GfK: Deutsche Spieler werden immer älter – und mehr

Marco Schabel 10

Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hat jüngst eine Befragung unter Videospielern durchgeführt und dabei interessante Ergebnisse hervorgebracht. Unter anderem, dass Videospieler in Deutschland immer älter werden.

GIGA News - RTL vs Gamer, Xbox One, E3 2013.

Geht es um Games, haben wir hierzulande noch einige Unstimmigkeiten. Während Deutschland als größter Videospiel-Markt in Europa gilt, es regelmäßig E-Sport im Fernsehen gibt und mit der gamescom die weltweit größte Messe in diesem Bereich ausrichtet, werden Videospieler oft noch immer gerne stigmatisiert. Sie werden als überwiegend männlich, asozial, potenzielle Amokläufer und als suchtgefährdet betrachtet, Videospiele vor allem von konservativen Parteien verteufelt und das Internet – bekanntlich für uns alle Neuland – nicht ernst genommen. Wie eine neue Befragung der GfK laut dem Bundesverband für Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) jedoch verdeutlicht, sieht die Realität ganz anders aus.

Halb Deutschland spielt Videospiele – und ist mindestens Mitte 30

Die haben eine repräsentative Umfrage unter 25.000 Personen aller Altersgruppen und Bevölkerungsschichten durchgeführt und interessante Ergebnisse zutage gefördert. Demnach ist nahezu jeder zweite Einwohner dieses Landes (46 Prozent der Bevölkerung, basierend auf 74 Millionen Staatsbürgern) ein Videospieler. In absoluten Zahlen bedeutet das, 34,4 Millionen Menschen, was knapp 4,4 Millionen mehr sind, als noch 2015. Auch das bekannte Vorurteil, es gebe keine oder kaum weibliche „Gamer“ wird widerlegt. 16,2 Millionen, also 47 Prozent aller Gamer, sind Mädchen oder Frauen.

So groß ist das Interesse an Konsolen in Deutschland

Eine weitere Erkenntnis bezieht sich auf das Durchschnittsalter der Spieler. Demnach meldet die GfK, dass der Durchschnittsspieler hierzulande 35 Jahre alt ist, also im besten Alter. Damit ist der Wert allerdings um knapp ein halbes Jahr angestiegen, was vor allem dem Umstand zuzuschreiben ist, dass es immer mehr Gamer gibt, die über 50 Jahre alt sind. Mit 8,4 Millionen Menschen (vormals 7,9 Millionen) stellen diese 25 Prozent der Gesamtheit. Als Grund dafür wiederum wird angegeben, dass die intuitive Steuerung vor allem von Smartphone- und Tabletspielen keine Hürde darstellt und viele Personen dieser Generation die Anfänge der Videospiele miterlebt und mit ihnen aufgewachsen sind.

PC nach wie vor Plattform Nummer 1

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Geht es um die bevorzugten Spieleplattformen in Deutschland, hat sich wenig getan. Auch wenn der PC 1,4 Millionen Nutzer verloren hat, stellt er mit 18,4 Millionen oder 54 Prozent weiterhin die erste Wahl der Deutschen dar, gefolgt von Smartphones, die 700.000 Nutzer dazugewonnen haben und mit 17,2 Millionen Nutzern auf der Überholspur sind. Platz 3 belegen die Konsolen, dabei vor allem PlayStation 4, Xbox One und Wii U, die ebenfalls einen Anstieg verzeichnen können und jetzt 15,6 Millionen deutsche Videospieler beheimaten. Zuletzt folgen Tablets (11,5 Millionen, ein Zuwachs von einer Million) und Handhelds (unverändert 8,3 Millionen).

Wie es aussieht, fehlen also nur noch die Akzeptanz der breiten Bevölkerung und vielleicht auch ein besseres Verständnis von Videospielen, damit sich Videospieler in Deutschland auch so fühlen, wie es dank der GfK auf dem Papier aussieht.

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