QuakeCon: Warum das Event ein Vorbild für andere Gaming-Veranstaltungen sein sollte

Kristin Knillmann 9

Eigentlich bin ich auf der QuakeCon, um mir die größte LAN der Welt aus nächster Nähe anzusehen. Um für euch neue Infos zu Fallout 4 und DOOM zu erfahren. Während der Keynote von id Software und Bethesda hat mich eine Sache aber besonders begeistert: Den mutigen Schritt dieser Firmen, Hilfestellung für Spieler*innen mit psychischen Krankheiten zu bieten.

QuakeCon: Warum das Event ein Vorbild für andere Gaming-Veranstaltungen sein sollte

Die QuakeCon gibt es inzwischen seit einer halben Ewigkeit, und dieses Jahr feiert das Event in Dallas, Texas sein 20. Jubiläum. Schon seit seiner Entstehung war die QuakeCon ein Event FÜR Spieler*innen. Ein Event, das via IRC als LAN-Party entstand und bei dem Spieler*innen in der BYOC-Ecke (= Bring your own Computer) ihre eigenen Rechner aufbauen und entspannt zusammen zocken konnten.

Ein Event wie die QuakeCon ist weitaus mehr als eine reine Werbe- oder PR-Veranstaltung, wie wir es häufig von Spiele-Messen gewohnt sind. Die QuakeCon bringt die Spieler WIRKLICH näher zusammen. Das ist mir hier vor Ort auch gleich aufgefallen: Auf keinem Games-Event habe ich jemals so viele offene, unfassbar nette Menschen auf einem Haufen erlebt. Kein Pöbeln, kein Schubsen, keine dummen Sprüche. Stattdessen steht was anderes im Vordergrund: Zocken, Spaß haben und zu einer großen Community verwachsen.

TakeThis

Auch die Veranstalter/Sponsoren, die damals im zweiten Veranstaltungsjahr 1997 ins Boot geholt wurden, beweisen eine unglaubliche Nähe zu den Spieler*innen. Das wird spätestens dann klar, wenn man sieht, wie viel Mühe sich id Software, Zenimax, Bethesda und Co. mit ihren Fans geben: Exklusive Ankündigungen (Fallout Anthology), viele tolle Preise für Hardcore-Gamer*innen und Einsteiger, sowie das erste DOOM-Hands-on der Welt (mehr dazu später noch). Jede Menge cooler Kram.

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Besonders begeistert hat mich allerdings, dass diese eben genannte Nähe und Wertschätzung der Spieler*innen noch ein Level weiter geht: Gemeinsam mit der gemeinnützigen Organisation TakeThis bieten die Veranstalter auf der QuakeCon 2015 einen sogenannten AFK-Raum (= Away from Keyboard) an, in dem sich Event-Teilnehmer mit psychischen Krankheiten zurückziehen können und auf Wunsch einen Gesprächspartner oder gar professionelle Hilfe finden.

Mehr Infos über TakeThis *

Creative Director von id Software Tim Willits dazu während der Keynote: (grob übersetzt) „Öffentliche Events wie die QuakeCon können für Depressionskranke ein Trigger sein. Wir wollen ihnen hiermit die Räumlichkeiten stellen, die sie benötigen, um sich zurückzuziehen.“

Die Zahlen der Betroffenen steigt ständig, die Dunkelziffer liegt noch höher. Als Veranstalter solch elementare Dinge wie AFK-Räume zu stellen, finde ich fantastisch und wichtig - und sollte ein Vorbild für alle anderen Gaming-Events werden.

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