Auch Apple, Google und Yahoo wollen mitlesen – und machen es, wenn nötig

Kamal Nicholas 1

Immer wieder ist auch hier bei uns auf GIGA die Privatsphäre ein wichtiges Thema. So auch die neuesten Entwicklungen in Sachen E-Mail, denn sowohl Apple, Google und Yahoo räumen sich das Recht ein, persönliche Mails & Co. zu durchstöbern, wenn es notwendig ist.

Vor wenigen Tagen hat Microsoft zugeben, dass der Account eines Journalisten durchforstet wurde, um so einen internen Leak aufzudecken. Hierbei ging es also um den Schutz der eigenen Produkte (in diesem Fall war das Windows 8).

In Microsofts Richtlinien wird dieses Thema folgendermaßen behandelt: „Microsoft kann zu folgenden Zwecken auf persönliche Informationen zugreifen oder diese weitergeben, einschließlich der Inhalte Ihrer Nachrichten: (a) zum Erfüllen von gesetzlichen Bestimmungen oder als Reaktion auf Klageschriften oder Gerichtsverfahren, (b) zum Schutz der Rechte oder des Eigentums von Microsoft und dessen Kunden, einschließlich der Durchsetzung von Vereinbarungen oder Richtlinien zur Verwendung der Dienste oder (c) zum Handeln in der begründeten Annahme, dass solche Schritte zum Schutz von Microsoft-Mitarbeitern, Kunden oder der Öffentlichkeit eingeleitet werden müssen.

Von diesem Recht machte Microsoft also Gebrauch, als das E-Mail Konto des unbekannten Journalisten durchforstet wurde, um darin Hinweise auf die geleakten Quellcode zu Windows 8 zu finden.

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Apple, Google und Yahoo: Auch hier kann mitgelesen werden

Nun gibt es ja aber auch noch jede Menge anderer Anbieter, die natürlich auch ihr Eigentum schützen wollen. Bei Google zum Beispiel liest man Folgendes:

Mit der Nutzung von Google-Services erkennen Sie an und stimmen zu, dass Google Informationen zu Ihrem Konto und den mit diesem Konto verbundenen Content möglicherweise aufruft, erhält oder weitergibt, wenn dies aus rechtlichen Gründen erforderlich ist oder Google sich in gutem Glauben befindet, dass der Zugriff auf diese Informationen, die Beibehaltung oder die Weitergabe notwendig sind…“

Bei Apples Nutzungsbedingungen der iCloud  liest sich die ganze Angelegenheit folgendermaßen:

Sie erklären sich damit einverstanden, dass Apple, ohne Ihnen gegenüber zu haften, auf Ihre Kontoinformationen und Ihre Inhalte zugreifen, diese nutzen, aufbewahren und/oder an Strafverfolgungsbehörden, andere Behörden und/oder sonstige Dritten weitergeben darf, wenn Apple der Meinung ist, dass dies vernünftigerweise erforderlich oder angemessen ist, wenn dies gesetzlich vorgeschrieben ist oder wenn Apple einen hinreichenden Grund zu der Annahme hat, dass ein solcher Zugriff, eine solche Nutzung, Offenlegung oder Aufbewahrung angemessenerweise notwendig ist…“

Und auch bei Yahoo sieht die Sache ganz ähnlich aus: „Yahoo ist berechtigt, auf Inhalte zuzugreifen und ggf. an Dritte weiterzugeben oder sie zu löschen, soweit Yahoo hierzu rechtlich verpflichtet ist oder dies nach pflichtgemäßem Ermessen notwendig und rechtlich zulässig ist.“

Die Frage ist jetzt nur, was genau „pflichtgemäßes Ermessen“ ist oder wann sich ein Unternehmen „in gutem Glauben befindet“. Natürlich wollen wir hier jetzt keine Panik oder ähnliches machen. Als Nutzer solcher Dienste ist es einfach wichtig, sich die Nutzungsbedingungen und Datenschutzerklärungen durchzulesen, damit man auch genau weiß, auf was man sich einlässt  und es nicht später zu bösen Überraschungen kommt.

Quelle: The Guardian, Artikelbild: Parti Communiste

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