Mobiles Breitband: Telekom, Vodafone und O2 ersteigern Frequenzen für 5,1 Milliarden Euro

Rafael Thiel 6

In Deutschland ist heute die Versteigerung diverser Mobilfunkbreitband-Frequenzen zu Ende gegangen. Zu den Bietern zählten ausschließlich Vodafone, die Deutsche Telekom und Telefónica – hierzulande als O2 bekannt. Am Ende sind insgesamt rund 5 Milliarden Euro zusammengekommen, über die im Säckle von Bund und Ländern landen. Der Erlös der Auktion soll in Teilen direkt in den Breitbandausbau fließen.

Mobiles Breitband: Telekom, Vodafone und O2 ersteigern Frequenzen für 5,1 Milliarden Euro

Das Wettbieten um weitere Funkfrequenzen erreichte dieses Mal ungeahnte Höhen. Nach Ablauf der dreiwöchigen Auktion, die zunächst zögerlich begann, liegen am heutigen Freitag zusammengerechnet knapp 5,1 Milliarden Euro auf dem Tisch. Das teilte die Bundesnetzagentur in einer Erklärung mit. Bei der letzten Versteigerung vor fünf Jahren kamen, damals noch mit E-Plus als Mitbieter, nur 4,4 Milliarden Euro zusammen.

Insgesamt wurde ein 270 MHz umfassendes Spektrum veräußert, in den Frequenzbereichen 700 MHz, 900 MHz, 1500 MHz und 1.800 MHz. Davon gingen 110 MHz für 2,09 Milliarden Euro an Vodafone, die Telekom blätterte für 100 MHz immerhin 1,79 Milliarden Euro und Telefónica/O2 sicherte sich 60 MHz für 1,19 Milliarden Euro.

Breitbandausbau in Deutschland wird mit 1,33 Milliarden Euro gefördert

Der Erlös aus dem 700er- und 1.500er-Bereich, etwa 1,33 Milliarden Euro, geht jeweils zur Hälfte an Bund und Länder und soll vollständig in den Breitbandausbau investiert werden. Von der staatlichen Förderung dürfte am Ende vor allem die Telekom profitieren, da deren Kabelnetz mit Abstand am größten ist und infolgedessen in ländlichen Regionen kostengünstiger ausgebaut werden kann. Laut der Telefónica handelt es sich dabei offenkundig um Wettbewerbsverzerrung, da der Bund das von drei Unternehmen eingesammelte Geld nutzt, um ein Unternehmen zu unterstützen. Der Löwenanteil des Erlöses fließt jedoch ohnehin in den von Finanzminister Wolfgang Schäuble verwalteten Bundeshaushalt. Wofür diese rund 3,75 Milliarden Euro verwendet werden, ist noch Verhandlungssache.

Doch worin liegt jetzt der Nutzen der erworbenen Frequenzen für die Mobilfunkanbieter? Die Faustregel besagt: Je niedriger die Frequenz, desto größer die Reichweite. Mit höheren Frequenzen steigt dafür die Übertragungsrate – was vor allem in Ballungsräumen entscheidend ist. Bei der diesjährigen Auktion waren vor allem Frequenzen im 900 MHz- und 1.800 MHz-Bereich beliebt, da diese bereits von den Netzbetreibern aktiv genutzt werden; jedoch laufen Ende 2016 die entsprechenden Lizenzen aus. Die Bundesnetzagentur hatte zuvor beschlossen, die Nutzungsrechte dieser Bänder nicht zu verlängern, sondern stattdessen per Versteigerung zu vergeben. Daraus resultierte ein intensives Wettbieten zwischen der Telekom und Vodafone; der britische Konzern investierte alleine für das 1.800 MHz-Spektrum rund 1,2 Milliarden Euro. Welche Frequenzen sich die Provider sicherten, zeigt die nachfolgende Tabelle:

Unternehmen Frequenzmenge Zuschlagspreis
Telefónica Deutschland
GmbH & Co. OHG
700 MHz:
900 MHz:
1.800 MHz:
2 x 10 MHz
2 x 10 MHz
2 x 10 MHz
1.198.238.000 Euro
Telekom Deutschland GmbH 700 MHz:
900 MHz:
1.800 MHz:
1.500 MHz:
2 x 10 MHz
2 x 15 MHz
2 x 15 MHz
20 MHz
1.792.156.000 Euro
Vodafone GmbH 700 MHz:
900 MHz:
1.800 MHz:
1.500 MHz:
2 x 10 MHz
2 x 10 MHz
2 x 25 MHz
20 MHz
2.090.842.000 Euro
Gesamt 270 MHz 5.081.236.000 Euro

Bis der Kunde von den hinzugekommenen Frequenzen profitiert, dürfte es jedoch noch eine Weile dauern. Die Auflagen der Auktion besagen, dass die Mobilfunkanbieter drei Jahre Zeit haben, um ihre Netze entsprechend aufzurüsten. Dann muss es von überall in Deutschland möglich sein, mit einer Geschwindigkeit von mindestens 10 Mbit/s zu surfen. In 98 Prozent aller Haushalte sollen dann gemäß einer älteren Meldung sogar 50 MBit/s per Mobilfunk zur Verfügung stehen. Werden die Vorgaben bis dahin nicht erfüllt, droht eine Neuvergabe durch die Bundesnetzagentur.

Quelle: Pressemitteilungen der Bundesnetzagentur, Deutsche Telekom, Telefónica (inkl. Bild) und von Vodafone

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