Wichtiger Schwellenmarkt: Apple will sich stärker auf Indien konzentrieren

Florian Matthey

Seit einigen Jahren hebt Apple gerne hervor, wie wichtig der chinesische Markt für das Unternehmen mittlerweile geworden ist. Mit Indien hat Apple ein anderes Schwellenland bislang eher benachteiligt. Das soll sich bald ändern.

Wichtiger Schwellenmarkt: Apple will sich stärker auf Indien konzentrieren

Apple ist durchaus auch in Indien vertreten - in großen Metropolen wie Delhi, Mumbai oder Bangalore sind häufiger junge, reichere Inder mit einem iPhone oder MacBook zu sehen. Der Anteil der Apple-Produkte am Gesamtmarkt läuft jedoch meist eher unter ferner liefen; gerade außerhalb der modernen Megacities sind die Geräte kaum vertreten.

Indien bietet jedoch viel Potential: Das südasiatische Land ist der zweitgrößte Handy-Markt der Welt - hinter China -, die Wachstumsraten der Wirtschaft sind zuletzt etwas eingebrochen, aber immer noch deutlich höher als in westlichen Ländern. Zuletzt hat sich vor allem Samsung in Indien mit einem Smartphone-Marktanteil in Höhe von 36 Prozent etablieren können, Apple liegt bei gerade einmal 2 Prozent.

Die indische Zeitung Economic Times berichtet, dass Apples Indien-Chef Maneesh Dir und Sanjay Kaul, bei Apple Indien für Telekommunikation verantwortlich, nun verstärkt daran arbeiten, die Marktanteile auch außerhalb der großen Metropolen zu erhöhen. Das indische Apple-Management-Team bestehe mittlerweile aus 150 Menschen, dreimal so viele wie noch vor einigen Jahren. Dhir selbst arbeitete zuvor bei AOL, Kaul hat Dhir von BlackBerry Indien abgeworben.

Das Team arbeite an der Eröffnung von insgesamt 100 Franchise-Stores in kleineren Städten - offizielle Apple Retail Stores gibt es in Indien noch nicht, wohl aber autorisierte Partner. Von Apple-eigenen Stores ist in dem Artikel auch weiterhin nicht die Rede; einem solchen Schritt dürfte aber auch die Tatsache im Weg gestanden haben, dass der Betrieb des Einzelhandels in Indien bisher für ausländische Unternehmen nur dann möglich war, wenn sie ein Joint-Venture mit indischen Unternehmen eingehen.

Dhir und Kaul haben außerdem daran gearbeitet, dass neue Apple-Produkte bereits nach kurzer Wartezeit in Indien erscheinen. Früher mussten die Inder viele Monate auf neue iPhone-Modelle warten, mittlerweile erscheinen sie in deutlich kürzeren Abständen zum jeweiligen Verkaufsstart in den USA.

Beobachter sehen in der Entwicklung ein Zeichen dafür, dass Apples Indien-Team mittlerweile mit größerer Unabhängigkeit arbeitet. Allerdings verbleibt ein Problem: Für den Großteil der Inder sind Apple-Produkte einfach zu teuer, zumal Mobilfunk-Laufzeitverträge mit subventionierten Smartphones in dem Land kaum verbreitet sind. Die Canalys-Analystin Jessica Kwee verweist darauf, dass der indische Smartphone-Markt vor allem durch Geräte unterhalb der 300-US-Dollar-Preisgrenze wachse - und hier ist Apple eben nicht vertreten.

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