Gaming-Notebook: Zusammenstellen leicht gemacht

Jürgen Stöffel

Gaming Notebooks versprechen Mobilität beim Zocken und sind sehr praktisch. Doch welche Grafikkarte soll in das Notebook und wie viel Arbeitsspeicher oder Prozessorleistung braucht ein guter Gamer-Laptop? Wir zeigen euch, auf was ihr beim Zusammenstellen eines solchen Geräts achten solltet.

Ein echtes Gaming-Notebook, auf dem auch aktuelle High-End-Spiele laufen sollen, stellt höchste Anforderungen an die Hardware, welche dafür Zusammengestellt werden soll. Daher sind auch „günstige“ Geräte alles andere als billig und normalerweise nicht unter 500 Euro zu haben. Darüber hinaus sind Notebooks nur schwer aufrüstbar. Ein bisschen mehr RAM oder eine bessere Festplatte sind meist das höchste der Gefühle. Außerdem solltet ihr euch darauf gefasst machen, dass ordentliche Gaming-Notebooks sehr viel Strom fressen und entsprechend heiß werden. Passt also auf, wo ihr das Teil hinstellt und habt immer ein Ladekabel dabei!

Königdisziplin Grafikkarte

Die Grafikkarte ist eine der wichtigsten Komponenten eines Gaming-Notebooks, denn was nützt euch ein fetter Prozessor mit zig Kernen, wenn der Grafikchip hinterherhinkt? Wenn ihr also grafisch anspruchsvollere Spiele als Minecraft oder World of Tanks auf eurem Notebook zocken wollt, muss eine mächtige Grafikkarte verbaut sein.

Solch ein Gerät sollte über mindestens zwei, besser aber drei bis vier Gigabyte GDDR5-Speicher verfügen. Gute Gaming-Grafikarten erkennt ihr an den Modellnummern. Bei Hersteller Nvidia sind die Zahlen 6, 7 oder 8 an zweiter Stelle der Modellnummer ein Indikator für spieletaugliche High-End-Geräte (beispielsweise die NVIDIA GeForce GTX 960M). Bei AMD sind die Zahlen 8 und 9 ein Garant für Qualität.

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Prozessor – Vier gewinnt!

Seit einiger Zeit schon haben sich Prozessoren in Sachen Einzel-Leistung nicht mehr groß weiterentwickelt, einzig die Anzahl der Prozessorkerne nimmt stetig zu. Für ein gescheites Gaming-Notebook solltet ihr lediglich darauf achten, dass euer Gerät mit ungefähr 2 GHz taktet und mindestens drei Prozessorkerne (besser vier!) unter der Haube hat.

Gerade die Kernzahl und die Größe des Cache-Zwischenspeichers machen hier das Leistungsplus im Vergleich zu billigeren Multimedia-Systemen aus. Besonders gute Prozessor-Modelle für Gamer stammen derzeit aus der Reihe der Intel Core i7 Modelle. Beim Konkurrenten AMD sind die Geräte aus der „Black-Edition“ (BE) optimal für Gamer geeignet.

Was ist mit dem Speicher?

Festplattenspeicher und Arbeitsspeicher (RAM) sind ebenfalls nicht zu unterschätzen, wenn ihr ein gutes Gaming-Notebook wollt. An Arbeitsspeicher sollten für flüssiges Zocken schon mindestens acht Gigabyte verbaut sein. Optimal fahrt ihr mit 16 GB RAM. Doch RAM ist nicht alles, auch die Festplatte muss entsprechend schnell sein, damit kein unnötiger Flaschenhals entsteht.

Daher sind moderne SSD-Platten („Solid State Drive“) optimal für Gamer geeignet, denn diese sind zum einen schnell wie der Teufel und zum anderen dank fehlender mechanischer Teile unempfindlich gegen Erschütterungen.

Der Nachteil der Wunderdinger: Sie sind sündhaft teuer! Bei über 256 Gigabyte explodieren die Preise exponentiell, daher wäre eine 256 GB SSD-Platte in Verbindung mit einem herkömmlichen HDD-Speichermedium mit mindestens einem Terabyte (1024 Gigabyte) ein guter Kompromiss. Achtet dann darauf, dass ihr nur eure anspruchsvollsten Games auf der SSD-Platte installiert.

Alternativ könnt ihr euch übrigens auch für eine Zwischenlösung entscheiden – so genannte SSHD-Platten sind ein Kompromiss aus Preis und Leistung, da sie langsamer als SSDs und schneller als HDDs sind.

Was für ein Display braucht ihr?

Der Bildschirm eines Gaming-Notebooks sollte eine möglichst hohe Auflösung (mindestens Full HD mit 1.920 x 1.080 Bildpunkten) bieten. Die Bildschirmdiagonale sollte für ordentliches Zocken schon bei 17 Zoll liegen. Falls ihr das Notebook nur in dunklen Räumen nutzt, empfiehlt sich ein glänzendes Display, da es brillantere Farben darstellt. Doch bei zu viel Gegenlicht habt ihr statt eines geilen Bildschirms einen sündteuren Spiegel.

Matte Displays bieten – welche Überraschung! – eine eher gedämpfte Farbbrillanz, aber dafür könnt ihr auch mal draußen auf der Terrasse zocken. Wer übrigens mehr Geld investieren will, sollte sich ein IPS-Display leisten, da dieses auch bei ungünstigen Blickwinkeln noch alles tadellos anzeigt.

Auf was sollte man noch achten?

Zusätzlich zur essentiellen Spiele-Hardware sollte euer Gaming-Notebook noch weitere nützliche Komponenten enthalten. Beispielsweise ein optisches Laufwerk wie einen Blu-ray-Player zum Filme gucken. Denn eine Maschine, welche die neuesten Games packt, hat auch mit HD-Filmen keine Probleme. Weiterhin sollten die USB-Anschlüsse in ausreichender Zahl (mindestens drei) vorhanden sein.

Damit ihr bei der Datenübertragung nicht einschlaft, sollte es sich schon um den aktuellen USB-3-Standard handeln. Weiterhin wäre ein HDMI-Anschluss sehr sinnvoll, denn dann könnt ihr das Gerät an einen externen Bildschirm anschließen und sowohl Bild- als auch Ton-Daten wiedergeben lassen. Weiterhin sollte auch der gute alte LAN-Anschluss nicht fehlen, damit ihr euch in ein lokales Netzwerk einstöpseln könnt.

Auf der folgenden Seite geht’s mit drei Einkaufstipps für Gaming-Notebooks weiter!

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