Bahn stellt Touch&Travel ein – und verweist auf Verkehrsverbund-Apps

Florian Matthey 7

Touch&Travel erlaubt eine komfortable Nutzung von Zügen und öffentlichem Nahverkehr über ein „Check-in/Check-out-System“. Die Deutsche Bahn will jedoch erfahren haben, dass Kunden lieber Verkehrsverbund-Apps nutzen, und wird den Dienst daher einstellen.

In einer E-Mail an Kunden und über die eigene Website teilt Touch&Travel die Einstellung des Dienstes zum 30. November 2016 mit. Die Deutsche Bahn erklärt, dass das Unternehmen den Anspruch habe, ihre Produkte an aktuellen Kunden- und Marktanforderungen auszurichten. Die eigenen Marktforschungen hätten ergeben, dass Fahrgäste im Nahverkehr „Alles aus einer Hand“-Apps mit zusätzlichen Informationen und Angeboten in dem jeweiligen Verkehrsverbund erwarteten.

Die Deutsche Bahn biete den Verkehrsverbünden an, ein „Check-in/Check-out-System“ in ihre jeweiligen Apps zu integrieren. „Check-in/Check-out“ bedeutet, dass Kunden mit der App an einem Ort die Reise starten und sich dann nach Beendigung der Reise mit der App wieder abmelden. Das erfolgt beispielsweise über das Scannen von Barcodes oder über das GPS-System des Smartphones. Bei einer Kontrolle in Bus und Bahn kann die App einen QR-Code auf dem Display darstellen.

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Touch&Travel-Kunden können über die FAQ-Website erfahren, welche Apps in den bisher im Touch&Travel-System unterstützten Verkehrsverbünden erhältlich sind. Eine Registrierung bei Touch&Travel ist schon jetzt nicht mehr möglich; die Website wird nur noch bis zum 28. Februar 2017 erhältlich sein, so dass danach auch keine Einsicht getätigter Fahrten mehr möglich ist.

Touch&Travel bietet einige Vorteile, die Verkehrsverbund-Apps bisher zumindest nicht bieten: Vor allem handelt es sich um eine eigenständige App, die sich in diversen Verkehrsverbünden in ganz Deutschland einsetzen lässt. Wer viel in Deutschland unterwegs ist, muss jetzt zahlreiche verschiedene Verkehrsverbund-Apps installieren und sich in diesen anmelden. Möglich sind mit Touch&Travel sogar Fahrten über mehrere Verkehrsverbünde hinweg, was mit Verkehrsverbund-Apps eher nicht möglich ist. Auch erlauben die Verkehrsverbund-Apps selbst innerhalb des eigenen Gebiets keine Fahrten mit Fernverkehrszügen.

Das Check-in/Check-out-System erlaubt es Kunden, Fahrten einfach zu tätigen, ohne sich über die günstigste Fahrkarte Gedanken machen zu müssen; tätigen sie beispielsweise mehrere Fahrten am Tag, errechnet Touch&Travel automatisch, dass eine Tagesfahrkarte die günstigste Option ist und berechnet dann nur diesen Preis. Ob die Verkehrsverbünde das Angebot der Bahn annehmen werden, die Funktion in ihre Apps zu integrieren – und ob dies vor allem alle bisher unterstützten Verkehrsverbünde tun werden –, ist unklar, zumal dies wohl nicht schon ab dem 1. Dezember geschehen wird.

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