Teufel Boomster im Test

Stefan Bubeck 4
Update vom 16.01.2018:
Achtung – es gibt mittlerweile ein neueres Modell:
Teufel Boomster (2017) im Test

Test des Teufel Boomster (alte Generation)

Teufel mit Sitz in Berlin ist ein Hersteller, der sich dem Direktvertrieb verschrieben hat. Solide Gadgets zum günstigen Preis und eine stetig wachsende Produktpalette haben dafür gesorgt, dass sich über die Jahre eine treue Fanbase entwickelt hat. Der Boomster ist eine Neuintepretation der Gattung Boombox, auch bekannt als „Ghettoblaster“. Mit seinem stattlichen Volumen steht der Boomster in diesem Vergleichstest etwas im Abseits. Wir haben ihn uns trotzdem angeschaut, um herauszufinden, was möglich ist, wenn ein Lautsprecher an die Grenze des tragbaren geht.

Design und Verarbeitung

Was für ein Prachtkerl! Der Boomster wirkt massiv und fühlt sich auch so an. Der metallene Tragegriff wirkt äußerst robust und zitiert auf clevere Weise das Design der früher so beliebten Boomboxen. Ansonsten geht Teufel konsequent den Weg einer modernen Gestaltung. Ein schwarzes Gehäuse aus mattem Kunststoff, eine plane Lochgitterfront, abgerundetete Ecken, weiß leuchtende Touch-Bedienelemente statt mechanischer Tasten und rundum gelungene Proportionen: Der Boomster ist schön anzusehen und wirkt optisch zeitgemäß.

Mit einem Gewicht von über drei Kilogramm eignet sich der Lautsprecher auch als Hantel, mit seinen Abmessungen passt er gerade noch in einen geräumigen Rucksack. Insgesamt ist er dennoch etwas kompakter als seine Vorläufer aus den 80er Jahren. Er ist transportabel, im Vergleich zu den anderen Boxen im Test, allerdings ein ganz schöner Brocken. Wir sehen den Boomster eher im Kofferraum eines Autos oder zwischen Gartenlaube und Terrasse reisen, als locker in der Hand auf dem Weg zum Park. Eines ist sicher: Wer mit dem Boomster irgendwo auftaucht, ist der King. Das ist etwas ganz anderes als ein niedliches Böxchen.

Auf der Rückseite befinden sich Anschlüsse (Radioantenne, USB, Klinke, 12V-Strom), die per Gummiabdeckungen vor Staub geschützt sind. Mittig ist ein mit „BOOMSTER“ beschriftetes Batteriefach platziert. Darin befindet sich standardmäßig der Akku, es können aber auch 8 AA-Batterien eingesetzt werden. Sehr gut, wie wir finden, dann kann man unterwegs weitermachen, falls einem mal der Saft des Akkus ausgeht. So kommt man auf eine Gesamtlaufzeit von bis zu 16 Stunden.

Soundqualität

Sorgt mehr Volumen für mehr Sound? Ja, definitiv. Der Teufel fegt – wenig überraschend bei der Größe – die anderen Teilnehmer im Vergleich gnadenlos weg. Das gilt für die maximale Lautstärke, die Breite der Bühne, die Tiefenstaffelung und die Gelassenheit in der Wiedergabe. Als einziger Kandidat kann der Boomster echten Druck aufbauen und den Raum zum pumpen bringen. Eine Party im WG-Zimmer sollte drin sein, auch im Park kann man mit dieser Box sicherlich für Aufmerksamkeit sorgen.

Der integrierte Mini-Subwoofer lässt sich in fünf Stufen regeln, was dem Teufel einen entscheidenden Vorteil einbringt: Er kann sich den Anforderungen anpassen. Bei sanften Balladen und moderater Lautstärke geben wir etwas mehr Bass dazu und bekommen ein wohlig-warmes Klangbild, bei Elektro-Hymnen und Maximalpegel regeln wir den Subwoofer runter, und bekommen knackig-klaren Sound.

Auch wenn der Produktname Party und Aufdrehen suggeriert – wir prüfen den Boomster in ganz klassischen Disziplinen, so muss er auch Beethoven und John Coltrane zum Besten geben – bei Zimmerlautstärke. Hier zeigt sich, dass der Teufel auch ganz kultiviert agieren kann. „My one and only love“ vom Oscar Peterson Trio perlt differenziert und gelassen aus der Box, man kann den Instrumenten unangestrengt folgen. Sehr gut gemacht.

Grundsätzlich gilt: Bei niedriger Lautstärke und einfachen Anforderungen (Nachrichtensprecher) liegen die Testteilnehmer dicht beieinander, je komplexer und/oder lauter das Quellmaterial, desto klarer setzt sich der Boomster ab. Am weitesten kann ihm in Sachen Natürlichkeit und Räumlichkeit noch der Bose folgen, aber spätestens wenn beim House-Track die Kickdrum einsetzt, zieht der Boomster davon.

Wo wird der Teufel in seine Schranken verwiesen? Kann er einer ausgewachsenen Stereoanlage Paroli bieten oder diese gar ersetzen? Die Antwort: Nein, das kann er nicht. Und wenn, dann allerhöchstens im Ansatz. Der Beweis: Zwei ausgewachsene Tannoy Reveal 802 Monitorboxen lassen den Boomster im Ring aussehen, wie einen Hobbysportler, der gegen Klitschko antritt. Hier geht ein endloses Stereopanorama auf, Basstiefe und Präzision liegen auf einem ganz anderen Level.

Total unfairer Vergleich, aber das zeigt ganz klar: Der Boomster ist eine hervorragende tragbare Box, aber kein mobiler Konzertsaal. Was nicht heißen soll, dass er einen Raum nicht so souverän beschallen könnte, sodass man hier auf Anhieb keine stationäre Anlage mehr vermisst – das ist schon drin, aber man sollte nicht glauben, der Boomster wäre das Maß aller Dinge.

Technische Daten

  • 3-Wege-System: 2 Hoch-, 2 Mitteltöner + Subwoofer
  • Bluetooth 4.0 mit apt-X und NFC für kabellose Übertragung in CD-Qualität
  • FM-Radio mit Stationstasten und Autosuchfunktion, Class-D-Endstufe
  • Lithium-Ionen-Akku mit 4.400 mAh, Laufzeit bis zu 16 Stunden
  • Abmessungen: 14,5 × 37 × 18 cm (T × B × H), Gewicht: 3,35 kg

Fazit und Wertung

Der größte und mit teuerste Teilnehmer im Test liefert auch den besten Sound. Der Teufel Boomster ist reisetauglich – wenn auch nur bedingt. Volumen und Gewicht machen sich auf jeden Fall bemerkbar. Dafür kann man die Party dort hin bringen, wo sie stattfinden soll und dank dem regelbaren Subwoofer ist der Boomster auch für eine entspannte Klassik-Session im sommerlichen Schrebergarten geeignet. Der Boomster ist musikalisch und spielfreudig abgestimmt, sehr laut kann er auch: Teufel hat uns einen souveränen Allrounder beschert, der zudem top ausgestattet ist.

Die heimische Stereoanlage muss sich zwar nicht fürchten, die meisten tragbaren Lautsprecher mit Joghurtbecher-Sound allerdings schon. Wenn der Boomster die Arena betritt, sollten sie lieber das Feld räumen.

Anmerkung: In einer früheren Version des Artikels wurde die Laufzeit des des Geräts missverständlich angegeben und eine reine Akkulaufzeit von 16 Stunden suggeriert. Richtig ist: Die Laufzeit von „bis zu 16 Stunden“ bezieht sich auf die Kombination von Akku und einem anschließenden Wechsel auf AA-Batterien. Wir bedauern den Irrtum und haben ihn korrigiert.

Klang Sprache/TV: 90 Prozent
Klang Musik: 95 Prozent
Ausstattung: 90 Prozent
Praxis: 85 Prozent
Gesamt: 90 Prozent

Teufel-Boomster-Wertung

 

Vorteile

  • Gut verarbeitet, umfangreich ausgestattet, top Ausdauer
  • Souveräner, natürlicher und pegelfester Sound, Subwoofer regelbar

Nachteile

  • Gewicht und Volumen schränken Mobilität manchmal etwas ein
  • Touch-Bedienfeld statt mechanischer Tasten gefällt nicht jedem

Auf der nächsten Seite findet ihr eine abschließende Zusammenfassung.

Zu den Kommentaren

Kommentare zu diesem Artikel

Neue Artikel von GIGA TECH

* Werbung