ASUS zieht Übernahme von HTC in Erwägung

Kaan Gürayer 5

Jüngst ist der Aktienkurs von HTC auf ein neues 10-Jahres-Tief gefallen. Wenig verwunderlich also, dass der strauchelnde Konzern immer öfter als Übernahmekandidat gehandelt wird. Interesse an einem Kauf von HTC hat offenbar auch ASUS, wie Reuters berichtet. 

ASUS zieht Übernahme von HTC in Erwägung

Für HTC, einst innovativer Vorreiter im Android-Sektor, läuft es alles andere als rosig. Das Unternehmen steckt seit Jahren im Strudel aus sinkenden Verkaufszahlen und fallenden Marktanteilen. Hauptverantwortlicher für die derzeitige Krise dürfte vor allem das HTC One M9 sein. Das aktuelle Topmodell des taiwanischen Herstellers musste sich viel Kritik gefallen lassen – zu gering die Änderungen gegenüber dem Vorgänger, sowohl in technischer als auch optischer Hinsicht, monierte beispielsweise die Fachpresse. Auch in unserem Test des HTC One M9 wurde das Verharren in diesem Status Quo kritisiert. Könnten die fähigen Manager bei ASUS den Konzern wieder auf Kurs bringen? Zumindest intern wurde eine Übernahme HTCs bereits diskutiert.

Gegenüber der Nachrichtenagentur sagte David Chang, ASUS‘ Chief Financier Officer (CFO), dass eine Übernahme von HTC bereits Gesprächsstoff beim taiwanischen Hersteller war: „Unser Vorstandsvorsitzender brachte das Thema einmal auf“, so Chang. Ein Kauf sei aber wenig wahrscheinlich, da ASUS vor allem auf organisches Wachstum setze.

HTC One M9 im Videotest

HTC One M9: Test.

ASUS und HTC: Eine Übernahme ergibt Sinn

Auch wenn eine Übernahme von HTC derzeit also wenig wahrscheinlich ist, völlig ausgeschlossen ist sie jedoch nicht – zumal in der Vergangenheit bereits ZTE und Lenovo Interesse an HTC bekundet haben. Tatsächlich würde sie an vielen Ecken und Enden sogar eine Menge Sinn ergeben. Beide, ASUS und HTC, stammen beispielsweise aus Taiwan. Aus organisatorischer und rechtlicher Sicht wäre eine Übernahme wohl einfacher zu regeln. Darüber hinaus würden sich beide Unternehmen auch in ihren Produktportfolios ergänzen. HTC ist ein erfahrener Player im Smartphone-Markt, hat mit Ausnahme des von Google vertriebenen Nexus 9 aber kein Tablet im Angebot. ASUS hingegen ist stark auf dem Tablet- und Notebook-Markt, spielt aber trotz der hervorragenden ZenFone-Serie kaum eine ernstzunehmende Rolle bei Smartphones. Mit vereinten Kräften könnten ASUS und HTC auch dem etablierten Branchenprimus Samsung den Kampf ansagen.

Cher Wang, die Vorstandsvorsitzende und derzeitige Chefin von HTC, sagte einmal, dass sie sich vom Aktienkurs des Unternehmens nicht beeinflussen lasse. Das war allerdings vor knapp zwei Jahren – bevor HTCs Aktie ins Bodenlose gefallen ist. Mittlerweile sollte die Dame vielleicht doch mal einen Blick auf den Börsenticker wagen und ernsthaft einen Verkauf von HTC in Erwägung ziehen. Das dürfte ihr zwar alles andere als leicht fallen – immerhin hat sie HTC 1997 mitgegründet und das Unternehmen ist damit so etwas wie „ihr Baby“. Ein Verkauf ist aber allemal besser als ein langsames dahin vegetieren, das schlussendlich im Tod endet.

Quelle: Reuters

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