Apples neuer Streaming-Dienst für Filme und Serien: 7 Fragen, 7 Antworten

Sven Kaulfuss 4

Die Aussichten sind schlecht, auf dem Apple-Event am 25. März 2019 wird Tim Cook wahrscheinlich keine neue Hardware zeigen. Stattdessen gibt’s einen eigenen Streaming-Dienst für Filme und Serien zu sehen. Wie auuuufregend und spaaaaanend … höre ich es schon leicht sarkastisch in den hinteren Reihen raunen. Und doch gibt’s einige offene Fragen zu Apples neuen Streaming-Dienst, die ich in der heutigen Ausgabe der Wochenendkolumne anspreche.

Apples neuer Streaming-Dienst für Filme und Serien: 7 Fragen, 7 Antworten
Bildquelle: GIGA.

Wer will schon lang erwartete Hardwareneuerungen von Apple sehen, wenn er dafür auch einen TV-Streaming-Dienst als revolutionäre Ankündigung präsentiert bekommt? So oder so ähnlich könnte es uns am Montag, den 25. März ergehen. Eine Apple-Keynote so ganz ohne neue Hardware, aber mit der Option Apple monatlich einen weiteren, kleinen Obolus zukommen zu lassen. Wer will sich schon mit Musikstreaming à la Apple Music zufriedengeben? Abseits dieser leicht ironischen Frage, gibt’s auch handfeste Wissenslücken zu Apples neuem TV-Streaming-Dienst. Starten möchte ich bei der wohl wichtigsten Frage …

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Brauchen wir wirklich noch einen weiteren Streaming-Dienst?

Schon 2017 stellte ich die Frage im Angesicht einer zunehmenden Fragmentierung der Streaming-Landschaft. So wie auch ich, werden die meisten Nutzer mit Netflix und Amazon Prime Video schon ein, zwei der Dienste nutzen und vor allem bezahlen. Mal ehrlich: Die beiden Anbieter haben so viele neue Filme und Serien, möchte ich das gesamte Angebot wahrnehmen, ich müsste meinen Job kündigen und den ganzen Tag nur noch TV schauen. Nun will auch noch Apple was vom Kuchen abhaben. Zudem startet auch Disney bald mit einem eigenen Dienst – es wird langsam unübersichtlich. Meine Meinung: Aktuell macht sich noch mal jeder hübsch, putzt sich raus und spätestens in zwei, drei Jahren setzt die große Konsolidierung ein. Dann wächst zusammen was zusammen gehört und es bleiben nur noch zwei, drei Anbieter übrig. Der Rest ist pleite, wurde von der Konkurrenz übernommen oder gibt einfach auf. Mal schauen, auf welcher Seite Apple landet.

Wirklich keine Hardware auf dem Apple-Event? Vielleicht können wir doch hoffen auf …

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Was gibt’s eigentlich zu sehen?

Den Gerüchten nach Partnerangebote von HBO, Showtime und Starz und vor allem eigene Inhalte. Apple wirbt an und ab in Hollywood, lässt derzeit ordentlich Filme und Serien produzieren. Allerdings ist die Branche beziehungsweise sind die Kreativen von Apple gegenwärtig auch richtig genervt. Die Apple-Oberen mischen sich wohl in den eigentlichen Prozess ein und schreiben quasi am Drehbuch mit, um den Inhalt „clean“ zu halten. Meine Meinung: Abwarten, aber sollte Apple tatsächlich derart in den Gestaltungsprozess eingreifen, na dann gute Nacht. Mit Tim Cook als Studioboss hätte Tarantino niemals Pulp Fiction realisieren können. Ob jetzt Harvey Weinstein im Nachhinein die bessere Wahl war, lässt sich aus dem Blickwinkel von 2019 aber auch nicht abschließend klären.

Wann startet Apples Streaming-Dienst für Filme und Serien?

Mit den Partnerangeboten könnte es schon im April losgehen. Eigene Inhalte brauchen aber wohl noch Zeit – so munkelt man. Grund könnten die schon erwähnten Einmischungen Apples in den eigentlichen, kreativen Prozess sein. Meine Meinung: Ich hab Zeit, die Playlist bei Netflix und Amazon Prime ist noch gut gefüllt und im April gibt’s erst mal das Finale bei Game of Thrones – yeah!

Auf dem Apple TV wird der neue Dienst zu 100 Prozent laufen:

Apple TV vorgestellt.

Günstiges Angebot: Apple TV bei Amazon *

Schafft es Apples Streaming-Dienst nach Deutschland?

Angeblich soll der neue Service weltweit in 100 Ländern starten. Allerdings dürfte sich die Aussage wohl nur auf eigene Apple-Inhalte beziehen. Die Partnerangebote von HBO, Showtime und Starz werden auch hierzulande schon andernorts vermarktet, beispielsweise bei Sky oder Amazon. Apple muss sich da raushalten. Meine Meinung: America First!? Donalds Leitspruch gilt manchmal auch für Apple bei neuen Diensten. Allerdings ist der iPhone-Hersteller quasi gezwungen, weltweit zu starten, allein jedoch mit dem Fokus auf Eigenproduktion. Sprich: So richtig los geht’s dann in Deutschland frühestens im Sommer, vielleicht sogar erst im Herbst.

Auf welchen Plattformen wird Apples Streaming-Dienst laufen?

Klar, Apples Streaming-Dienst für Filme und Serien läuft auf den eigenen Gerätschaften – Apple TV, iPhone, iPad und Mac. Hinzugesellen werden sich die neuen, AirPlay-2-kompatiblen Fernseher von LG, Samsung und Co. Meine Meinung: Will Apple erfolgreich sein, muss der Service aber auch im Browser und somit unter Windows und als App für Android zur Verfügung stehen. Fraglich ist noch, ob der Dienst auf dem Mac in einer eigenen App laufen wird. Hoffentlich nicht aber in iTunes – bitte! Wäre doch eigentlich ein schönes Beispiel für Entwickler, wenn der Dienst für macOS und iOS gleich als Universal-App kommt.

Meine Gedanken zum Wochenende: Die Kolumne möchte Denkanstöße liefern, zur Diskussion aufrufen und den „News-Schwall“ der Woche zum Ende hin reflektieren. Eine kleine Auswahl der bisherigen Artikel der Kolumne:

Wie viel wird es kosten?

Der eigentliche Knackpunkt sind sicherlich die Kosten. So viel ist sicher: Die Partnerangebote wird Apple wohl mehr oder weniger gegen Aufpreis durchreichen. Wirklich spannend wird die Preisgestaltung bei den eigenen Inhalten. Frühere Berichte sprachen teilweise schon von kostenfreien Filmen und Serien, exklusiv für Besitzer von Apple-Hardware. Aktuell gibt’s Gerüchte, dass zumindest bestimmte Inhalte (zum Beispiel die Oscar- oder Emmy-Verleihung) kostenfrei übertragen werden. Meine Meinung: Apple wird die Hand aufhalten, geschenkt bekommen wir sicherlich nichts. Im Angesicht eines, in der Zukunft, schwindenden Hardware-Geschäfts muss der Mammon schließlich bei der installierten Nutzer-Basis eingefahren werden. Bei der Preisgestaltung wird man sich an Netflix orientieren. Ergo: Mit einem Zehner im Monat kann man rechnen. Apropos …

Warum kauft Apple eigentlich nicht gleich Netflix und spart sich die Arbeit?

Eine berechtigte und schon mal zuvor erörterte Frage, Geld wäre bei Apple ja genügend vorhanden. Meine Meinung: Was nicht ist, kann noch werden. Wie Anfangs angesprochen, sehe ich spätestens in zwei, drei Jahren eine Konsolidierungsbewegung im Markt. Netflix dürfte kaum Apple übernehmen wollen und können, umgekehrt jedoch ergebe ein Kauf mehr Sinn.

Habt ihr eigentlich noch Fragen zum neuen Streaming-Dienst von Apple? Ab damit in die Kommentare.

Hinweis: Die in diesem Artikel geäußerten Meinungen stellen ausschließlich die Ansichten des Autors dar und sind nicht notwendigerweise Standpunkt der gesamten GIGA-Redaktion.

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