ARM Cortex-A75 und -A55 vorgestellt: DynamIQ-CPU-Kerne für Smartphones, Autos, PCs und künstliche Intelligenz

Peter Hryciuk

Höchste Effizienz und bahnbrechende Performance: Das verspricht ARM mit den neuen Cortex-A75- und Cortex-A55-Prozessorkernen. Diese sind nicht nur für Smartphones und SoCs wie den Snapdragon 845 vorgesehen, sondern auch für Autos, PCs mit Windows 10 und weitere Geräte.

Samsung Galaxy S8: Der Test.

Die ARM-Architektur treibt viele unserer mobilen Endgeräte wie Smartphones und Tablets an. Prozessorhersteller lizenzieren die ARM-Kerne und bauen sich damit SoCs, die unter eigenen Namen vermarktet werden. Der Exynos-8895-Prozessor, der im Samsung Galaxy S8 arbeitet, basiert auf der ARMv8-Architektur und kommt mit einer Mali-Grafikeinheit. Samsung hat den SoC zwar individuell angepasst, doch die Kerne und die Technologie stammen von ARM. Ähnlich ist es beim Snapdragon 835 der Fall. Um so wichtiger sind die neuen Cortex-Prozessoren, die zukünftige SoCs antreiben und dort spielt DynamIQ eine große Rolle.

ARM Cortex-A75 und Cortex-A55: DynamIQ-Prozessoren

New cores for new AI experiences everywhere

Während es bisher strickte Vorgaben bei der Zusammenstellung von big.LITTLE-SoCs gab, beispielsweise zwei Low-End- und zwei High-End-Kerne, können mit DynamIQ.big.LITTLE die neuen Cortex-A75 und Cortex-A55 deutlich flexibler kombiniert werden. Ein Acht-Kern-Prozessor muss also nicht wie bisher aus vier Cortex-A53- und vier Cortex-A73-Kernen bestehen, sondern kann auf sieben Cortex-A55 und einem Cortex-A75-Kern setzen. Ein High-End-Kern erledigt die großen Arbeiten, während sieben Mittelklassekerne sich den Rest teilen. Die Kerne können natürlich auch alle zusammenarbeiten und so eine hohe Performance und Effizienz erreichen.

ARM Cortex A75: Der neue High-End-Kern

Der ARM Cortex-A75 tritt die Nachfolge des A73 an und bietet bei gleicher Fertigung in 10 nm eine Leistungssteigerung von etwa 20 Prozent, ohne mehr Energie zu verbrauchen. Viel wichtiger ist aber die Unterstützung von künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen. Damit kann der Prozessor in neuen Branchen wie dem Automotive-Bereich eingesetzt werden. Doch auch Smartphone setzen zukünftig immer stärker auf die künstliche Intelligenz, sodass die Möglichkeiten noch viel größer wären, als es bisher der Fall ist.

A system-level approach for distributed intelligence

ARM konzentriert sich aber nicht nur auf die eigenen Märkte, sondern will Intel und die x86-Architektur angreifen. Microsoft lässt Windows 10 zukünftig auch auf ARM-Prozessoren laufen und der Cortex-A75 wird die perfekte Grundlage dafür. Er verspricht eine bessere Skalierung und Performance bei der Emulation von Windows-Programmen, sodass die Leistung nicht nur bei „Universal Windows Platform“-Apps aus dem Windows Store stimmt, sondern bei allen Programmen – und zukünftig sicher auch Spielen.

ARM Cortex A55: Effizienter Mittelklasse-Prozessorkern

Uncompromised performance at the edge

Der Cortex-A55 tritt die Nachfolge des Cortex-A53 an. Der A53 wurde laut ARM in über 1,5 Milliarden SoCs verbaut und von über 40 Partnern verwendet. Damit der Prozessorkern auch weiterhin so gut angenommen wird, hat ARM einige Optimierungen vorgenommen. Im Fokus bleiben natürlich eine gute Performance und vor allem hohe Effizienz. Im Vergleich zum Cortex-A53 wurde die Performance um etwa 20 Prozent und die Effizienz dadurch um etwa 15 Prozent verbessert.

Das klingt auf den ersten Blick sehr vielversprechend, muss von den großen Prozessorherstellern aber auch richtig umgesetzt werden. Zum Ende des Jahres werden die neuen Cortex-A75 und -A55-Kerne verfügbar sein, sodass wir erste Endgeräte erst 2018 zu Gesicht bekommen.

Quelle: ARM via golemtheverge

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