40 Jahre Apple: Dell vs. Jobs – Futter für die Fanboys (Anekdote)

Sven Kaulfuss 2

Animositäten gehören in der Technologie-Branche zum guten Ruf – viel Feind = viel Ehr. Nicht anders bei Apple. Gehören heute Google und Samsung zum erklärten Feindbild, so nahmen in früheren Zeiten IBM, Microsoft und nicht zuletzt Dell diese Posten ein.

40 Jahre Apple: Dell vs. Jobs – Futter für die Fanboys (Anekdote)

Normalerweise gilt in der IT-Szene: Business as usual! Da bleibt kein Platz für private Kleinkriege und andere Scharmützel. Andererseits können sich diese hochbezahlten CEOs dann doch den einen oder anderen Seitenhieb nicht verkneifen. Einer der bekanntesten Schlagabtausche war der zwischen Dell und Apple. Noch Jahre später zog dieser Reaktionen, Spott und Gelächter nach sich. Was war geschehen?

1997 ging es Apple nicht gut – man stand sprichwörtlich am Abgrund. Steve Jobs war gerade wieder ans Steuer gekommen nachdem Apple in einem letzten Aufbegehren noch schnell NeXT kaufte und Jobs somit für alle überraschend erneut aktiver Teil der Apple-Familie wurde. Konkurrent Michael Dell wurde zu diesem Zeitpunkt in der Presse gefragt, was er denn tun würde, wäre er Chef bei Apple. Seine lapidare und wenig freundliche Antwort: Den Laden dichtmachen und den Aktionären ihr Geld zurückgeben!

– Michael Dell im Zielkreuz von Steve Jobs –

Eine Kampfansage! So zumindest verstand es Steve Jobs. Der erklärte Michael Dell fortan im wahrsten Sinne des Wortes zur Zielscheibe – siehe das folgendes Video aus dem Jahr 1997.

Doch da war noch mehr… Auf derselben Veranstaltung gab Apple den Start des eigenen Onlineshops bekannt – der Apple Online Store ward geboren. Ein Jahr zuvor startete schon Dell mit dem Onlinevertrieb seiner Produkte – sehr erfolgreich. Amüsant: Der Shop wurde von NeXT (WebObjects) entwickelt – dieselbe Firma deren Gründer und Chef Steve Jobs war und die Ende 1996 von Apple übernommen werden sollte. 1997 – ein Jahr später – wurde der Dell-Shop dann auf eine Microsoft-Lösung umgestellt und die NeXT- bzw. Apple-Technik flog allein aus politischen Gründen raus. All dies erklärt Mr. Jobs im folgenden Video (ab Minute 47:43).

– Später: Versöhnliche Worte –

14 Jahre später – Steve Jobs verstirbt leider viel zu früh. Doch Apple ist die weltweit erfolgreichste Firma und hat Konkurrenten wie Dell weit hinter sich gelassen. Zu dieser Zeit wird Michael Dell nochmals bezüglich seiner damaligen Äußerung gegenüber Apple befragt (ab Minute 1:29 im Video). Er antwortet leicht ausweichend und begründet diese vor allem mit der vergangenen Überlebenssituation von Apple. Doch was wir eigentlich erfahren: Michael Dell war schon frühzeitig selbst Apple-Nutzer und erinnert sich heute leicht wehmütig an seine erste Begegnung mit Steve Jobs. Da war der kleine Michael 16 und Steve kam zu einem Apple-User-Treffen nach Texas – vergessen die Animositäten aus der Vergangenheit. Es bleibt allein die positive Erinnerung.

Ach ja…und der Spott der amerikanischen Late-Night-Prominenz ;-).

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40 Jahre Apple – 1976 bis 2016:
In unserer neuen Artikelserie präsentieren wir ab sofort regelmäßig informative und auch hin und wieder leicht kuriose Fundstücke im Hinblick auf den vierzigjährigen Geburtstag von Apple am 1. April 2016. Bisher erschienen:

Abstimmung: Welches Unternehmen sollte Apple sich 2019 kaufen?

Der Journalist Tae Kim plädierte kürzlich dafür, Apple solle das japanische Unternehmen Nintendo kaufen. Aber wäre das wirklich eine gute Idee? Gib hier deine Stimme ab.

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