Warum der Apple II plötzlich für die atomare Abrüstung wichtig wird

Sebastian Trepesch

Uralte Technik wird plötzlich als Lösung für moderne Probleme gesehen: 41 Jahre ist der Apple II alt. Was hat er modernen Computern voraus, dass nur er als Werkzeug für die atomare Abrüstung in Frage kommt?

Am 15. April 1977 stellten Steve Jobs und Steve Wozniak den Apple II vor – einen Meilenstein der Heimcomputer. Rechner, Tastatur und Netzteil steckten alle in dem einen Gehäuse. Fernseher anschließen, schon konnte es losgehen. Das Gerät fand im Büro genauso seinen Einsatz wie zu Hause.

Die Legende könnte ein kleines Revival erleben, auf einem ganz neuen Einsatzgebiet: der atomaren Abrüstung.

Das Problem bei der atomaren Abrüstung

Grundgedanken, um die Abrüstung zu kontrollieren: Atomwaffenstaaten möchten (und sollten) keine Details ihrer Waffen preisgeben, auch nicht im Rahmen der Abrüstung. Andererseits will die Abrüstung von anderen Staaten überprüft werden.

Wissenschaftler arbeiteten Möglichkeiten aus, die Deinstallation dennoch zu überprüfen. Eine Lösung ist ein Messgerät als zentrales Werkzeug, das nur die wenigen Informationen preisgibt, die unbedingt notwendig sind. Es funktioniert also ein bisschen so wie der Personenscanner am Flughafen, der nur eine schematische Darstellung zeigt, obwohl er genauere Daten liefern könnte. Das Messgerät für die Atomwaffen kann zum Beispiel klären, ob eine vereinbarte Menge von Plutonium in einem mutmaßlichen verpackten Sprengkopf überschritten wird, es verrät aber nicht das genau enthaltene Gewicht.

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Warum der Apple II die Lösung bietet

Auf dieses Messgerät müssen sich alle Beteiligten verlassen. „Das Problem ist, dass es sehr schwierig geworden ist, Elektronik zu vertrauen“, sagt Alexander Glaser, Physikprofessor an der Princeton University (USA) . Bei seiner Arbeit an einem Messgerät für die Abrüstungskontrolle suchte er deshalb auf eBay und Flohmärkten einen Apple II. Denn im Gegensatz zu moderner Technik könne man den 8-Bit-Rechner leicht überprüfen, ob er manipuliert wurde. Die nur 3.510 Transistoren des Computers könne man, so erklärt der Beitrag des SWR, mit einem Röntgenbild kontrollieren, was bei den Milliarden von Transistoren in einem modernen Chip nicht möglich sei. Zudem, gibt Glaser zu bedenken, könnten die Beteiligten gemeinsam und zufällig entscheiden, wo sie die Elektronik einkaufen.

So könnte der 41 Jahre alte Apple-Computer, neben dem Heim- und Arbeitscomputer, noch ein wichtiges Werkzeug für die atomare Abrüstung werden. Wer noch einen im Keller stehen hat, gebe ihn bloß nicht zum Elektroschrott …

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Quelle: ; Bildquelle: Apple II au musée de I’informatique (Paris-La Défense), Copyright Luc Legay, flickr, lizensiert als CC BY-SA 2.0.

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