Telekom, Vodafone und o2 in Bedrängnis: Kunden der Billig-Konkurrenz sind zufriedener

Stefan Bubeck 5

Angefangen hat alles im Jahr 2004, als in Deutschland die ersten Mobilfunk-Discounter auftauchten und in den folgenden Jahren die Kundschaft mit einheitlichen und vor allem günstigen Minutenpreisen lockten. Für die Sparangebote von Simyo, klarmobil, Blau und Co verzichteten die ersten Kunden auf subventionierte Handys und allerlei Service-Leistungen. Wie ist der Stand im deutschen Mobilfunkmarkt heute? Das Ergebnis überrascht.

Telekom, Vodafone und o2 in Bedrängnis: Kunden der Billig-Konkurrenz sind zufriedener
Bildquelle: Deutsche Telekom.

Schauen wir kurz zurück: „Das Billigkonzept, das seit einigen Jahren die etablierten Fluggesellschaften aufrüttelt, hat nun auch das deutsche Mobilfunkgeschäft erreicht. Simyo heißt die neue Marke, die ohne Geschäftsstellennetz allein über das Internet arbeitet,“ schrieb die FAZ im Mai 2005, als sich der deutsche Mobilfunkmarkt neu formierte. Damals waren Minutenpreise von 35 Cent oder mehr und lange Vertragslaufzeiten üblich – jeder weiß, dass sich hier mittlerweile einiges getan hat. Auslöser für diese Entwicklung waren die Mobilfunk-Discounter.

2018: Jeder zweite Handykunde ist beim Discounter

Eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Verbraucherportals Verivox hat ermittelt, dass 51 Prozent der Befragten einen Tarif vom Mobilfunk-Discounter nutzen. Die übrigen 49 Prozent der Befragten sind direkt bei einem der drei großen Netzbetreiber Telekom, Vodafone und o2.

Billiger Tarif, aber dafür mieser Service? Offenbar stimmt diese These nicht, denn die Discounter-Kunden sind größtenteils zufrieden. In der Umfrage lagen sie mit 62 Punkten in der Zufriedenheits-Bewertung sogar vor den Netzbetreibern, die auf 59 Punkte kamen. Die Kategorien waren Sprachqualität, Qualität der Datenübertragung, Service und Preis-Leistungs-Verhältnis sowie die Bereitschaft zur Weiterempfehlung.

Aldi Talk ist Gesamtsieger

Aldi Talk erreichte bei der Zufriedenheits-Bewertung 69 Punkte und setzt sich damit an die Spitze der Umfrage. Dahinter folgen Congstar und Smartmobil (je 67 Punkte). Bester unter den Netzbetreibern ist die Telekom, im Gesamt-Ranking kommt diese allerdings nur auf Platz 9.

„Mit einfachen und flexiblen Tarifkonzepten können die Mobilfunk-Discounter offensichtlich die Verbraucher überzeugen,“ erklärt Christian Schiele, Bereichsleiter Telekommunikation bei Verivox. Hier seht ihr, welche Tarife wir von GIGA nutzen:

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Mobilfunk-Datenvolumen: Diese Pakete nutzt die GIGA-Redaktion (2018).

Mobilfunk-Discounter: Wer sind die überhaupt?

In der Verivox-Umfrage wird ganz einfach unterschieden: Da gibt es die drei großen Mobilfunknetzbetreiber (MNO) und ihre drei Marken names Telekom, Vodafone und o2 (Telefónica). Der Rest sind „Discounter“, also besonders auf günstige Preise optimierte Anbieter, die über kein eigenes Netz verfügen. Sie sind auch als „mobile virtual network operator“, kurz MVNO oder Mobilfunk-Service-Provider bekannt. Beispiele hierfür ist etwa die Marke simply, die zum Unternehmen 1&1 Drillisch AG gehört.

Hier die Aufteilung in der Vervox-Umfrage:

  • Netzbetreiber: o2, Telekom, Vodafone.
  • Discounter: Aldi Talk, 1&1, Base, Blau Mobilfunk, congstar, Klarmobil, Mobilcom-Debitel, otelo, Simply, Smartmobil, Tchibo, WinSIM.

Die Preisbrecher-Angebote der Mobilfunk-Discounter lassen sich mit dem Marketing-Begriff „no frills“ beschreiben, was auf Deutsch „ohne Schnick-Schnack“ bedeutet. Dieses Konzept ist sehr erfolgreich und hat seit 2004 zu Preissenkungen von über 70 Prozent bei den Minutenpreisen geführt. Einige der Billigangebote stammen allerdings von den Netzbetreibern selbst, so gehört etwa congstar zur Telekom, Fonic zur Telefónica Deutschland und otelo zu Vodafone.

Quellen: Verivox, FAZ

 

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