Schluss mit festverbauten Akkus? US-Gesetzentwurf nimmt Apple, Samsung und Co. ins Visier

Thomas Konrad 6

Smartphone-Hersteller erschweren es Kunden und Servicekräften zunehmend, den Akku auszutauschen. Dafür werden die Geräte immer dünner. Damit könnte bald Schluss sein: Grund ist ein neuer Gesetzentwurf in den USA.

US-Gesetzentwurf: Kommt jetzt die Akku-Revolution?

Im US-Bundesstaat Washington könnte im Januar 2019 ein neues Gesetz in Kraft treten, das Geräte mit gar nicht oder nur schwer austauschbaren Akkus verbieten will.

Wie das Portal Motherboard berichtet, hat der Gesetzentwurf bereits mehrere Hürden auf dem Weg zum fertigen Gesetz genommen. Anfang des Jahres wurde bekannt, dass Apple ältere iPhone-Modelle mit schwachen Akkus drosselt. Das Mediendebakel darum habe dem Entwurf zusätzlich geholfen, berichtet Motherboard.

Apple sah sich gezwungen, die Preise für einen Akkutausch auf 29 Euro zu senken. Künftig könnte auch das nicht mehr genug sein – zumindest in Washington.

Das würde ein neues Gesetz für Apple, Samsung und Co. bedeuten

In einigen US-Bundesstaaten gibt es bereits Gesetze, die Hersteller dazu verpflichten, Ersatzteile für ihre Geräte bereitzustellen. Das soll auch unabhängige Werkstätten unterstützen, die Geräte verschiedener Hersteller reparieren.

Der neue Gesetzentwurf soll ab 2019 zusätzlich dafür sorgen, dass Akkus auch einfacher auszutauschen sind. iPhones ginge es dann vielleicht an den Kragen: Jeff Moris, der für den Entwurf verantwortlich ist, hält die verklebte Batterie in Apple-Smartphones für eine bewusst platzierte Hürde. Apple versuche damit, die Reparatur zu verhindern, erzählte er Motherboard. Hersteller wie Apple, Samsung und Co. wollten damit erreichen, dass Kunden eher ein neues Gerät kaufen, als das alte reparieren zu lassen. Genau dagegen will Moris mit seinem Gesetz vorgehen.

Das Gesetz wäre auch für zahlreiche andere Geräte ein Problem: Microsofts Surface Laptop ist laut iFixit überhaupt nicht für Reparaturen geeignet. Apples AirPods und andere Drahtlos-Kopfhörer sind in vielen Fällen nicht für Reparaturen geeignet.

Aus der Tech-Industrie gibt es für den Gesetzentwurf keine Unterstützung: 14 Interessengruppen der Branche gehen inzwischen dagegen vor. Es bleibt also spannend, ob und wann das Gesetz in Kraft tritt.

Quelle: Motherboard via MacLife 

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