Tim Cook über Apple-Zahlen: Börse hat „überreagiert“, neue Innovationen kommen

Florian Matthey 11

Tim Cook erschien gestern in der Börsensendung CNBC Mad Money. Der Apple-CEO sprach von einer „riesigen Überreaktion“ auf Apples „schwaches“ zweites Geschäftsquartal und kündigte weitere Produktinnovationen an.

Tim Cook über Apple-Zahlen: Börse hat „überreagiert“, neue Innovationen kommen

Tim Cook sprach mit dem CNBC-Mad-Money-Moderator Jim Cramer über Apples zweites Geschäftsquartal 2016, die Reaktion der Börse dadrauf und was von Apple in der Zukunft zu erwarten ist. Das zweite Geschäftsquartal bescherte Apple erneut einen Milliardengewinn, allerdings auch das erste Minus der iPhone-Verkaufszahlen im Vergleich zum Vorjahr seit der Vorstellung des ersten iPhones – sowie das erste Umsatzminus seit 2003. Der Apple-Kurs ließ unmittelbar danach deutlich nach, viele sprachen bereits von einer „Apple-Krise“ – was natürlich angesichts des weiterhin soliden Gewinns und der hohen Gewinnmarge etwas übertrieben wirkt.

Dementsprechend spricht auch Cook von einer „riesigen Überreaktion“ der Börse. Zwar habe Apple die Erwartungen der Wall Street im vergangenen Quartal nicht erreicht. Die Zahlen ließen sich aber vor allem dadurch erklären, dass in diesem Jahr nicht so viele iPhone-Benutzer auf das neue Modell umsatteln, wie dies noch im Vorjahr der Fall war. Der Grund dafür sei wiederum, dass die „Upgrade-Quote“ im vergangenen Jahr ungewöhnlich hoch war, als Apple erstmals iPhones mit größeren Displays im Sortiment hatte. Die „Upgrade-Quote“ sei aber in diesem Jahr immer noch höher als vor zwei Jahren.

Cook betont, dass die Kunden die Produkte liebten und dass die Kundenzufriedenheit und die Kundenbindung höher als jemals zuvor seien. Langfristig sei das für Apple das allerwichtigste.

Der Apple-CEO reagierte auch auf die Behauptung, dass Apple seine Innovationskraft verloren habe – ohne natürlich wirklich konkrete Details über zukünftige Produkte zu nennen. Apple habe „großartige Innovationen in der Pipeline“. Zukünftige iPhones würden bei jedem das Bedürfnis wecken, ein Upgrade durchzuführen. Apple-typisch würden diese Funktionen haben, „ohne die man dann nicht mehr leben kann, von denen man heute aber noch nicht weiß, dass man sie braucht“.

Die Börse interessiert sich besonders für Apples Erfolge in China und zukünftige Wachstumsmärkte – der Investor Carl Icahn hat seine Apple-Aktien bekanntlich wegen Sorgen um Druck durch die chinesische Regierung verkauft. Cook betont, dass in China die Zahl der „Switcher“ von Android-Geräten zu iPhones sehr hoch sei: In der ersten Hälfte dieses Jahres werde sie 40 Prozent höher sein als in der ersten Jahreshälfte 2015. Apple könne also auch dann wachsen, wenn der Smartphone-Markt nicht wächst.

Die Wirtschaft sei in China aktuell nicht so stark wie vor einem Jahr, hinzu kämen Währungsschwankungen. Letztes Jahr habe sich Apple im Vergleich zum Vorjahr um 80 Prozent steigern können. Dieses Jahr habe es ein Minus in Höhe von 7 Prozent gegeben; im Vergleich zu 2014 sei das Plus aber immer noch 70 Prozent.

Ein weiterer wichtiger Wachstumsmarkt sei Indien: Indien werde bis 2022 in Sachen Bevölkerung das größte Land der Welt sein, heute seien 50 Prozent der Bevölkerung unter 25. Die Menschen dort hätten ein großes Bedürfnis, ein Smartphone zu besitzen. Aktuell laufe in dem Land die Einführung von LTE. Der Markt verändere sich dadurch, was ein riesiges Potential bedeute.

Das gesamte Interview gibt es als Aufzeichnung, die oben in zwei Videos eingebunden ist. 9 to 5 Mac bietet außerdem eine Komplett-Mitschrift.

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