Apples Musik-Pläne: Beats Music in iTunes integriert, neue Musik-App im iOS 9

Florian Matthey 2

Seit der Beats-Übernahme stellt sich die Frage, was Apple mit dem Streaming-Dienst Beats Music vor hat. Jetzt soll ein Relaunch von Apples gesamten Musik-Diensten anstehen, der das Angebot zu einem echten Spotify-Konkurrenten machen soll.

Apples Musik-Pläne: Beats Music in iTunes integriert, neue Musik-App im iOS 9

Die New York Times berichtet über Apples Pläne für Beats Music und die gesamte iTunes-Infrastruktur. Offenbar plant Apple, sein Musik-Angebot noch in diesem Jahr komplett neu auszurichten.

Den nicht namentlich genannten Quellen der Zeitung zufolge möchte Apple Beats Music in seine anderen Dienste integrieren, der Name des Streaming-Angebotes werde wahrscheinlich verschwinden. Für den dann neu gestarteten Streaming-Dienst soll es auch eine neue Musik-App in einer zukünftigen iOS-Version – wahrscheinlich iOS 9 – geben. Für deren Gestaltung soll wiederum kein Software-Entwickler, sondern der Nine-Inch-Nails-Frontmann Trent Reznor verantwortlich sein, der bei Beats Chief Creative Officer war. Die App werde Apple-typisch elegant und schlicht sein, so die New-York-Times-Quellen.

Das Streaming-Angebot werde anders als Spotify nicht die Option einer kostenlosen, werbefinanzierten Nutzung bieten. Dies sei auch im Sinne der Musikindustrie, die nicht glücklich darüber ist, dass Kunden sich daran gewöhnen, nicht für Musik bezahlen zu müssen. Trotz der Expertise des Beats-Mitgründers Jimmy Iovine habe es Apple aber nicht geschafft, die Musikindustrie zu überzeugen, Streaming-Abonnements günstiger als Spotify – für 8 statt 10 Dollar monatlich – anbieten zu können. Das zeige, dass Apples Verhandlungsposition mit den Rechteinhabern nicht mehr so stark sei wie noch vor zehn Jahren.

Iovine soll sich jetzt wiederum um andere Deals mit der Musikindustrie kümmern: Beispielsweise soll er für die Akquise exklusiver Deals für den iTunes Store verantwortlich sein. Künstler sollen also verstärkt Alben zuerst und mit zusätzlichen Inhalten in Apples Download-Portal veröffentlichen, bevor sie an anderer Stelle erhältlich sind.

Auch das kostenlose Streaming-Angebot iTunes Radio, das anders als Spotify kein On-Demand-Streaming bietet, soll in Zukunft weiter bestehen. Allerdings plane Apple eine stärker ausdifferenzierte regionale Ausprägung des Angebots. Hierfür soll sich der bisherige BBC-DJ Zane Lowe verantwortlich zeigen, der kürzlich zu Apple wechselte. Lowe soll dann auch als Moderator auftreten, so dass sich iTunes Radio letztendlich eher wie ein herkömmlicher Radio-Sender „anfühlt“.

Wann Apple die Pläne genau umsetzen wird, ist offenbar noch nicht bekannt. Da die neue Musik-App aber offenbar Teil des iOS 9 werden soll, dürften zumindest einige Ankündigungen im Rahmen der Präsentation des neuen Betriebssystems im Rahmen der Worldwide Developers Conference (WWDC) im Juni erfolgen.

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