigt werden“, so Strand. Es ist damit weiterhin unklar, wie genau das Feuer entstanden ist.

Kontaktaufnahme mit Apple – ohne Ergebnis

Die Verhandlungen mit der Versicherung dauern ein Jahr. Die Finleys erhalten 600.000 kanadische Dollar, um im August 2017 mit dem Bau eines neuen Hauses zu beginnen. Aufgrund des Ausfalls der Einnahmen ihren Betriebs fehlen der Familie aber weitere 600.000 Dollar.

Ende Februar 2017 versuchte die Familie bereits Kontakt mit Apple aufzunehmen, um möglicherweise Hilfe vom Unternehmen aus Kalifornien zu erhalten. Trotz Aussagen der Mitarbeiter, dass man sich dem Problem annehmen will, blieb der iPhone-Hersteller still.

Ein weiteres Jahr später ging die Familie nun an die Öffentlichkeit und hofft, so Druck auf Apple auszuüben. Eine Petition hat mittlerweile 2.138 Unterschriften gesammelt. Dort hat die Familie auch die Kommunikation inklusive einiger Telefonanrufe mit Apple verlinkt.

Apple konnte iPhone oder Ladegerät nicht selbst untersuchen

Die Familie sagt, dass durch die Probleme zwischen der Versicherung und Apple eine mögliche Lösung immer weiter verzögert wird. Das betroffene iPhone ist im Besitz eines privaten Forensikunternehmens, das für die Feuerwehr arbeitet. Apple hatte bislang keine Gelegenheit, das iPhone oder das Ladegerät selbst zu untersuchen und will unter anderem daher öffentlich keine Stellung nehmen.

Im vergangenen Januar soll ein Anwalt des Unternehmens gesagt haben, dass der Fall innerhalb von fünf Wochen geklärt sein würde. Dieser Termin ist aber erneut verstrichen, sodass eine Lösung weiterhin offen ist.

Quellen: CBC, Heise

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