BitTorrent Bleep: Sicherer Messenger für Text und Voice auf P2P-Basis für Android erschienen

Rafael Thiel

Wir befinden uns in der „Post-Snowden-Ära“: Die Entwickler von BitTorrent arbeiten angesichts der aufgedeckten Spionage-Skandale der näheren Vergangenheit aktuell an einem sicheren Kommunikationsdienst. Seit Juli kann Bleep von ausgewählten Benutzern auf Windows-PCs getestet werden, jetzt ist auch eine Alpha-Version für Android und den Mac erschienen. Im Gegensatz zu vielen anderen Diensten ist der Datenverkehr von Bleep nicht nur durchgehend verschlüsselt, sondern findet auch dezentral statt und hinterlässt somit keinerlei Metadaten.

Mittlerweile haben die meisten Kommunikationsdienste diverse Verschlüsselungen integriert und schützen auf diese Weise die Privatsphäre ihrer Benutzer vor der Daten-Sammelwut einiger Geheimdienste. Somit mögen zwar die versendeten Inhalte vor ungewollten Beobachtern sicher sein, jedoch verbleiben beim Datentransfer entstehende Metadaten auf den Servern der Unternehmen mehr oder weniger ungeschützt. So kann ein Geheimdienst beispielsweise nicht den Text der verschickten Nachricht lesen, wohl aber von welcher Person dieser stammt, an wen er gesendet wurde und wann die Konversation stattfand.

Dieser Problematik begegnen die Entwickler von BitTorrent mit dezentralem Datentransfer. Anstatt die Datenpakete über die eigenen Server zu leiten, versendet Bleep die Inhalte auf dem P2P-Prinzip (Peer-to-Peer). Sprich: Die Endgeräte kommunizieren untereinander ohne zentralen Server als Mittelsmann und etwaige zurückgebliebenen Metadaten. Die versendeten Daten sind dabei natürlich weiterhin End-to-End verschlüsselt und können nur vom beabsichtigten Empfänger entschlüsselt werden.

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Bislang gab es lediglich einen Pre-Alpha-Release für Windows 7 und 8, jetzt sind auch Versionen für Android und Mac erschienen – nach wie vor als Alpha wohlgemerkt. Wer sich die App im Play Store herunterlädt kann sich mit seiner E-Mail-Adresse oder seiner Telefonnummer anmelden oder alternativ komplett anonym und ohne persönliche Angaben beitreten. Im Moment werden Textnachrichten und Telefonanrufe an Online-Kontakte unterstützt. Die Kontaktliste kann man dabei wahlweise aus Google importieren oder Einladungen via E-Mail, SMS, QR-Code oder Public Key herausgeben.

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Bei einem Alpha-Release funktioniert natürlich noch nicht alles perfekt: Ein bestehender Account kann auf seinen Androiden transferiert werden, umgekehrt funktioniert das aktuell noch nicht. Darüber hinaus wird derzeit noch empfohlen, Bleep die Kommunikation nur über WLAN zu gestatten, da die App noch ziemlich „datenhungrig“ ist. Während empfangene Nachrichten auf mehreren Geräten eingesehen werden können, sind gesendete Inhalte selbstredend nur auf dem jeweiligen Client sichtbar. Außerdem findet eine Kommunikation nur statt, wenn sowohl Absender als auch Empfänger online sind, andernfalls müssten die Nachrichten ja irgendwo zwischengespeichert werden und der Gedanke hinter Bleep wäre somit ad absurdum geführt.

Die App ist kostenlos im Play Store zu haben. Eine Liste aller bekannten Probleme mit der Alpha-Version gibt es auf der Webseite von BitTorrent, Benutzer werden gebeten, ihre Beobachtungen zur Verbesserung der Anwendung mit den Entwicklern zu teilen. Auf der offiziellen Webseite kann man sich den Client auch für Windows und Mac herunterladen.

Die App konnte im App Store nicht gefunden werden.

Quelle: BitTorrent Blog

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