DHL- und Post-Streik aktuell im Juli 2015: Ende angekündigt! (Update)

Martin Maciej 130

Nachdem in den vergangenen Wochen bereits bundesweit Erziehern an Kitas in einen Streik getreten sind und im Mai 2015 zwei Mal halb Deutschland durch den Bahnstreik lahmgelegt wurde, gibt es aktuell auch einen Streik bei der Post. Auch im Juli dauern die Streiks der Post- und Paketboten sowie Zusteller weiter an. Als Folge bleiben Millionen Pakete und Briefe liegen.

Grund für den drohenden Post-Streik 2015 sind Uneinigkeiten zwischen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und der Deutschen Post AG. Start für den Streik bei der Deutschen Post war bereits der 1. April. Auch Wochen nach dem Streikanfang kommen Briefe und Pakete verspätet an, seit dem 8. Juni läuft der Streik unbefristet weiter.

Post-Alternativen im Überblick*

Update: Post-Streik - Ende angekündigt!

Wie der Spiegel berichtet, haben sich Ver.di und Deutsche Post geeinigt. Der inzwischen vierwöchige Streik soll in der Nacht von Montag auf Dienstag um 24:00 Uhr enden. Die Beschäftigten sollen im Oktober eine Einmalzahlung von 400 € erhalten, ab dem 1. Oktober 2016 2% mehr Lohn, zum 1. Oktober 2017 noch einmal 1,7 % mehr Lohn erhalten. Die aktuell bei der Post arbeitenden Paketzusteller sollen beim Mutterkonzern bleiben und nicht zu den neuen Paketgesellschaften geschoben werden. Bis alle liegen gebliebenen Briefe und Pakete endlich ihr Ziel finden, werden noch einige Tage vergehen, dennoch ist davon auszugehen, dass ab Dienstag Sendungen wieder zuverlässiger zugestellt werden.

Post-Streik 2015 aktuell im Juli: Wieso und wo wird gestreikt?

Ver.di fordert für rund 140.000 Tarifkräfte der Deutschen Post AG eine Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit von 38,5 Stunden auf 36 Stunden. Der Lohn soll dabei voll erhalten bleiben. Entsprechende tarifvertragliche Regelungen wurden zum 31. März gekündigt. Auslöser für den Streik ist der Aufbau eines flächendeckenden Netzes für die Paketzustellung durch 49 neu gegründete Regionalgesellschaften. Ver.di sieht hier einen Verstoß gegen einen Vertrag, welcher vor Fremdvergabe schützen soll. Hier reichte die Gewerkschaft bereits eine Unterlassungsklage beim Arbeitsgericht Bonn ein. Verhandlungen sollen erst am 14. April wieder fortgesetzt werden. Allerdings rechnet man mit keiner schnellen Einigung zwischen Deutscher Post und ver.di, so dass der Post-Streik sich durchaus bis Sommer 2015 ziehen kann. In den neuen Gesellschaften sollen vor allem Beschäftigte mit bislang befristeten Verträgen untergebracht werden. Diese sollen dann allerdings nach dem Tarif der Speditions- und Logistikbranche und somit schlechter, als aktuell bezahlt werden.

Post-Alternativen für den Brief- und Paketversand*

  • Start für den neuen Poststreik war Montag, 8. Juni.
  • Seit dem vergangenen Monat wurden die Post-Mitarbeiter schrittweise in den Arbeitssausstand geführt.
  • Der Streik soll unbefristet laufen.
  • Anfang Juli geht der Poststreik inzwischen in seine dritte Woche.
  • Ende dieser Woche wollen sich Ver.di und Deutsche Post zu neuen Verhandlungen treffen.
  • Die Folgen des DHL- und Poststreik werden immer spürbarer. Viele Bestellungen, Briefe, Rechnungen und mehr bleiben liegen.
  • Zum Halbjahreswechsel trifft der Poststreik auch Schwerbehinderte. Diese erhalten in der Regel zur Mitte des Jahres ihre Wertmarken für die kostenlose Nutzung von Bus und Bahn. Viele der rund 180.000 Schwerbehindeten sind betroffen.
  • Auch Kindergeldanträge treffen bei dem Landesamt für Gesundheit und Soziales häufig erst verspätet für eine Bearbeitung ein.

Post-Streik Juli 2015: Wann kommt mein Paket? Störungen online, Sendungen per Telefon prüfen

Natürlich werden auch während des Post-Streiks weiterhin Briefe und Co. ausgeliefert. Dennoch kann es zu einer zeitlichen Verzögerung bei einigen Sendungen kommen. Damit eure Grußkarten, Briefe und Pakete pünktlich beim Empfänger eintreffen, heuert die Deutsche Post Fremdfirmen an. Die Leiharbeiter, überwiegend aus Polen, sollen den Postbetrieb auch während der Streiktage aufrechterhalten. Dennoch ist mit Auswirkungen bei der Auslieferung zu rechnen. Täglich werden bis zu eine Million Pakete bei der Post ausgeliefert. Ausfälle oder Verzögerungen können nur schwer kompensiert werden. Die Post gibt selbst an, dass es „vereinzelt und lokal zu Verzögerungen von 1-2 Werktagen“ kommen könnte, „80 %“ der Sendungen sollen wie gewohnt ausgeliefert werden. Dennoch häufen sich die Meldungen über Pakete und Briefe, die bereits seit über zwei Wochen auf sich warten lassen.


  • Aktuell gibt es in allen Bereichen Deutschlands Auswirkungen durch den Poststreik
  • Auf der Webseite der Deutschen Post und bei der DHL könnt ihr unter Angabe eurer Postleitzahl überprüfen, ob auch eure Sendung, euer DHL-Paket oder Brief durch den Streik verspätet eintreffen wird.
  • Zudem könnt ihr per Hotline Informationen zur DHL- und Postsendung erfragen: 0228 - 763 67 650 (Mo - Fr, 7-20 Uhr, Sa von 8 - 14 Uhr)
  • Eine Selbstabholung von bereits verschickten Sendungen, Paketen und Briefen in einer Postfiliale ist nicht möglich.
  • Eine fest zugesicherte Lieferzeit gibt es bei der Deutschen Post nicht.
  • Ansprüche durch verspätet gelieferte Briefe können daher höchstens gegen den Versender geltend gemacht werden.
  • Ausnahme machen hier bestimmte Liefer-Services wie „Express“. Wird die Sendung hier nach der versprochenen Laufzeit geliefert, muss die Post haften.
  • Allerdings gibt es hier eine Klausel in den AGB, nach denen eine Haftung bei bestimmten Fällen, z. B. höhere Gewalt oder eben Streiks, ausgeschlossen wird.
  • Verderbliche Ware sollte im Falle eines Streiks zusätzlich verpackt werden. Im Zweifelsfall sollte bei einem drohenden, größeren Poststreik auf eine Versendung verzichtet werden.

Verzögerungen online prüfen*

Alternative Lieferdienste wie PIN, DPD und Co. sind vom Streik nicht betroffen. Lest zum Thema auch: Wann kommt mein Paket? Uhrzeiten für DHL, Hermes, UPS und mehr online ermitteln

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Bildquellen: place-to-be / Shutterstock.com, Christian Mueller / Shutterstock.com, Marius Pirvu

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