So hat Uber Apple veräppelt

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Uber ist für teilweise fragwürdige Geschäftspraktiken bekannt. Eine brachte dem Unternehmen so viel Ärger mit Apple ein, dass Tim Cook dem Uber-CEO Travis Kalanick persönlich damit drohte, die App aus dem App Store zu entfernen.

Uber: Selbstfahrender Volvo in San Francisco.

Uber verstieß gegen Apple-Regeln – und täuschte Apple

Der Fahrdienstleister Uber sorgt immer wieder für Medienaufmerksamkeit – die nicht immer positiv ist. Die New York Times berichtet jetzt in einem längeren Artikel über den Uber-CEO Travis Kalanick über einen bislang unbekannten Vorfall zwischen Uber und Apple. Uber habe mit seiner App nicht nur gegen Apples Datenschutzbestimmungen verstoßen, sondern Apple darüber auch noch getäuscht.

Den Quellen der Zeitung zufolge habe Uber nach einem Weg gesucht, Kunden davon abzuhalten, die Uber-App immer und immer wieder neu zu installieren, um kostenlose Fahrten für Neukunden in Anspruch zu nehmen. Diesen Trick sollen auch Uber-Fahrer in China ausgenutzt haben, um sich selbst zu „bezahlen“. Das Problem für Uber war: Wenn jemand die App löscht, bleibt auf dem iPhone keine Uber-Software zurück.

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Uber wollte Neuinstallationen für kostenlose Fahrten verhindern

Uber sah dann die Möglichkeit, die iPhones mit einem „Fingerabdruck“ zu versehen – wahrscheinlich, indem das Unternehmen die UDID des iPhone mit der App auslas und abspeicherte. Wenn Benutzer die Uber-App neu installierten, kam es zu einem Abgleich. Das Auslesen der UDID verbietet Apple App-Entwicklern aber bereits seit Jahren aus Datenschutzgründen. Uber war sich dieser Einschränkung wohl bewusst: Das Unternehmen entwickelte dann auch noch ein System, das Apple davon abhalten sollte, den Regelverstoß zu entdecken.

Und zwar sorgten Ubers Entwickler auf Anweisung von Kalanick dafür, dass die App die UDID nicht ausliest, wenn sich das iPhone gerade in der Nähe des Apple-Campus im kalifornischen Cupertino befindet. So sollte Apples Entwicklern und Testern nicht auffallen können, dass sich die Uber-App nach einer Neuinstallation anders verhält. Nach einer gewissen Zeit fiel dies den Apple-Verantwortlichen natürlich trotzdem auf.

Tim Cook drohte mit App-Store-Rausschmiss

Aufgrund des Täuschungsversuchs war die Verärgerung dann umso größer: Apple-CEO Tim Cook zitierte Kalanick persönlich nach Cupertino, um ihm mitzuteilen, dass Apple solche Praktiken nicht akzeptieren werde. Wenn Uber den Verstoß nicht einstellen würde, würde Apple die App aus dem App Store entfernen – was für Uber natürlich einen massiven Umsatzeinbruch bedeutet hätte. Kalanick musste daher handeln. Das Vertrauen zwischen Apple und Uber dürfte nach diesem Vorfall aber nicht größer geworden sein.

Quelle: New York Times

Florian Matthey
Florian Matthey, GIGA-Experte.

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