@Apple: Öffnet die Events endlich auch für Fans!

Sven Kaulfuss

Das nächste Apple-Event am 27. März in der „Lane Tech College Prep High School“ wird anders sein – aller Voraussicht nach kein Live-Stream, kein großes Brimborium auf der Bühne, keine neue Hardware. Ergo: Keine Spannung?! Macht sich da bei euch etwa Enttäuschung breit?

Apple nimmt sich dieses Mal ausgiebig Zeit für den ach so wichtigen Bildungsmarkt und lädt folgerichtig gleich in die Schule ein. Die Erwartungshaltung an technisches Spielzeug für große Jungs ist daher eher gedämpft, stattdessen gibt’s wohl (Software)Werkzeuge für den Nachwuchs und für diejenigen, die ihn unterrichten dürfen. Gebt zu: Etwas enttäuscht seid ihr da schon, immerhin wolltet auch ihr gerne Tim Cook als Osterhasen sehen, der euch mit neuen innovativen Produkten beglückt. Egal: Das Jahr ist noch lange nicht um, Zeit genug, um unsere pubertären Tech-Fantasien Wahrheit werden zu lassen.

Apple Event: Erwartungshaltung der Fans vs. Realtität

Dennoch, die Erwartungshaltung an Apple-Events ist groß, manchmal sogar überlebensgroß. Erinnert euch beispielhaft an die kultigen Auftritte des viel zu früh verstorbenen Apple-Gründers Steve Jobs. Sein Nachfolger Tim Cook macht zwar größtenteils einen sehr guten Job, ein profunder Zeremonienmeister wird aus ihm in diesem Leben aber nicht mehr. Apple-Fans wollen aber unterhalten und verblüfft werden. Sie lieben das Spiel mit der Geheimniskrämerei, nicht nur das Leben ist für sie eine Schachtel Pralinen, auch ein Apple Event sollte stets eine süße Überraschung bereithalten.

Meine Gedanken zum Wochenende: Die Kolumne möchte Denkanstöße liefern, zur Diskussion aufrufen und den „News-Schwall“ der Woche zum Ende hin reflektieren. Eine kleine Auswahl der bisherigen Artikel der Kolumne:

Dieser Erwartungshaltung kann Apple heutzutage schon lange nicht mehr oder nur noch sehr selten gerecht werden. Das kommende iPhone? Spätestens ein halbes Jahr zuvor kennt man Design und größtenteils Funktion und wir „bösen Schreiberlinge“ verraten dies dann auch noch in unseren Gerüchteartikeln. Und warum? Weil es am Ende des Tages gelesen wird – Punkt. Geheimhaltung ist im Angesicht von Massenproduktionen schon seit Jahren nur noch bei wenigen Produkten möglich, ich möchte an dieser Stelle auf einen älteren Artikel von mir aus dem Jahre 2013 verweisen „Apple ist nicht mehr ganz dicht“ – auch heute noch unverändert gültig.

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10 +1 krasse Fakten über Apple!

Fan-Bespaßung: So Apple, wird’s gemacht!

Allerdings: Der Wunsch der Apple-Fans nach „nostalgischer Bespaßung“ bleibt ungebrochen, nur kann der Hersteller dieses einst wohlige Gefühl nicht mehr gänzlich rüberbringen. Das Geldverdienen läuft wie geschmiert, das Kollektiv der Apple-Fans bleibt indes mit ihrem menschlichen Begehren nach Mystik und Gemeinschaft zurück. Dabei könnte es so einfach sein. Ein Vorschlag meinerseits…

Apple sollte das Potential der Events für sich und die Fans zukünftig besser nutzen. Aktuell sind derartige Veranstaltungen nur für geladene Gäste vorgesehen – Presse, Blogger, Mitarbeiter und spezielle Freunde der Firma. Der zahlende Apple-Fan und Kunde muss sich mit dem Live-Stream begnügen, die neuen Geräte gibt’s dann mit etwas Glück erst Tage später im nächsten Apple-Store zu bestaunen. Austausch und Kommunikation der Fans erfolgt größtenteils nur noch online, der menschlich direkte Austausch bleibt dabei auf der Strecke. Da Apple seit Jahren Messen fernbleibt, scheiden derartige Treffpunkte gleichfalls aus. Früher war dies noch möglich, wie beispielsweise am 9. Januar 2007 auf der Macworld Conference & Expo in San Francisco, als Steve Jobs das folgende „kleine“ Produkt erstmals zeigte.

Steve Jobs präsentiert das erste iPhone 2007.

Was müsste Apple also tun? Die Events äquivalent zu einem Rock-Konzert aufziehen und für die breite Masse öffnen! Ein Stadion anmieten, Tickets verkaufen (bei erwartungsgemäß großen Andrang wahrscheinlich eher verlosen) und ein Fest veranstalten. Überhaupt: Warum nicht gleich ein ganzes Festival über mehrere Tage Drumherum veranstalten mit der Keynote als Auftakt zu Froh- und Gemeinsinn. Die Verbindung von Musik, Künstlern und dem Kult-Hersteller ist legendär und zwingt sich förmlich auf. Bedenken? Zu aufwendig, zu teuer? Doch nicht für die wertvollste Marke des Planeten.

Ich würde den Gedanken noch weiterspinnen. Das Apple-Event beziehungsweise Festival sollte jedes Mal, weltweit in einer anderen Stadt stattfinden – „Apple on Tour“. Warum eigentlich nicht? Mit den „iTunes Festivals“ konnte man doch in den letzten zehn Jahren Erfahrungen sammeln. Bringen wir einfach eins und eins zusammen. Am Ende weiß auch der Hersteller: Apple ist mehr als nur eine Marke, es ist eine Idee. Und die gedeihen noch immer am besten in illustrer Runde, oder?

Anmerkung: Die in diesem Artikel ausgedrückten Ansichten und Meinungen sind die des Autors und stellen nicht zwingend den Standpunkt der GIGA-Redaktion dar.

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