Apple verkaufte mal Windows: Wahr oder gelogen?

Sven Kaulfuss 1

Die Gans ist gegessen, der erste Familienstreit und somit der erste Weihnachtsfeiertag liegen hinter uns. Lust auf eine kleine Quizfrage zur Verdauung? Könnt ihr haben, in der bereits dritten Ausgabe unserer Feiertags-Kolumne möchte ich von euch wissen: Verkaufte Apple tatsächlich mal Windows mit seinen Macs?

Apple verkaufte mal Windows: Wahr oder gelogen?
Bildquelle: pixabay.

Windows auf dem Mac? Wo ist das Problem, lässt sich doch Dank Apples Boot Camp oder mittels Parallels und Co. problemlos nutzen und installieren. Dies war aber nicht immer so, denn erst seit nunmehr 12 Jahren werden die Macs mit Intel-Prozessoren befeuert, zuvor setzte Apple mit dem PowerPC und davor noch mit 68K-Prozessoren auf eine unterschiedliche Architektur. Warum aber sollte Apple ausgerechnet Windows mit seinen Macs verkaufen? Früher technisch nicht problemlos umsetzbar, heutzutage zwar theoretisch möglich, aber man würde damit das eigene Betriebssystem macOS unterminieren – absolut untypisch für Apple. Insofern kann die Antwort doch auf die Eingangsfrage nur lauten: Nein!

Apple uns sein Betriebssystem – eine spannende Story:

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Apple verkauft Rechner Windows: Mein erster Mac ist der Beweis

Wer so antwortet der irrt. Es gab tatsächlich mal eine Zeit, da verkaufte Apple Windows zusammen mit den Macs – voll und ganz mit dem Segen von Microsoft als OEM-Version. Wie kam es dazu, warum tat dies Apple und wie funktionierte das überhaupt? Mitte der neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts hatte Apple einen schweren Stand. Microsoft holte immer mehr auf, der Mac fiel zurück und die Mannschaft von Bill Gates war kurz davor mit Windows 95 zum ultimativen Gegenschlag auszuholen. Bei Apple glaubte man einerseits mit günstigen Einstiegsrechnern und andererseits mit einer größeren Kompatibilität die Rezepte für eine Besserung gefunden zu haben. Just in dem Moment kaufte ich meinen ersten Mac, den Macintosh Performa 630 DOS Compatible – ein Mac im klassischen Desktopgehäuse mit einer Besonderheit.

Dieser Performa war gegenüber den Power Macs nicht nur günstiger, sondern besaß noch einen zweiten Prozessor. Präzise ein zweites Mainboard mit Intel-CPU auf einer Erweiterungskare nebst separatem Arbeitsspeicher. Festplatte und alles Weitere teilte sich die PC-Karte mit dem eigentlichen Mac, der mit einem 68K-Prozessor lief. Mit im Paket des Rechners DOS und Windows 3.1! Ergo: Apple war OEM-Partner von Microsoft und verkaufte doch tatsächlich Windows zusammen mit einem Mac.

Ein YouTuber erklärt den Macintosh Performa 630 DOS Compatible und seine Besonderheiten – mein erster Mac, nebenbei:

In der Praxis sorgte der Rechner immer wieder für großes Erstaunen bei den Mitbewohnern im Studentenwohnheim – eben noch Doom auf dem Mac gezockt, kurz mit einer Tastenkombination zum PC geschaltet und schnell wieder zurück zum parallel laufenden Mac. Ein echter Spaß der ungläubige Blicke auf sich zog. Sogar eine gemeinsame Zwischenablage, und somit eine Kopiermöglichkeit zwischen den Systemen, gab es.

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Der Erfolg für Apple kam später, auch ohne Windows

Ein Erfolg war der Performa 630 DOS Compatible für Apple aber nicht, auch nicht die PC- Erweiterungskarten die man bei den PowerMacs nachrüsten konnte. All dies konnte halt nicht über die eigentlichen Schwachstellen beim nunmehr veralteten Mac OS hinwegtäuschen. Erst der iMac und folgend Mac OS X brachten wieder die gewünschten Achtungserfolge für Apple. Die Intel-Macs der späteren Jahre konnten dann zwar auch wieder problemlos Windows ausführen, dieses Feature war und ist aber eher eine nette Beigabe seitens Apple und kein allentscheidendes Merkmal der Macs.

Nicht schlimm also, wenn es zukünftig wieder Macs mit eigener Architektur geben würde, die Windows zunächst ausschließen, oder was denkt ihr darüber?

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