Im Rahmen der Spekulationen um die Beats-Übernahme durch Apple hat sich eine weitere prominente Figur zu Wort gemeldet: Der Steve-Jobs-Biograph Walter Isaacson. Isaacson glaubt, dass es bei dem Deal letztendlich vor allem um das Apple TV oder den Apple-Fernseher geht - der Beats-CEO Jimmy Iovine werde sich bei Apple allgemein um Inhalte kümmern.

Der Journalist Dan Lyons, der zuvor unter dem Namen „Fake Steve Jobs“ als Blogger aktiv war, berichtet für Billboard über die Aussagen von Walter Isaacson, die er aus erster Hand vom Jobs-Biographen persönlich hat. Isaacson glaubt, dass es Apple bei der 3,2-Milliarden-Dollar-Übernahme von Beats (die immer noch nicht offiziell bestätigt ist) eher um Video als um Musik-Streaming oder Kopfhörer und Lautsprecher gehe.

Es sei wahrscheinlich, dass Apples CEO Tim Cook den Beats-CEO und -Mitgründer Jimmy Iovine zum Chef des Content-Geschäftes des Unternehmens machen werde. Iovine könnte Apple in dieser Position helfen, endlich das Apple-Fernseher-Produkt auf den Weg zu bringen - ob es nun ein eigener Apple-Fernseher oder ein verbessertes Apple TV ist.

Isaacson hatte mit der offiziellen Steve-Jobs-Biographie seinerzeit die Gerüchte um den Apple-Fernseher befeuert; er zitierte Jobs mit den Worten, dass er es endlich geschafft habe, eine Benutzeroberfläche für eine Revolution des Fernseher-Geschäfts zu erstellen. Ein entsprechendes revolutionäres Produkt lässt weiterhin auf sich warten, was Gerüchten zufolge daran liegt, dass Apple sich noch nicht mit Kabelfernsehen-Anbietern über die Inhalte einigen konnte. Hier könnten Apple die Erfahrungen von Iovine aus dem Musikgeschäft helfen.

Isaacson habe sich für Lyons noch einmal seine Notizen für die Jobs-Biographie angesehen und weitere, bisher unveröffentlichte interessante Details gefunden: Iovine, der auch Chef des Musik-Labels Interscope Geffen A&M ist, das wiederum zur Universal Music Group gehört, habe Universal im Jahr 2002 überzeugt, Musik über den iTunes Store zu verkaufen. Im Jahr 2004 habe er dann zwischen U2 und Apple den Deal für einen U2-iPod eingefädelt.

2002 oder 2003 habe er außerdem versucht, Apple davon zu überzeugen, die Universal Music Group - die seit einigen Jahren unabhängig vom Filmstudio Universal ist - zu übernehmen. Daraus ist nichts geworden, aber offenbar hätte Iovine schon vor einem Jahrzehnt im Rahmen einer Übernahme zu Apple wechseln können, was das Unternehmen nun nachholen könnte. Fraglich ist nur, ob es für Apple nicht günstiger gewesen wäre, Iovine von Beats abzuwerben, statt gleich das ganze Unternehmen zu kaufen.