Unbezahlte Rechnungen in Milliardenhöhe: Apple wird so richtig zur Kasse gebeten

Stefan Bubeck 4

Der Rechtsstreit zwischen Apple und dem Chip-Zulieferer Qualcomm nimmt epische Ausmaße an. Die Summe der unbezahlten Patentgebührenzahlungen sollen mittlerweile mehrere Milliarden US-Dollar betragen. Wie geht es weiter?

Unbezahlte Rechnungen in Milliardenhöhe: Apple wird so richtig zur Kasse gebeten
Bildquelle: Justin Sullivan / Getty Images.

Qualcomm will von Apple 7 Milliarden US-Dollar an Patentgebühren

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, habe Qualcomm nun in einer Anhörung vor dem Gericht in San Diego die schwindelerregende Summe von 7 Milliarden US-Dollar genannt: So hoch seien die unbezahlten Patentgebührenrechnungen, die Apple noch begleichen müsse.

Apple war einst einer der besten Qualcomm-Kunden, seit dem iPhone 7 (September 2016) weicht der Konzern aus Cupertino aber zunehmend auf Mobilfunkchips von Intel aus. Der Grund dafür sind wie so oft Kosten, denn Apple muss für jedes verkaufte iPhone Lizenzgebühren abdrücken. Im mittlerweile seit fast zwei Jahren andauernden Rechtsstreit geht es um die Frage, ob der Halbleiterhersteller Qualcomm unrechtmäßig exzessive Lizenzgebühren verlangt oder es sich um ein zulässiges Geschäftsmodell handelt.

Bereits in einem älteren Statement wehrte sich der iPhone-Hersteller gegen die aus seiner Sicht überzogenen Forderungen: „Seit vielen Jahren besteht Qualcomm zu Unrecht darauf, Lizenzgebühren für Technologien zu erheben, mit denen sie nichts zu tun haben. Je mehr Apple mit einzigartigen Funktionen wie Touch ID, fortschrittlichen Displays und Kameras innovativ ist, (…) desto mehr Geld sammelt Qualcomm ohne Grund und desto teurer wird es für Apple, diese Innovationen zu finanzieren.“ Der Chiphersteller wiederum argumentiert damit, Apple habe dem Qualcomm-Geschäftsmodell jahrelang zugestimmt und versuche „es nun zu zerstören“.

An der Stelle empfehlen wir einen Blick auf unseren Test des neuen iPhone XS, in dem übrigens ein Gigabit-LTE-Modem von Intel steckt:

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Analyst prophezeit jahrelange Auseinandersetzung

Ob Apple wirklich zeitnah in die Kasse greift und 7 Milliarden US-Dollar springen lässt, das darf bezweifelt werden. Wahrscheinlicher ist da eher eine weitere Runde im Kampf „Qualcomm vs. Apple“.

Der Wirtschaftanalyst Jean Baptiste Su von Atherton Research befürchtet angesichts der neuen Informationen, dass sich dieser Rechtsstreit noch „über Jahre vor Gericht“ hinziehen könnte. Er erinnert an einen ganz ähnlichen Patent-Krieg, bei dem allerdings Apple auf der anderen Seite stand. Sieben Jahre raufte sich der kalifornische Konzern mit Samsung, bevor sich die beiden Tech-Giganten endlich einigen konnten.

Quellen: Reuters, Forbes, Foto: iFixit

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