Aufwachen Apple! Schon mal was von Thunderbolt 3 gehört? (Kommentar)

Sven Kaulfuss 8

Cupertino ist spät dran. Wie sprechen heute aber nicht über das iPhone oder andere Endgeräte, sondern über eine Technologie mit viel Potential für den Profi – Thunderbolt. Die dritte Generation wird aktuell schlichtweg ignoriert, warum pennt hier Apple?

Aufwachen Apple! Schon mal was von Thunderbolt 3 gehört? (Kommentar)
Bildquelle: Wake Up Alert / Clock von shutterstock.

Freilich, wie wohl auch die Mehrzahl der Mac-Anwender nutze und nutzte ich Thunderbolt nicht wirklich am Mac, wenn dann nur als Display-Schnittstelle. Alles andere war und ist für mich und den Rest der Consumer-Schar zu komplex und am Ende auch zu teuer. Vor allem externe Festplatten und SSDs werden mittlerweile schnell und günstiger per USB 3.0 angeschlossen – Thunderbolt-Lösungen sind da überdimensioniert. Nun bin aber ich und auch die Mehrzahl der Apple-Nutzer nicht das alleinig bestimmende Glied in der Kette der Thunderbolt-Akzeptanz. Profis schätzen nämlich die größere Leistung, den universelleren Ansatz und die Skalierbarkeit von Thunderbolt gegenüber USB.

Apple und Thunderbolt: Bisher an vorderster Front vereint.

Verbreitung fand Thunderbolt daher bisher in erster Linie bei den professionellen Mac-Nutzern. Dies verwundert nicht, wurde die Schnittstelle – eine gemeinsame Entwicklung von Intel und Apple – doch Anfangs exklusiv beim Mac eingeführt, konkret ab Februar 2011. Erst ein Jahr später fand Thunderbolt seinen Weg auch auf den PC – vereinzelt. Auch die folgende Generation – Thunderbolt 2 – gab es zuerst bei Apple zu bewundern – 2013 im runderneuerten Mac Pro. Ergo: Die professionellen Apple-Nutzer durften sich der geschätzten Aufmerksamkeit sicher sein, denn der Hersteller hielt sein Versprechen und versorgte sie stets mit der neuesten Errungenschaft. Selbst wenn man die Technologie noch gar nicht nutzt, für das Markenbild ein wichtiger und entscheidender Punkt.

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Thunderbolt 3: Für Apple leider irrelevant.

Doch das Blatt wendet sich. Thunderbolt 3 – das wohl spannendste und wichtigste Update der Schnittstelle (siehe Infobox) – wurde von Intel schon vor einem Jahr vorgestellt. Natürlich rechneten die Mac-Nutzer mit einer raschen Einführung bei Apple, ganz wie in der Vergangenheit. Doch Apple schweigt und hat bis heute keinen Mac damit ausgestattet. Stattdessen gibt’s die ersten Rechner mit Thunderbolt 3 von solch wohlklingenden Marken wie Acer, Asus und Dell zu kaufen. Selbst Intel hat einen Mini-PC mit Thunderbolt 3 im Programm. Dazu gibt’s dann die ersten Peripherieprodukte von Akitio, Sonnet und Co. Eine Übersicht der derzeit erhältlichen Thunderbolt-3-Technik finden wir auf thunderbolttechnology.net. Alles natürlich derzeit nur kompatibel mit Windows, nicht mit dem Mac.

Was ist eigentlich Thunderbolt 3?

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Die universelle Schnittstelle – vereinfacht eine Kombination aus DisplayPort 1.2 und PCI Express – wird in Version 3 nicht nur wesentlich schneller (40 Gbps statt 20 Gbps oder auch nur 10 Gbps), sondern vereint auch erstmals USB 3.1. Der neue Stecker entspricht dann auch gleich dem von USB 3.1 Typ-C, per Adapter passt selbstverständlich auch der bisherige Thunderpolt-Port. Rechner benötigen zukünftig so keine getrennten USB- und Thunderbolt-Anschlüsse mehr – beides ist perfekt vereint, bis hin zum Stecker. Hinzu kommt noch die Option mit Thunderbolt 3 ein extrem schnelles 10-Gbit-Ethernet LAN (lokales Netzwerk) aufzusetzen. Praktisch ist hierbei die Unterstützung von längeren Kabeln.

Doch warum wartet Apple mit der Einführung solange ab? Man mag darüber spekulieren, am Ende sind es dann wohl aber pragmatische Gründe. Die meisten (neuen) Mac-Nutzer werden für die Vorteile von Thunderbolt 3 schlichtweg (noch) keine Verwendung haben, Eile ist deswegen nicht geboten. Apple kann es sich kurzum erlauben, die Einführung auf die lange Bank zu schieben, denn rein monetär verliert man derzeit nichts. Dies sieht man deutlich zuletzt bei der Umsatzsteigerung des neuen und „abgespeckten“ MacBooks – Thunderbolt ist für ein solches Produkt schlicht irrelevant.

Ignoranz ist der falsche Weg.

Sollten diese Überlegungen zutreffen, so fände ich dies sehr bedauerlich. Denn auch wenn der rein finanzielle Aspekt vernachlässigbar ist, das Marken-Image ist es nicht. Dieses profitiert von „Leuchtturm-Technologien“ wie Thunderbolt 3. Selbst wenn nur ein Bruchteil die Technik am Ende wirklich nutzt, der Lichtstrahl der Innovation beleuchtet auch all die Consumer-Produkte die Apple verkauft – vom iPhone, über das iPad bis hin zum Lifestyle-Book in Roségold.

Deshalb die Bitte: Kommt in die Puschen!

Im März gab es leider noch keinen Mac mit Thunderbolt 3 zu sehen…

Apple Event März 2016 Zusammenfassung.

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