eSIM: Telekom erwartet Ablösung der klassischen SIM-Karte für 2016

Holger Eilhard 4

Schon im vergangenen Juli gab es Berichte, dass unter anderem Apple und Samsung in Gesprächen zum Thema eSIM mit den verschiedenen Netzbetreibern seien. Nun folgen weitere Details der Deutschen Telekom zum Nachfolger der SIM-Karte: Bereits im nächsten Jahr soll es losgehen.

eSIM: Telekom erwartet Ablösung der klassischen SIM-Karte für 2016

Seit der Vorstellung der ersten SIM-Karte im Jahr 1991 haben sich die kleinen Kärtchen in ihrem Format deutlich gewandelt. Was einst im Kreditkarten-Format in die Telefon-Urgesteine eingeschoben wurde, kann heute dank des nur noch Fingernagel-großen Chips schnell beim Wechsel von Smartphone zu Smartphone verloren gehen. Geblieben ist aber die Notwendigkeit die Karten aus den Geräten entfernen zu können, um etwa beim Wechsel des Mobilfunk-Anbieters oder beim Reisen ins Ausland einen günstigeren Tarif nutzen zu können.

Dies bringt auf der einen Seite Vorteile für den Kunden, sofern das Handy entsperrt ist. Auf der anderen Seite müssen die Hersteller Platz im Smartphone aufgeben, den man anderweitig, beispielsweise für einen größeren Akku, nutzen könnte. Auch extrem kleine Geräte wie Smartwatches können durch integrierte SIM-Karten schrumpfen. Des Weiteren muss für den Wechsel des Providers bislang eine neue SIM-Karte angeschafft werden, was unter Umständen mehrere Tage dauern kann.

Mit der eSIM (embedded SIM) will man einige dieser Hürden nun abschaffen, indem man das Modul fest ins Handy verbaut. So erwartet die Deutsche Telekom die Einführung des eSIM-Standards bereits im kommenden Jahr. Durchsetzen soll er sich dann ab 2017.

Der in die Geräte integrierte Chip, soll es dem Anwender etwa ermöglichen direkt über die Software den gewünschten Provider auswählen zu können. Reist man ins Ausland, wechselt man zu einem lokalen und damit in der Regel günstigeren Anbieter. Gibt es in der Heimat einen Anbieter mit besserem Service, reicht ein Tap, um zu wechseln.

Soweit die Theorie. Ob die Mobilfunk-Anbieter es ihren Kunden hier wirklich so einfach machen werden, bleibt abzuwarten. Spielt der Provider nicht mit und sperrt beispielsweise diese Möglichkeit zum Wechsel, kann man bei der eSIM nicht mehr einfach eine kleine Karte aus dem Handy ziehen und trotzdem den Anbieter wechseln.

Seit einiger Zeit beraten sich Gerätehersteller, Netzbetreiber und Hersteller der SIM-Karten im Rahmen der GSMA (GSM Association) über den Nachfolger, der weltweiten Einsatz finden soll. Apple und Samsung sind einige Größen die sich ebenfalls an den Gesprächen beteiligen.

Die Zweifel der Mitarbeit durch die Provider sind seit einiger Zeit bei Apples eigener Zwischenlösung, der Apple SIM, die mittlerweile auch in Japan angekommen ist, zu beobachten. Bei der Apple SIM handelt es sich um eine klassische SIM-Karte, die in den Kartenschacht des iPad eingeschoben wird, aber in iOS über die Software für einen Anbieter programmiert werden kann.

Hier ist jedoch bereits zu sehen, dass Anbieter wie zum Beispiel AT&T in den USA nach der Auswahl die Karte auf ihr Netz sperren und so den erneuten Wechsel mit der eingesetzten Apple SIM unmöglich machen.

Dass die eSIM kommen wird, gilt als sicher. Für Kunden und Gerätehersteller bietet eine integrierte Lösung in der Theorie viele Vorteile. Es bleibt zu hoffen, dass aber auch die Mobilfunk-Anbieter mitspielen werden, ohne ihre Kunden zu benachteiligen.

Quelle: Deutsche Telekom, via Heise

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