Mobilfunknetze von Telekom, O2 und Vodafone im Test: Ununterbrochenes Surf-Vergnügen?

Sebastian Trepesch 8

O2, Telekom, Vodafone – welcher Mobilfunkanbieter hat das beste Netz? Durch den fortschreitenden Ausbau und nicht zuletzt die Zusammenlegung von O2 und E-Plus stellt sich diese Frage aufs neue. Wir haben einen Praxistest von Berlin bis Bayern durchgeführt.

Mobilfunknetze von Telekom, O2 und Vodafone im Test: Ununterbrochenes Surf-Vergnügen?

Bei der Wahl eines Mobilfunktarifs dürften viele den Preis als wichtigstes Entscheidungskriterium heranziehen – gefolgt von dem Datenvolumen. Siehe hierzu unseren Vergleichspreis iPhone 6 mit Mobilfunkvertrag. Doch was nützt mir das Datenvolumen, wenn ich keinen Empfang habe?

Alle Anbieter rühmen sich für gute Netze, aber ich habe unterwegs oft keine vernünftige Internetverbindung. Was läuft hier falsch? Surfe ich nur im falschen Mobilfunknetz? Höchste Zeit für einen umfassenden Test.

Mobilfunknetze im Test: Von der Bulette zur Weißwurst im ICE surfen

In Berlin habe ich, langjähriger O2-Kunde, guten Empfang. Doch geht es übers Land, schaut es gleich schlecht aus mit der Datenverbindung. Online arbeiten im Zug oder Bus? Zumindest mit meinem eigenen Tarif ist das schlecht möglich.

Also habe ich mir eine ICE-Fahrt von Berlin nach Bayern (ok, „nur“ Franken) zum Anlass genommen, die Netze von Deutsche Telekom, O2 und Vodafone zu testen. Völlig klar: Diese Fahrt stellt große Herausforderungen an die Anbieter:

  • Die Bahnstrecke verläuft durch echte Pampa, bewaldetes, bergiges, kurvenreiches Gebiet (Thüringer Wald!). Hier eine volle Netzabdeckung zu schaffen, würde immense Kosten verursachen.
  • Durch hohe Geschwindigkeiten sind häufige Wechsel der Mobilfunkzellen, also der Verbindung zu einem anderen Mobilfunkmasten, notwendig.
  • In einem Zug wechseln auch in dünn/nicht besiedelten Gebieten viele Menschen gleichzeitig die Mobilfunkzelle.
  • Der Empfangsstärke im Zug ist auch direkt am Fenster eingeschränkt. Ob der Handy-Wagen einen (funktionierenden) Repeater hatte, ist mir leider nicht bekannt.

Aber genau diese Einschränkungen bringt eben der Praxiseinsatz mit sich – was nützen mir theoretische Werte?!

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GIGA-Leser sind mobile „Daten-Junkies“ und zugleich Sparfüchse.

Test der Mobilfunk-Datennetze in Stadt und Land

Die Verbindungsgeschwindigkeiten habe ich mit dem iPhone 6 gemessen. Zudem hatte ich noch ein HTC One M9 von Vodafone zur Verfügung – der Anbieter wünschte sich einen Check mit einem Android-Telefon. Leider konnte ich hierüber aber nicht die anderen Anbieter testen. Wir werden sehen. Generell gilt: Die Empfangsstärke kann sich bei jedem Smartphone und jeder Generation ein wenig unterscheiden.

Für den Geschwindigkeitstest verwendete ich die Apps und .

Gleich vorab: Der Test kann kein für Deutschland repräsentatives Gesamtbild geben. Zudem variieren gerade bei LTE die Messungen eines Netzes an ein und demselben Ort stark. Ein sich abzeichnender Trend wird dank meiner insgesamt 138 zusammengerechneter Einzelwerte von 23 Orten aber nicht von ungefähr kommen. Die Messungen fanden sowohl in Bahnhöfen – also in Groß- oder Kleinstädten –, als auch über Land statt. Ergänzt wurden sie mit Messungen an den Start- und Zielorten. Manch Mobilfunk-Test bezieht nur die Orte ein, an denen sich viele Menschen aufhalten oder berücksichtigt gleich nur einen kleinen Bereich. Das wollte ich bewusst nicht machen, mir stellte sich vielmehr die Frage: Mit welchem Netz kann man unterwegs durch Deutschland online arbeiten? Und unterscheiden sich die Angebote von Telekom, O2 und Vodafone nennenswert?

Mobilfunk-Netzabdeckung im Vergleich: Das sagen die Anbieter

Bevor wir auf unsere eigenen Messungen zu sprechen kommen, sehen wir uns an, was die Anbieter über ihre Netzabdeckung sagen. 

O2-Netz
Von einer „großartigen Netzabdeckung“ spricht O2, 30.000 eigene Basisstationen besitzt der Anbieter. „Nahezu vollständige GSM-Abdeckung“ biete das Netz, für den Bereich LTE drückt man sich dagegen sehr vorsichtig aus: „LTE bauen wir immer weiter aus.“ Durch die Zusammenlegung von O2- und E-Plus-Netz werden mit dem 3G-Netz 88 Prozent statt bisher 76 Prozent der Bevölkerung erreicht. Anbieterkarte der Netzabdeckung.

Telekom-Netz
Die Telekom ist bei der Abdeckung von mobilem Highspeed-Internet schon deutlich weiter. LTE soll bereits 80 Prozent der Bevölkerung erreichen, 2018 sollen es nach den aktuellen Planungen 95 Prozent sein. .

Vodafone-Netz
„Mit einer LTE-Netzabdeckung von über 53 Millionen erreichten Bundesbürgern betreibt Vodafone das bundesweit größte Netz“, erklärt das Unternehmen. 23.000 Mobilfunk-Standorte werden hierfür eingesetzt. Dank aktuellem Ausbau möchte man bereits im Sommer nächsten Jahres 90 Prozent aller Einwohner Deutschlands mit LTE erreichen. Anbieterkarte der Netzabdeckung.

Alle drei Anbieter investieren fleißig in neue und schnelle Technologien. Die Highspeed-Internetnutzung ist nämlich bei weitem nicht so ausgebaut wie das Mobilfunknetz für Telefonie (2G). Und in einem Punkt darf man sich von den Herstellerangaben nicht täuschen lassen: Die Netzabdeckung bezieht sich fast immer auf die Bevölkerung, nicht auf die geographische Fläche. Deshalb muss sich niemand wundern, wenn in großen Gebieten keine vernünftige Datenverbindung verfügbar ist.

Doch wir werden sehen – auf der nächsten Seite:

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