Apple 2017 mit iPhone 8, Macs und – Convertibles? Was Apple dieses Jahr leisten muss

Sebastian Trepesch 6

Welche Produkte wird Apple 2017 vorstellen? Was brauchen wir nicht erwarten? Wie wird sich der iPhone-Hersteller für die Zukunft aufstellen? In diesem Jahr werden einige Weichen gestellt. Eine Vorschau:

Apple 2017 mit iPhone 8, Macs und – Convertibles? Was Apple dieses Jahr leisten muss

Wenn wir eines aus dem Jahr 2016 gelernt haben, dann ist es: Apple lässt sich Zeit. Die Produktlebenszyklen werden länger und/oder die Entwicklungsstufen kleiner. Beispiele hierfür gibt es zu Hauf, angefangen beim iMac, der im letzten Jahr kein Update erfahren hat, oder Mac mini und Mac Pro, die seit zwei beziehungsweise sogar drei Jahren unverändert sind. Das Gehäuse der Apple Watch ließ das Unternehmen beim Update 2016 unverändert, das iPhone kam sogar schon in der dritten Generation im selben Format.

Wird Apple in diesem Jahr einen Zahn zulegen? Wohl nicht, zu verlockend sind die Einsparmaßnahmen in Entwicklung und Produktion durch lange Zyklen. Und offensichtlich ist die Notwendigkeit nicht gegeben, oder wird von Tim Cooks Team nicht als wichtig genug erachtet.

Und doch – oder deswegen – dürfte das Apple-Jahr spannend werden.

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iPod 2019: Dieses schicke Apple-Produkt hat keine Chance.

Apple 2017: Die Desktop-Macs sind noch lange nicht tot

… das wollte Tim Cook im Dezember 2016 seinem Team in einer internen Mitteilung klarmachen. Es seien großartige Desktops geplant. Na, da ist 2017 doch ein gutes Jahr dafür. Die Profis warten sehnlichst auf einen Mac Pro. Dieses Jahr wird zeigen, ob Apple die Klientel tatsächlich noch bedienen will, oder ob die schwarze Tonne von 2013 ein Strohfeuer war.

Ein Update, um up to date zu bleiben: Neue iMacs dürften uns schon in der ersten Jahreshälfte erreichen. Spannend wird, wie der Computerhersteller den Spagat aus bisherigem Schnittstellenreichtum und Zukunft – sprich: Thunderbolt 3 – lösen wird. Ähnlich rigoros wie bei dem MacBook Pro 2016? Und schafft es die Touch Bar auf das Keyboard? Alles noch ungewiss. Genauso die Zukunft des Mac mini. Wenn es denn Updates gibt, dürften sie größer ausfallen. Kleine Änderungen sind unwahrscheinlich, vergleiche die tragbaren Rechner 2016: Hinter den Kulissen betonte Apple, dass die USB-C-Linie aus MacBook 12“ sowie MacBook Pro  13“ und 15“ die aktuelle und zukünftige Produktreihe der tragbaren Rechner ist. Alle anderen Modelle sind Auslaufmodelle, die nur im Rahmen der Umstellung noch im Programm belassen wurden. Die Umstellung auf USB-C-Zukunft steht den Desktops noch bevor.

Test: MacBook Pro 13 Zoll von 2016.

Zur WWDC 2017 im Juni wird neben macOS und iOS zumindest in Entwicklerkreisen das neue Dateisystem APFS eine große Rolle spielen. Es ist für Verschlüsselung optimiert und soll für verschiedenste Geräte mit Flash-Speicher geeignet sein – vom Mac Pro bis hin zur Apple Watch. Tschüss HFS+. Und tschüss, Festplatte: Die Rolle von iCloud wird durch die Möglichkeit von macOS-Backups in der Wolke weiter gestärkt. Ja, die Dienste werden bei Apple eine immer größere Rolle spielen – auch als Einnahmequelle. Wie die verstärkten Bemühungen um künstliche Intelligenz Früchte tragen könnten, ist noch ungewiss. Viele bezweifeln, das Apple mittel- und langfristig Google und Amazon die Stirn bieten kann. Da muss der Konzern aus Cupertino 2017 zumindest den Sprachassistenten Siri die Schulbank drücken lassen.

Erscheinen werden die fertigen Betriebssysteme im Herbst, nach einer öffentlichen Beta-Phase.

Happy Birthday: 10 Jahre iPhone

Mit dem iPhone hat Apple die Smartphone-Welt von 2007 auf den Kopf gestellt. Wer behauptet, dass Apple mittlerweile nicht mehr der Innovationstreiber ist? Glaubt man den Gerüchten, werden sowohl das Samsung Galaxy S8 als auch das HTC U Ultra – Achtung, jetzt kommt’s! – ohne Kopfhöreranschluss kommen. Die herunterhängende Kinnlade lässt den Spott der Android-Freaks verstummen und die Apple-Klinke-Freunde schütteln ungläubig den Kopf.

Nun, den fehlenden Kopfhöreranschluss dürften die meisten schon akzeptiert haben, zurückkommen wird er mit dem iPhone 8 bestimmt nicht mehr. Die Erwartungen an das nächste Smartphone sind übrigens hoch. Erstens, weil Apple nun schon drei Jahre lang auf ein und dasselbe Gehäuse setzte – nun wird es Zeit für neues. Und zum Jubiläum „10 Jahre iPhone“ darf sich Apple ruhig etwas einfallen lassen. Wie wäre es zum Beispiel mit Wireless Charging, wie bei der Apple Watch? Ersten Gerüchten zufolge wird das iPhone 8, Veröffentlichung voraussichtlich im September, entgegen der Hoffnungen unspektakulär ausfallen. Also doch „nur“ ein iPhone 7s? Wohl schon in einigen Wochen werden wir weitere Hinweise zum neuen Gerät bekommen, dank aus Fabriken geschmuggelten Bauteilen. Auch die Zukunft von Lightning oder USB C im iOS-Bereich wird Apple in diesem Jahr klären.

Kleinvieh macht auch Mist: Apple TV & Co

Während wir bei dem iPhone fest mit jährlichen Updates rechnen können, belässt Apple den „Kleinkram“ im Portfolio schon seit Jahren teilweise so lange unverändert im Programm, bis die Technik grenzwertig alt ist. In wieweit dies auch auf Apple Watch und das im App-Zeitalter angekommene Apple TV zutrifft, wird sich in diesem Jahr herausstellen. Wir haben keine Bedenken, dass sich der Entwickler mittels watchOS- und tvOS-Updates – und sei es in kleinerem Rahmen – zur Hardware bekennt. Eine neue Apple Watch dürfte wenige Veränderungen bringen und weiterhin im selben Gehäuse ticken. Apple TV mit 4K-Unterstützung erhoffen wir, kommt aber vielleicht erst 2018.

Das erste Apple Event in diesem Jahr – vermutlich im März – dürften die iPads bringen. Seit dem ersten iPad Air von 2013 hat sich äußerlich wenig getan, das Tablet ist lediglich schlanker geworden. Dass sich daran etwas ändert, dazu gibt es aktuell (noch) keine Gerüchte. Auch technologisch erwarten wir aktuell keine Überraschung. Das iPad bleibt ein iPad.

 „Convertible“: Damit sich das Rad bei Apple nach 2017 weiterdreht

Dass Apple bewusst auf längere Produktionszyklen setzt, wird Technik-Fans enttäuschen. Die große Mehrheit, die sich eh nicht alle ein bis zwei Jahre, sondern eher alle vier bis fünf Jahre ein neues iPhone, einen neuen Mac kauft, stört das nicht – zumindest solange der Zeitpunkt eines notwendigen Gerätekaufs kurz nach einer Neuvorstellung ist. Einerseits setzt Apple verstärkt auf Online-Dienste, und scheint mit dem Ausbau von iCloud sowie Apple Music nicht allzu schlecht zu fahren. Aber will Apple weiterhin wachsen, will das Unternehmen die Rolle als Technologieinnovator beibehalten, will sich der Konzern zum Schutz vor einzelnen misslungenen Produkten breiter aufstellen, dann muss das Team um Tim Cook mit echten Neuvorstellungen die Kundschaft überzeugen (und zum Geldbeutel greifen lassen). Mit kleinen, wie die AirPods, aber auch großen, wie Automobil-KnowHow oder einem „Convertible“: Mit so einer überzeugenden Mischung aus Tablet und Laptop schafft es Microsoft zur Zeit, wieder „cool“ zu werden – die Surface-Modelle überzeugen einen immer größer werdenden Nutzerkreis.

Das MacBook wird nicht einfach mit einem Touchscreen zum Convertible. Vielmehr wären iPad und iOS ein Ausgangspunkt für einen multifunktionaler einsetzbaren Rechner. Dass uns Apple 2017 ein derartiges Produkt präsentiert, ist aktuell nicht vorstellbar. Doch mit dem iPad Pro und angedockter Tastatur sowie dem aktuellen iOS kann Apple den Microsoft-Produkten nicht ernsthaft die Stirn bieten.

Neue Produktlinie, Mac- und iPhone-Evolution, neues Dateisystem, Lightning-Zukunft, künstliche Intelligenz – einige Weichen werden in diesem Jahr wieder gestellt. Hoffen wir, dass Apple das Beste daraus macht. Und eine zündende Idee hat – für 2018, 2019 2020.

iPhone 7 bei Saturn * iPhone 7 bei der Telekom *

Abstimmung: Welches Unternehmen sollte Apple sich 2019 kaufen?

Der Journalist Tae Kim plädierte kürzlich dafür, Apple solle das japanische Unternehmen Nintendo kaufen. Aber wäre das wirklich eine gute Idee? Gib hier deine Stimme ab.

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