Werbetreibende stinksauer: Apple behandelt iAd stiefmütterlich

Julien Bremer 9

Im Verhältnis zu den Gewinnen, die Apple Jahr für Jahr einfährt, sind die Einnahmen durch Werbung ein kleines Zubrot. Das Unternehmen behandelt sein Portal „iAd“ eher stiefmütterlich und hat kein Interesse daran, den Großteil der Nutzerdaten an Firmen weiterzugeben. Sehr zum Ärger der Werbetreibenden.

Werbetreibende stinksauer: Apple behandelt iAd stiefmütterlich

Ein Sprecher des Vermarkters Madison Avenue Media hat sich auf dem Business-Portal AdAge sehr frustriert über Apples Verhalten gegenüber potentiellen Werbepartnern geäußert. „Apple ist sehr geizig, wenn es darum geht, benötigte Informationen für eine gezielte Werbekampagne rauszurücken.“

Weiterhin heißt es, dass Apple mit iAd keine offizielles Verkaufsziel habe, das erreicht werden soll. iAd sei viel mehr ein nachträglicher Einfall, um den Werbemarkt auch zu bedienen. Aber wirklich ernst nehme Apple diesen Geschäftszweig nicht.

Für die Werbetreibenden wäre Apple natürlich ein sehr interessanter Werbepartner. Bei der Aufmerksamkeit, die dem Unternehmen und seinen Produkten zukommt, aber vor allem dank der Informationen, die in Cupertino gesammelt werden: Adressen, geographische Daten und Vorlieben der Nutzer. Aber da Apple kein auf Cookies basierendes Tracking zulässt, sind die Werbepartner auf Informationen direkt von Apple angewiesen.

Für die Nutzer hingegen ist diese Nachricht sicherlich nicht von Nachteil, wenn ihre Daten nicht wahllos weitergereicht werden, damit andere Firmen diese für Werbezwecke verwenden können.

iAd wurde im Jahr 2010 eingeführt, um Entwicklern die Möglichkeit zu geben, durch zusätzliche Werbung mehr Geld zu verdienen. Doch es gelang nicht, das Interesse der Entwickler für diese Plattform langfristig aufrecht zu halten.

Mit dem Start von iTunes Radio hat das Unternehmen iAd umstrukturiert und sich stärker auf das Musikbusiness konzentriert. Dabei werden in erster Linie Geschäfte mit großen Unternehmen gemacht. iTunes Radio scheint für Apple vielversprechender, um damit durch Werbeeinnahmen Geld zu verdienen. Bereits zum Debüt des Musikkanals waren mit McDonalds, Macys und Nissan prominente Werbepartner vertreten.

Im Jahr 2013 hat Apple 258 Millionen Dollar durch Werbung eingenommen. Ein verschwindend geringer Betrag im Vergleich zu den Werbeeinnahmen von Facebook (1,53Mrd Dollar) und Google (3,98 Mrd. Dollar).

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