Sohn attackiert Apple nach dem Tod der Mutter

Sven Kaulfuss 31

Ist Apple schlichtweg gefühlskalt? Den Vorwurf erhebt Josh Grant, nachdem Apple ihm die Herausgabe des Apple-ID-Passworts seiner verstorbenen Mutter verweigert hatte. Ein aktueller Fall, der zum Nachdenken anregt.

Sohn attackiert Apple nach dem Tod der Mutter

Anthea Grand stirbt am 19. Januar 2014 im Alter von 59 Jahren an Krebs. Bis zu ihrem Tod nutze sie eifrig ein iPad und vermachte es zusammen mit ihrem weiteren Nachlass den beiden Söhnen Josh und Patrick Grand. Nach der Beerdigung sahen sich die beiden jedoch mit einem Problem konfrontiert. Ihre Mutter hatte es leider versäumt, ihnen das Passwort der Apple-ID noch vor ihrem Tod zu übergeben. Da Anthea Grand noch das Update auf iOS 7 einspielte und die Funktion des „Activation Lock“ nutzte, lässt es sich ohne die Eingabe der Zugangsinformationen nach einem Zurücksetzen nicht mehr verwenden. Normalerweise ein sinnvoller Schutz gegen Diebstahl und Missbrauch.

Entsperrung des iPads: Nachfrage bei Apple

Die beiden Söhne fragten bei Apple nach. Zunächst wollte der Hersteller eine schriftliche Genehmigung der Mutter. Angesichts des Todes von Anthea Grand ein Ding der Unmöglichkeit. Folgend forderte Apple eine Kopie des Todesscheins, des Testaments und ein anwaltliches Schreiben. Verständlich und soweit nachvollziehbar. Kurz darauf fügte Apple eine weitere Forderung hinzu. Die beiden Söhne sollten des weiteren einen Gerichtsbeschluss zur Entsperrung des iPads vorlegen, unter Bezugnahme des „Electronic Communications Privacy Act“.

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Josh Grant: Jetzt ein enttäuschter Apple-Fan

Ein solcher Gerichtsbeschluss würde Kosten in Höhe von circa 200 Pfund (circa 240 Euro) hervorrufen. Kein sonderlich gutes Angebot für die beiden Söhne, nur um ein gebrauchtes iPad zu reaktivieren. Sie sahen davon ab und zeigten sich enttäuscht von der bürokratischen Vorgehensweise. Übrig bleibt nur ein nutzloser „Briefbeschwerer“. Ausdruck verlieh Josh Grant seiner Stimmung, indem er das Verhalten in seinem Blog anmahnte.

„Ich war schon immer ein Fan von Apple, aber dieser Vorfall hat meine Meinung über sie völlig verändert. Ihr absoluter Mangel an Verständnis und Diskretion, in einer Zeit der großen persönlichen Trauer, ist erstaunlich. Für ein Unternehmen, das die Idee vertritt, wir alle sind Teil einer großen Familie, haben sie sehr kühl gehandelt.“

Rechtlich kann man Apple wohl keinen Vorwurf machen. Erst im Februar änderte man zudem die Geschäftsbedingungen des iCloud-Dienstes. Darin ermahnt Apple, der iCloud-Account wäre nicht übertragbar und alle mit der Apple-ID verbundenen Rechte und Inhalte würden nach dem Tod des Kunden erlöschen.

Dies wirft wiederholt die Frage des Erbrechts bezüglich digitaler Güter und Konten auf. Notgedrungen müssen wir wohl zukünftig entsprechende Zugangsdaten für den Fall unseres Ablebens notariell hinterlegen.

Quelle: The Independent

Bildquelle (Titel): Apple und Safety concept… von shuttestock

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