Strafzölle aufs iPhone: Donald Trump spricht direkt mit Apple-Chef Tim Cook

Holger Eilhard 2

Seit einigen Monaten streiten sich die USA und China um die Einführung etwaiger Strafzölle. Während ein derartiger Handelsstreit weltweite Auswirkungen auf die Smartphone-Lieferungen haben könnte, soll sich die US-Regierung rund um Donald Trump nun dem iPhone-Problem angenommen haben.

Strafzölle aufs iPhone: Donald Trump spricht direkt mit Apple-Chef Tim Cook
Bildquelle: White House/Flickr.

Tim Cook: Apple-CEO als Diplomat zwischen den USA und China

China ist für Apple in zweierlei Hinsicht ein wichtiger Markt. Einerseits findet dort ein Großteil der Fertigung von Apples Hardware statt, andererseits ist China selbst ein großer Abnehmer von iPhone, iPad und Mac. So betreibt Apple mehr als 40 Stores in China. Die Diskussion um mögliche Strafzölle der US-Regierung um Präsident Donald J. Trump hätte damit auch Auswirkungen auf das kalifornische Unternehmen — insbesondere auf das millionenfach verkaufte iPhone.

Apple-CEO Tim Cook soll nun aber von der US-Regierung versprochen worden sein, dass es keine derartigen Strafzölle für den Import des iPhone in die USA geben werde. Gleichzeitig kündigte die Trump-Regierung aber an, dass man eine Liste mit Waren im Wert von 200 Milliarden US-Dollar erstellen werde, die bestraft werden sollen. Diese Maßnahme könnte aber auf der anderen Seite des großen Teichs für Probleme bei Apple sorgen.

Tim Cook findet sich daher immer häufiger nicht nur als CEO von Apple, sondern gleichzeitig auch als Diplomat zwischen den beiden Ländern. So war er in den vergangenen Monaten Gast bei diversen politischen Veranstaltungen in China, um die Beziehungen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping aufrecht zu erhalten. Dabei helfen auch Mitarbeiter von Apples Partner Foxconn.

Gleichzeitig trifft sich Cook mit Vertretern der US-Regierung, darunter natürlich mit Trump selbst aber auch mit anderen Vertretern des White House. Hier machte er klar, dass ein Handelsstreit mit China schlecht für die US-Wirtschaft und Apple sei.

Im iPhone X steckt auch Technologie aus Apples Heimatland, etwa das Glas von Corning aus Kentucky:

iPhone X im Test.

Chinesische Gegenmaßnahmen könnten weltweiten Einfluss auf Apples Lieferungen haben

Die Maßnahmen der US-Regierung — auch wenn sie nicht direkt Apple und das iPhone betreffen — sorgen dafür, dass Apple nun befürchtet ins Visier der chinesischen Regierung zu gelangen. So könnte diese etwa die Zulieferer Apples genauer kontrollieren und damit die Lieferkette verlangsamen oder unterbrechen. Erst diese ermöglicht es mehrere Hundert Millionen von Geräten im Jahr herzustellen, die Apple daraufhin weltweit ausliefert und verkauft. Als Beispiel für derartige Maßnahmen werden etwa „nationale Sicherheitsinteressen“ Chinas genannt.

Sollte die chinesische Regierung derartige Maßnahmen einführen, könnten davon dann aber nicht nur Lieferungen zwischen den USA und China, sondern auch zwischen China und allen anderen Ländern — darunter Deutschland — betroffen sein.

Quelle: The New York Times via heise

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* Werbung