US-Behörden: Gerichtsverfahren gegen Apple wegen Verschlüsselung weiterhin möglich

Florian Matthey 11

US-Behörden streiten sich weiter mit Apple, Microsoft und Co. über den Umgang mit privaten Daten und Verschlüsselungstechnologien. Auch mit Apple könnte es letztendlich zu einem „Showdown“ vor Gericht kommen.

US-Behörden: Gerichtsverfahren gegen Apple wegen Verschlüsselung weiterhin möglich

Die New York Times widmet sich in einem ausführlichen Artikel den Spannung zwischen IT-Unternehmen und US-Justizbehörden. Es geht in der Sache weiterhin um die Frage, inwieweit amerikanische Unternehmen den staatlichen Stellen Zugriff auf private Daten gewähren müssen. Stein des Anstoßes ist einerseits verschlüsselte Kommunikation wie über Apples iMessage und FaceTime, andererseits aber auch die verschlüsselte Speicherung von Daten auf Geräten. Ferner geht es darum, wie mit der Speicherung von Daten auf internationalen Servern umzugehen ist.

So befindet sich das US-Justizministerium bereits in einem Rechtsstreit mit Microsoft vor Gericht: Im Rahmen von Ermittlungen um Drogenschmuggel forderten die Behörden das Unternehmen heraus, E-Mails herauszugeben. Die betroffenen Mails liegen aber auf einem Servier in Dublin, so dass Microsoft eine Verfügung eines irischen Gerichts verlangte. Die US-Behörden argumentieren jedoch, dass Microsoft als amerikanisches Unternehmen alles herausgeben muss, über das der Konzern verfügen kann. Allerdings bestehen auch diesbezüglich Sicherheitsbedenken: Durch entsprechende internationale Zugriffsmöglichkeiten könnten auch Daten vor chinesischen und russischen Behörden oder auf Servern in den USA, die chinesischen oder russischen Unternehmen gehören, nicht mehr „sicher“ sein.

Was Apple betrifft, hätten die US-Behörden zunächst davon abgesehen, ein Verfahren vor Gericht wegen verschlüsselter Kommunikation anzustreben. Allerdings wünschen sich die Behörden weiterhin einen Zugriff auf diese Kommunikation, wie es schon bei Mobilfunk-Gesprächen möglich ist – hier sind amerikanische Betreiber verpflichtet, den Behörden einen Access Point für Verbindungen bereitzustellen.

Solche gibt es bei Smartphones und anderen Geräten, die Ende-zu-Ende-verschlüsselte Verbindungen eben nicht. Apples CEO Tim Cook stellt sich diesbezüglich auch quer: Wenn man für die Polizei einen Schlüssel unter einer Fußmatte verstecke, so erklärte Cook kürzlich, dann könnte auch ein Räuber diesen Schlüssel finden.

Freiwillig will Apple den Behörden also nicht Zugriff gewähren. Vertreter der Behörden erklärten gegenüber der New York Times deshalb, dass ein „Kampf“ vor Gericht mit dem iPhone-, iPad- und Mac-Hersteller immer noch eine Option sei. Allerdings seien sie sich auch bewusst, dass es sich hierbei um ein Wagnis handeln würde.

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* Werbung