Warum ich mir Smartphones mit Hardware-Tastatur zurückwünsche [Kommentar]

Martin Malischek 31

Mein erstes Smartphone war ein Palm Pre – mit einer Hardware-Tastatur. Mit ihr tippte ich schnell und beinahe fehlerfrei Texte, an die kleinen Tasten gewöhnte ich mich schnell. Mit dem besiegelten Ende der Marke kam dann ein Android-Smartphone zum Einsatz und mein Leidensweg begann und dauert bis zum heutigen Tage an. Ich persönlich würde sofort zu einem High-End-Smartphone mit dem Google-Betriebssystem greifen, das eine Hardware-Tastatur vorweist. Tatsächlich könnte ich bald fündig werden: BlackBerry kooperiert mit Google.

Würden wir zehn Jahre zurückreisen und jemandem eines unserer aktuellen Smartphones (ausgenommen die BlackBerry-Geräte) in die Hand drücken, wüsste man wohl erstmal nichts mit ihnen anzufangen: Eine Tastatur fehlt bei diesen Geräten gänzlich. Und mit Touchscreen wird per se niemand ohne Anfangsschwierigkeiten intuitiv umgehen können. Klar ist dies nun kein Aufruf zu Touchscreen-losen Smartphones oder ein Aufschrei a lá „früher war alles besser!“ – trotzdem fehlt mir bei den aktuellen Geräten eine Hardware-Tastatur.

Smartphones mit Tastatur: BlackBerry als Revolutionist

Zugegebenermaßen war das Tippen von SMS vor einiger Zeit auch nicht schneller, musste man sich doch an den kleinen Buchstaben unter den Zahlen 2-9 orientieren; auf den acht Tasten befindet sich beispielsweise auf Nokia-Handys unser komplettes Alphabet, das bekanntermaßen 30 Buchstaben mit sich bringt.

Die große Revolution in diesem Gebiet läutete wohl BlackBerry ein, als erste Handys mit vollwertigen QWERTZ/QWERTY-Tastaturen unter dieser Marke vertrieben wurden. Eine Alternative blieben diese Geräte allerdings nicht lange, da Apple mit dem ersten iPhone die Touchscreen-Ära „einläutete“. Beschränkte man sich bis dato bei Handys mit Touchscreen immer noch auf die reine Bedienung, verzichteten die Cupertiner komplett auf eine Hardware-Tastatur. Kurz darauf folgten Geräte von Samsung mit dem Bada-Betriebssystem; damals praktisch, heute natürlich längst überholt. Mittlerweile finden sich die Koreaner vollends im Android-Metier, wenngleich sie mit Tizen einen Versuch zum eigenen OS starteten. Auch Google soll seine Pläne geändert haben und setzt mit Android vollends auf Touchscreen – angeblich wegen der Veröffentlichung und des großen Erfolges des Apple-Geräts.

Handy mit Tastatur: Palm Pre - Schnell, aber mittlerweile eingestampft

Mein erstes richtiges Smartphone mit mobilem Internet war – wie bereits erwähnt – das Palm Pre. Ich war begeistert, wie schnell das Smartphone war und dass es sogar mit 3D-Grafiken wertiger Rennspiele klar kam. Zusätzlich überzeugte mich die Hardware-Tastatur, welche nach kurzer Eingewöhnung ein ähnlich schnelles Schreiben erlaubte, wie eine herkömmliche Computer-Tastatur. Das Layout war auch nicht sehr gewöhnungsbedürftig; man übernahm das QWERTZ-Format gewöhnlicher Computer-Tastaturen. Spezialbefehle und Interpunktionen konnten über eine Sondertaste erreicht werden. Die Tastatur wurde durch einfaches Aufschieben hochkant bedient. Mit dem Verkauf der Marke Palm an Hewlett Packard weilte dieser aber nicht mehr lange unter uns – zumindest was die Vorstellung und Weiterentwicklung der markanten Palm-Smartphones angeht.

Mein Umstieg auf Android war jedoch nicht so schwer wie gedacht, denn noch vor zwei Jahren vertrieben Motorola, Sony Ericsson und HTC Geräte mit der meiner Meinung nach angenehmsten Eingabemethode „Hardware-Tastatur“. Das Motorola Milestone und der Nachfolger Milestone 2 wurden mit einer solchen ausgestattet, das HTC Z, sowie das Sony Xperia Pro (dieses legte ich mir zu) ebenso. Alle drei Geräte kamen nie über das Update von Android 4.0 hinaus und sind angesichts der mittlerweile veralteten Spezifikationen leider nicht mehr aktuellen Geräten vorzuziehen. Auch wenn die Bedienung - meiner Meinung nach - sehr einfach durch die Tastatur von der Hand ging.

Smartphone mit Tastatur? Lieber nicht – leicht und dünn ist geil!

Mittlerweile gilt jedoch: Je dünner und leichter, desto besser. Hier muss die Tastatur ganz klar wegen des Gewichts und des Faktors Gerätedicke weichen. Damit verbunden ist natürlich auch, dass beim Tippen von Texten der Großteil eines Bildschirms von der Software-Tastatur verdeckt wird. Sehr unpraktisch wenn man einen längeren Text schreibt, der hinter der recht großen emulierten Tastatur verschwindet.

Die Elektronikriesen sehen Mobilgeräte mit Hardware-Tastatur jedoch augenscheinlich nur noch als Nischenprodukt für alte Greise und statten Einsteigermodelle mit vollwertigen Tastaturen aus, um „Smartphone-Anfängern“ den Einstieg in den Sektor zu erleichtern. Aktuelle High-End-Geräte großer Smartphone-Hersteller durften wir in letzter Zeit jedoch nicht begutachten.

BlackBerry, eine Alternative für mich?

Warum wagt kein großer Hersteller mehr den Versuch und bringt ein Mid- oder High-End-Gerät mit Hardware-Tastatur auf den Markt? Die einzige Alternative hier ist BlackBerry: Jene Geräte sind jedoch nicht zum Zocken und für Social-Media entwickelt worden, sondern vielmehr zum Arbeiten und sind deswegen als reines Office-Gerät abzustempeln. Und selbst die für die QWERTZ-Smartphones bekannte Marke wendet sich teils den Hardware-Tastaturen ab.

Meine Hoffnung komplett verloren habe ich allerdings noch nicht. Denn es bandelt sich eine Kooperation von Google und BlackBerry an, mit der die Veröffentlichung eines Touchscreen-Geräts mit vollwertiger Hardware-Tastatur nicht mehr allzu entfernt scheint. Ob dies tatsächlich der Fall sein wird oder der eher mehr im Business-Sektor platzierte Hersteller Android-Geräte ohne Hardware-Tastatur veröffentlicht, steht natürlich in den Sternen. (BlackBerry), LG, Samsung, Motorola & Co.: Beim nächsten hochwertigen Android-Smartphone mit Hardware-Tastatur bin ich dabei!

Zu den Kommentaren

Kommentare zu diesem Artikel

* Werbung